Motorumbau, 850 auf 1100
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cordos

R4-Novize 18 Beiträge
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Motorumbau, 850 auf 1100, 23.09.2009 01:11
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Hallo,
ich fahre selbst einen 839ccm, Bj. 1986, der nach grober Restauration und Hohlraumversiegelung auch ganz ansehnlich ist. Daneben habe ich auch noch einen 1100ccm R4 erstanden, der aufgrund eines Unfallschadens einen völlig verzogenen Rahmen aufweist und ansonsten auch wenig gepflegt worden ist. Beide Modelle wurden Mitte der 80er hergestellt.
Aufgrund der Feinstaubregelung meiner Heimatstadt Frankfurt am Main – Produziert ein Benzinmotor eigentlich Feinstaub? – bekomme ich nun leider immer häufiger Strafzettel; in die Innenstadt darf man sich schon gar nicht mehr trauen, denn dort schaffen es die Stadtbeamten innerhalb von weniger als fünf Minuten, eine fehlende Umweltplakette zu erspähen. Die Zahlung einer jährlichen Extragebühr von ca. 100 Euro würde mir zwar eine Anwohnerparkerlaubnis erkaufen, doch sehe ich nicht ein, warum ich diese freiwillig zahlen sollte.
Nun würde ich gern aus der Not eine Tugend machen und den fahrbereiten R4 aufrüsten, so dass ich einen Kat einsetzen kann, den es, soweit ich weiß, bisher nur für den 1100er Motor gibt – vgl. "DerFranzose ".
Hat jemand Erfahrung damit, einen 1100er Motor für einen 850er einzusetzen? Muss ich hier etwas besonderes beachten? Muss der Vergaser ebenfalls ausgetauscht werden, oder vertragen sich der große Motor und der "kleine" Vergaser eventuell? Vertragen sich die Kühlsysteme? Könnte der Umbau eventuell den TÜV-Prüfer beunruhigen? Besteht die Möglichkeit, dass das Getriebe des einen linksherum und das des anderen rechtsherum dreht? Ich würde nämlich gern das "altes" Getriebe und den "alten" Vergaser behalten, da beide besser erhalten sind – beispielsweise wackelt im 1100er-Getriebe der Schaltstab erheblich herum.
Gibt es Ratschläge irgendwelcher Art, die ihr mir geben würdet?
Vielen Dank Cordos |
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elch101


Profischrauber 1677 Beiträge
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RE: Motorumbau, 850 auf 1100, 23.09.2009 22:47
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Der Kat für den 850er ist meines Wissens fertig entwickelt, aber noch nicht im Prüfungsverfahren. Wenn ich mich recht erinnere, rechnet der Franzose mit einer Zulassung bis kommenden März.
Umbau: 1. Der 850er-Motor dreht anders rum, das Getriebe folglich auch. 2. Die Vergaser sollten nicht ausgetauscht werden. 3. Das Kühlsystem, die Batteriehalterung und die Motor- u. Kühlerhalter sind anders. Du mußt alles vom 1100er übernehmen. 4. Bei einem Umbau mit 1100er-Motor empfehle ich immer, den Motor, der verbaut werden soll genau zu prüfen, frisch abzudichten (v.a. NW- u. KW-Dichtring), ggf neue Steuerkette, die Nebenaggregate zu prüfen (Anlassekohlen, WaPu-Lager, Stannrolle) und grundsätzlich die Kupplung zu erneuern.
Fährst Du Kasten oder Limousine? Drang nach mehr Leistung?
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elch101


Profischrauber 1677 Beiträge
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RE: Motorumbau, 850 auf 1100, 23.09.2009 22:59
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Ach so, ja. TÜV wirst Du problemlos kriegen, v.a. wenn Du auf den Umweltschutz-Aspekt hinweißt. Aber 7 von 10 Prüfern haben gewaltig einen an der Klatsche. Such Dir erst einen vernünftigen, mit dem Du den Umbau vorab besprichst. Ich denke, Du mußt auch den Tacho umbauen. Und falls der Mann bedenken wegen der Bremsen äußert: Der 850er vor ‘84 hatte auch 34 PS und die "kleine" Bremsanlage. |
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cordos

R4-Novize 18 Beiträge
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RE: Motorumbau, 850 auf 1100, 23.09.2009 23:24
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Wow, also vielen Dank ersteinmal für die Antwort, auch wenn ich es mir etwas unkomplizierter gewünscht hätte.
Prinzipiell könnte ich bis März warten, doch die Polizei macht momentan gewaltig Druck in meiner Straße; ich habe also alle drei Wochen einen Strafzettel. Neuerdings eben auch TÜV-Verwarnungen, da ich im Sommer wenig Zeit für Überholungen hatte. Eine Stelle am Unterboden sieht wirklich schlimm aus. Erstaunlich wie schnell das geht, aber auch nicht verwunderlich, da ich meinen R4 als Allwetterauto nutze.
Etwas mehr Leistung hingegen wäre nicht schlecht. Bin letztes Jahr einmal über den Brenner – eigentlich zweimal – gefahren, und man zittert schon etwas bei Schneegestöber und wild überholenden italienischen LKW-Fahrern.
Wie dem auch sei, Motor überholen ist zwar teuer, versteht sich aber von selbst. Hatte mit dem alten Motor vor dem Abschleifen ständig Überhitzungsprobleme.
Getriebe: ist vielleicht kein schwerwiegendes Problem, aber der Vorbesitzer des 1100er hat wohl oft am Hebel herumgerissen, daher ist der Hebel am Block ausgeleiert. Schaltet aber problemlos – vermutlich ein eher ästhetisches Problem für mich.
Kupplung: Die ganze Kupplung erneuern?
Wasserpumpe: Passt die 850er nicht in den 1100er? Wäre schade, ist nämlich überholt.
Allgemein würde ich sowenig wie möglich übernehmen wollen, da viele der 850er-Teile in Handarbeit geputzt und überholt worden sind, und zwar von mir. Daher dachte ich, ich könnte mir diese Arbeit etwas leichter machen, um nicht wieder 3cm Schmutz von den Teilen herunterkratzen zu müssen. Na ja, wer das eine will, muss das andere mögen.
Meinst du, das ganze ist in zwei Wochen bzw. vier Arbeiterwochen – mein Vater und ich – zu schaffen (inkl. kleinerer Schweißarbeiten am Bodenblech)? Welche Teile sollte ich mir vernünftigerweise anschaffen neben Steuerkette, Dichtungen des Motors, Kupplung.
Lohnt es sich deiner Ansicht nach, die links- und/oder rechtsseitigen Bodenblechbereiche von DerFranzose zu besorgen, um die einmal komplett auszutauschen?
Hast du einen Tipp, wie ich den ständig korrodierenden Zündkontakten im Verteiler entgegenwirken könnte?
Entschuldige die vielen Fragen.
Beste Grüße Christian
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cordos

R4-Novize 18 Beiträge
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RE: Motorumbau, 850 auf 1100, 23.09.2009 23:37
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Hatte ich vergessen: Limousine. |
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cordos

R4-Novize 18 Beiträge
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RE: Motorumbau, 850 auf 1100, 24.09.2009 00:41
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Zusatz: Was sollte ich denn von dem 1100er noch zusätzlich retten. Vielleicht kann ich ja jemandem mit einem Teil aushelfen, nachdem ich die selbst benötigten Teile verbaut habe.
Beste Grüße. |
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elch101
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RE: Motorumbau, 850 auf 1100, 24.09.2009 22:18
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1. Getriebe: Ich denke, Du kannst den Deckel mit Schaltstange vom 850er auf‘s 1100er Getriebe setzen. Bin aber nicht 100% sicher. Aufpassen: Vorne unterm Deckel sitzen kleine Federn mit Kugeln drunter - nichts verlieren, das ist die Gangarretierung. Wenn die Schaltgabeln auf der Unterseite der Deckel gleich sind kann man einfach tauschen - geht schnell und man kann dabei nicht viel verkehrt machen. Ich denk, Du solltest ins 1100er unbedingt mal reingucken. Die Getriebe sind zwar enorm robust, aber ich kenne jemand, der durch sein individuelles Schaltverhalten die Schaltgabeln losgebrochen hat  2. Kupplung: Ich würd schon ne ganze nehmen, wegen der neuen Feder (GTL hat normalerweise 180er "die Teure"). Auf jeden Fall Scheibe u. Ausrücklager. 3. Wasserpumpe: Passt nicht und von sonstigen Anbauteilen auch nix. LiMa kann man nehmen, aber wenn ich mich nicht täusche, muß man das Lüfterrad umbauen (auch rechts- u. linksdrehend) 4. Schweißarbeiten sind aus der Ferne bißchen schwer zu beurteilen. Wenn die Unterseiten der seitlichen Rahmenprofile (also das, was bei anderen Autos die Schweller sind) porös sind, sollte man die Einschweißbleche verwenden. Und am besten die Karre irgendwie auf die Seite legen, damit man überhaupt vernünftig arbeiten kann. Ansonsten kann man sich auch was wildes zusammenbraten. 5. Zündung: Gepflegte Kontakte sollten schon 15 tkm halten. Wenn nicht vielleicht schlechte Qualität erwischt oder Kondensator nicht i.O. oder ein falscher. Der Verteiler gehört ausgebaut u. blitzblanz geputzt und dann nach meiner Ansicht nur noch mit‘m Q-Tip ganz dünn Nähmaschinenöl an den Nocken. Verteilerfett sammelt nämlich nur Dreck an der dann den Kunststoffgleitschuh abschmirgelt. Gegen den Abbrand helfen auch Transistorzündungen. Ich hab kürzlich die von Jogi hier aus‘m Forum an nem 850er verbaut und war echt verblüfft: Bessere Laufruhe, spürbar besseres Drehmoment im unteren Bereich. Ich denke im Stadtbetrieb kann man damit durchaus Sprit sparen, weil man früher schaltet. Das Ding kostet 50,- Euro siehe www.fessler.biz. Der Abbrand soll sich minimieren, da der Unterbrechen nur noch einen kleinen Steuerstrom leitet, während der Zündstrom über den Transistor geschaltet wird. Der Kondensator entfällt. Über den verschleißmindernden Effekt im Dauertest kann ich aber noch nix sagen.
Von der Umbauzeit her kommst Du locker hin, wenn Du gut organisiert vorgehst. Hauptproblem wird sein, alle Teile richtig zu bekommen. Ich schick Dir mal ne Liste der Teile, die überprüft und dann ggf. gewechselt gehören und ne "Bastelanleitung" per e-mail. Und ne Schlachtanleitung für den 1100er.
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cordos

R4-Novize 18 Beiträge
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RE: Motorumbau, 850 auf 1100, 25.09.2009 01:24
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Vielen Dank, die Lichtmaschine ist beim 1100er das einzige Teil, das ersetzt worden und daher gut in Schuss ist.
Werde mit deiner Liste dann auf vorläufige Einkaufstour gehen; was ich noch ersetzen muss, werde ich vor Ort sehen, um es dann vom Lande aus nachzubestellen – DerFranzose liefert ja ziemlich zügig.
Mal sehen, wie es wird. Vielleicht melde ich mich dann nächste Woche mit Problemen, besser aber: mit Fortschrittsberichten.
Herzlichen Gruß. |
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