Drehstäbe einbauen, wie?


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Gullewatsch


R4-Fahrer
60 Beiträge

Drehstäbe einbauen, wie?, 11.05.2013 17:03


Hallo

Demnächst kommen die Fahrwerksteile vom Strahlen und Beschichten zurück. Dann sollte das alles wieder zusammen kommen. Jetzt finde ich im WHB Drehstäbe mit Hebeleinstellung, oder mit Exzentereinstellung. Ich meine aber, dass beides nicht zutrifft, und ich die Drehstäbe wohl durch versetzen der Verzahnung einstellen muss.

Kann man dafür eine Art Grundeinstellung machen? Wie geht ein versierter R4 Schrauber da vor? Sind die Drehstäbe wirklich nicht gegen Verschieben gesichert?

Betrifft Drehstäbe vorne und hinten.

Herzig finde ich übrigens die Formulierung "Den Drehstab herausnehmen"


elch101



Profischrauber
1677 Beiträge

RE: Drehstäbe einbauen, wie?, 15.05.2013 22:00


Komm, nu geh doch mal in die Suche ;-)


Gullewatsch


R4-Fahrer
60 Beiträge

RE: Drehstäbe einbauen, wie?, 16.05.2013 00:44


Hallo

Ich habe gesucht... richtig schlau bin ich aber nicht geworden. Werde meine Frage aber aufsplitten vielleicht ist sie dann einfacher zu beantworten. Freue mich auch wenn nur auf einen Punkt geantwortet wird...

1. Drehstäbe mit Exzenterspannvorrichtung und Hebelspannvorrichtung sind im WHB beschrieben. Ich finde aber weder Hebel noch Exzenter. Gibt es möglicherweise eine dritte Ausführung wo nur durch versetzen der Zähne eingestellt wird? (Verdacht wurde beim Suchen erhärtet)

2. Habe das Auto komplett zerlegt.(Dabei nix markiert. Nimmt doch die ganze Spannung aus dem Spiel ! ) Kann man die Drehstäbe in einer bestimmten Stellung der Quer/Längslenker ohne Spannung einbauen?

Ich meine beobachtet zu haben, dass die Querlenker vorne bei montierter Halbachse und gelösem Traggelenk senkrecht nach unten stehen. Eine Seite hatte noch etwas Luft, die andere lag spannungsfrei am Ende des möglichen Weges den der Querlenker machen kann auf. Wenn man das so wieder rein macht, dann den Querlenker nach oben bringt sollte das doch gut sein ??? Hinterachse in ähnlicher Weise... Längslenker in einem bestimmten Winkel feststellen und Drehstab einbauen ???

3. Der vordere Drehstab kann nicht nach vorne wandern, da kommt der Querlenkerbolzen, nach hinten scheint mir verschieben aber möglich. Die hintern Drehstäbe scheinen mir nach beiden Seiten zumindest soweit verschiebbar, dass sie aus der Verzahnung können. Gibt es dafür wirklich nur Gottvertrauen als Sicherung?

Ach ja Baujahr 1983


elch101



Profischrauber
1677 Beiträge

RE: Drehstäbe einbauen, wie?, 20.05.2013 21:36


1. Ab ca ‘76 keine Exzenter mehr.

2. Werden rechte und linke Drehstäbe vertauscht, können sie brechen. Sagt man.

Bei abgeschraubtem Querlenkerträger stehen die Drehstäbe etwa 50-60 Grad nach unten. Dann spannungsfrei. Hinten ja. Den Winkel wirst Du experimentell ermitteln müssen.

3. Kann nicht wandern weil unter Spannung. Der Rost sichert auch prächtig.


r4thomas


Profischrauber
919 Beiträge

RE: Drehstäbe einbauen, wie?, 27.05.2013 23:14


Hallo Gullewatsch,
die hinteren Drehstäbe hatte ich noch nie auseinander. Da kann ich nichts zu sagen.

Die WHB sind mit ihren Bildern für 80er Baujahre veraltet. Beim Ingo Heitel in der Sammlungen der Nachlieferungen gibt es eine lapidare Seite, dass Excenter usw wegen Qualtätssteigerungen und Toleranzeingrenzungen nicht mehr erforderlich waren.
Die vorderen verhalten sich so: Wenn Du eine Limousine hast, stecken die Drehstäbe bei ganz herunter hängenden Querlenkern (das heißt schräg nach unten hängend) OHNE Vorspannung in ihren Verzahnungen. Beim F6 um einen Zahn verdreht MIT Vorspannung. Wenn Du das tatsächlich alles in losen Teilen hast: 1. Drehstab mit hinterer Schraubplatte und Gummidichtung (für den Abdecktopf unter dem Wagenboden) versehen; 2. von hinten auf die Halbachse (=Querlenker) aufstecken, so, daß die Schraubplatte in etwa auf ihren drei Schraublöchern in der Quertraverse unter den Sitzen auskommen kann. Dazu stehen die Halterungen der Halbachse vorne (mit den vier Chassisschrauben) senkrecht; 3. mit einem Helfer die Schraubplatte in ihr Haltejoch unter der Quertraverse einfädeln und dann vorne die vier Schrauben der Halbachse ins Chassis einfädeln (nicht andersrum). Jetzt hängt die Achse am Chassis, der Drehstab steckt in seiner Schraubplatte und die Schraubplatte ist in der Quertraverse verschwunden. Die Schraubplatte wird mit einem speziellen 32er Großschlüssel (sehr schwere Rohrzange geht auch) und einer 80cm-Verlängerung ein paar Grad vorgespannt, bis die 3 Schrauben (vom hinteren Fußraum aus) in die Schraubplatte greifen. Vorspannung heißt: Von hinten gesehen drückst Du den linken Drehstab gegen den Uhrzeigersinn, den rechten mit dem Uhrzeigersinn. Wenn Du einen Zahn zu scharf aufgesteckt hast, kriegst Du die Schraubplatte nur mit enormen Kraftaufwand am 80cm-Hebel in ihre Stellung gedreht, damit Du sie festschrauben kannst. Sollte Dir das widerfahren, kannst Du jetzt alles wieder auseinandernehmen (vorher aber mal markieren) einen Zahn nachlassen und alles noch mal von vorn.

Willst Du Dein Auto höher stellen, spannst Du einen Zahn vor. Das sieht ziemlich bescheuert aus und fährt sich wie Schubkarre. Willst Du ihn tieferlegen, nimmst Du zwei Zähne zurück, sieht noch dämlicher aus und fährt sich wie Schubkarre ohne Luft. Laß Dich nicht verwirren vom ersten Eindruck, wenn das Auto auf seinen Achsen steht: Erst der Motor drückt den Vorderwagen richtig runter.

Falls Dein Sandstrahler die Drehstäbe nicht gestrahlt hat, kannst Du davon ausgehen, dass Du eindeutige Rostspuren an der Verzahnung und an den Schraubplatten hast. Mittels denen kannst Du sehen, wo die Stäbe mal gesteckt haben. Wenn alles sauber gestrahlt ist, hilft nur ausprobieren.

Berichte mal, wie es Dir ergangen ist.


ch.richa


R4-Novize

RE: Drehstäbe einbauen, wie?, 28.05.2013 16:39


Ok! Jetzt mal der total Unproffesionellen an der Vorderachse:
Als ich hier von spannungsfreiem Einbau gelesen habe, dachte ich, so schlimm kann das doch gar nich sein.^^

Kann aber doch wenn man sich blöd anstellt! Und noch dazu ganz alleine blöd sein muss weil keine 2ter Mann da ist!
Na ja, auf gebockt so das die Räder schön rumhängen  (und nein, ich hab es nicht genau gelesen ;)
Den Drehstab raus und der war natürlich unter Spannung, da dacht ich ; das darf er doch gar nicht , fehler schon gefunden,
Hurrah! das ging flott!  (Mein Auto hing seit ich ihn habe schief)
Wieder zusammengebaut und siehe da, ich hatte plötzlich nen HotRod oder wie die Dinger heissen........
Inclusive Reifenfräse in Kurven !

2ter Versuch:
Jetzt hab ich die ganze Mimik, die ging, von der Schwinge abgebaut.
Nur ein Kugelkopp war vernietet der blieb dran und mit ihm die Radaufhängung.
Dann hab ich die Schwinge soweit es ging nach unten gedrückt und dann fixiert.
Drehstab ohne Vorspannung wieder rein und verschraubt.
Danach gab es noch nen Kampf die untere Schwinge gegen den Drehstab wieder nach oben zu drücken,
um die anderen Befestigungen und die Lenkung wieder anzubauen!
UFF! Sieht schon wieder mehr nach Bodenfreiheit aus.

Die andre Seite kommt jetzt dran! Ich werd dann nochmal berichten...
(und lacht euch nich kaputt ich brauch euch noch wie es aussieht)
 Viele Fettverschmierte Grüsse  chris


ch.richa


R4-Novize

RE: Drehstäbe einbauen, wie?, 29.05.2013 17:09


Alles Klasse! Beim der anderen Achse ging es dann Ratz fatz (2h)
Dann war nen neue Antriebswelle und der Drehstab verbaut.
Auto fährt besser den je, aber ne Spureinstellung wird wohl noch nötig sein!

Bin wieder sauber und bestens gelaunt nach dem Schrecken mit dem Tiefstgelegten Auto...
Grüsse an alle  .............. chris


elch101



Profischrauber
1677 Beiträge

RE: Drehstäbe einbauen, wie?, 03.06.2013 14:11


Spureinstellen vorne kann man selber. Die Felgen sollen belastet vorne 2-3 mm weiter auseinander stehen als hinten. Renault gibt für die meisten Modelle 2-6 mm an, aber 6 ist schon etwas heftig. Mit dem halben Wert fährt sich‘s schön neutral.

Wenn aber die Fahrwerkshöhe verändert wird muß auch der Sturz geändert werden für vernünftige Fahrt. Sonst auch extremer Reifenverschleiß. Zu diesem Zweck wird der Träger der Querlenker oben zum Rahmen hin mit einer Distanzplatte unterfüttert. Schon bei einer moderaten Tieferlegung von 45 mm müssen ca. 6 mm unterfüttert werden, damit das Rad wieder halbwegs vernünftig steht. Das Rad soll oben um etwa 0,5 Grad nach außen stehen. Umgekehrt, also im Sport-look, wird der R4 unruhig weil er Spurrillen und Fahrbahnunebenheiten folgt, und frisst Reifen.


ch.richa


R4-Novize

RE: Drehstäbe einbauen, wie?, 05.06.2013 22:03


Dank dir! Das hast du schön einfach erklärt :)
Da kann ich ja zumindest kontrollieren .
Höher oderTiefergelegt habe ich nichts (is doch Quatsch)
der Vorbesitzer hat scheinbar nach nem Unfall nicht richtig repariert,
und das versuch ich jetzt wieder gradezubiegen.

Die Reifen nutzen sich bisher einseitig (getriebe)  ab!
Hab jetzt neue drauf und muss mal schaun!

Übrigens! Hab im normalen Autobedarf meine 4 Balgen für die Wellen gekauft= 37€
die mussten aber schon was suchen ^^


elch101



Profischrauber
1677 Beiträge

RE: Drehstäbe einbauen, wie?, 08.06.2013 10:30


Das ergibt sich oft einfach durch‘s Alter, daß der R4 vorne etwas tiefer hängt, als ab Werk, und die Reifen sich innen stark abfahren.