Welches Öl ins Getriebe?


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Gullewatsch


R4-Fahrer
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Welches Öl ins Getriebe?, 09.10.2013 18:58


Hallo

langsam nimmt das R4 Projekt wieder Formen an. Nun stehe ich vor der Frage welches Öl soll ich ins Getriebe (Typ 354) füllen. Im Werkstatthandbuch wird GL 4 oder GL 5 für alle Getriebe verwendet. Nun ist das GL 4 für Schaltgetriebe geeignet, das GL 5 für Hypoidgetriebe. Das Getriebe hat ja beides. Ich habe aber schon schlechte Erfahrungen mit Hypoidöl in Schaltgetrieben gemacht. Tut man nun dem Achstrieb was gutes und füllt GL 5 rein, oder nimmt man besser rücksicht auf das Schaltgetriebe und nimmt GL 4? Auf WHBs kann man sich auch nicht immer verlassen... demnach soll z.B. auch SAE 80 Getriebeöl in ein NSU Quickly passen, besser für die Ölbadkupplung ist aber SAE 30 Motorenöl.

Was sagen denn Eure Erfahrungen?


elch101



Profischrauber
1677 Beiträge

RE: Welches Öl ins Getriebe?, 10.10.2013 00:15


GL5 ist richtig. 80W-90 oder 75W-90 synthetisch. Zweiteres im Winter kalt geringfügig besser zu schalten. Moppeds mit Ölbadkupplung sind ein Fall für sich. Schlechte Erfahrungen kenne ich eigentlich nur vom Versuch etwas zu dünnflüsssiges einzufüllen. Meine Theorie dazu ist, daß dann wohl die Synchronisierung nicht mehr richtig funktioniert.


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Welches Öl ins Getriebe?, 10.10.2013 10:54


Ich mußte seinerzeit nie Getriebeöl wechseln oder nachfüllen - länger als 3 Jahre haben die R4 (waren damals noch Wegwerfautos) nie gehalten...

Kann mir aber schwer vorstellen, daß ein hypoidgeeignetes Öl in einem normalen Getriebe nicht gut funktionieren sollte. Die Haupteigenschaft von hypoidgeeignetem Öl ist ja, daß es mit den hohen Flankendrücken, die bei Hypoidverzahnungen auftreten, klarkommt. Und was für hohen Flankendruck geeignet ist, sollte bei normalen Verzahnungen problemlos funktionieren. 

Getriebeöl ist aber auch nicht so kritisch, m.W. gab es auch in den 80ern schon keine Wechselvorschrift mehr, es sollte nur alle -zigtausend km der Stand kontrolliert und ggf. nachgefüllt werden (solange man kein Öl aus dem Getriebe kleckern sieht). Im tiefen Winter schalten sich alle Schaltgetriebe auf den ersten Metern etwas zäh, das ist aber kein Grund, dann dünneres Öl einzufüllen. 

 

 

 


Gullewatsch


R4-Fahrer
60 Beiträge

RE: Welches Öl ins Getriebe?, 10.10.2013 19:39


Hallo

Ich möchte jetzt keinen blockieren, der vielleicht noch was dazu schreiben möchte.

Ebenso wie der Winfried war ich auch der Ansicht, dass Hypoidöle nur zu teuer für Schaltgetriebe wären, die diese Härtesalze nicht benötigen, welche das Hypoidöl enthält. Bis ich dann in einen Transit nach dem Kupplungswechsel ca. 1 Liter Hypoidöl nachfüllte, weil gerade kein normales Getriebeöl da war. Es stellten sich Geräusche ein, die man treffender mit Schreien, als mit Mahlen beschreibt. Nach 2000 km auf normales Getriebeöl zurück gekommen blieb ein leises Mahlen. Angeblich vertägt sich das Hypoidöl nicht mit Buntmetallen. Nun kenne ich das Transitgetriebe nicht von innen. Das vom R4 ist wälzgelagert und nur die Synchronringe aus Messing oder auch nur gelbverzinkt ?

Tatsächlich verzichten viele Hersteller auf Wechsel von Getriebe- oder Achsöl... 150.000 wirds schon halten... Wenn man aber, auf der Suche nach einem halben Wellring, das Getriebe verlegt hatte, bietet es sich an auch den Schlamm raus zu wischen und neues Öl einzufüllen. Übrigens genug Schlamm, um auch für den R4 einen reglmäßigen Getriebeölwechsel bei 30.000 zu empfehlen.


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Welches Öl ins Getriebe?, 10.10.2013 20:34


Dazu kann ich nur sagen, daß ich seinerzeit in einem Fachbuch für (allgemeine) Getriebetechnik mal was gefunden habe: in ein Krangetriebe wurde ein anderes Öl als bisher gekippt. Nach wenigen Betriebsstunden war es hinüber, das neue Öl hatte eine Schutzschicht, die das alte aufgebaut hatte, komplett zerstört und dann auch die Zahnräder. 

Möglicherweise hat sich seinerzeit das Hypoidöl nicht mit dem alten Öl vertragen. In allen moderneren Autos dürften die Getriebe wälzgelagert sein. Es ist aber bekannt, daß sich einige moderne Öle nicht mit alten Werkstoffen für GLEITlager vertragen, einige Hersteller bieten spezielle Oldtimeröle an (moderne Öle sind z.B. Gift für ölfilterlose Motoren).