Solange die Kupplung nicht rutscht würde ich nicht sicher behaupten, daß die überhaupt fällig ist. Tickern im Fahrbetrieb ??? Wie Winfried schreibt: Erst mal richtig einstellen. Ggf. ein neues Kupplungsseil gönnen. Schaltgestänge an den Buchsen schmieren (nein - die Gummis gehen nicht vom Fett kaputt, sondern vom gewalttätigen reißen, wenns trocken und rostig ist)). Kupplung: Auf der sicheren Seite bist Du mit Sachs oder Valeo. Andere Kupplungen sind wesentlich billiger und können genauso gut funktionieren...oder auch nicht. Valeo 003387 bekommst Du um 90,-. Bei Valeo ist ein Zentrierdorn mit dabei. Verbundarbeiten: Du kannst vor der Aktion den Unterfahrschutz abnehmen, Motor und Getriebe gut sauber wischen und Dir einen Eindruck verschaffen, wie stark die Aggregate sabbern. Wenn kleine Bächlein aus den Differentialmuttern laufen (da wo die ATWs reingehen), mußt Du zu jemand gehen, der über Spezialwerkzeug zum Öffnen der Muttern verfügt und weiß was er tut. In jedem Fall sollte der Simmerring der Kupplungswelle im Getriebe erneuert werden. Ansonsten kann man sich alle vorderen Fahrwerksgelenke und die Lenkmanschetten vorher genau betrachten und ggf. mit auswechseln. Ist wenig Mehraufwand. Der Motor muß nur mir raus, wenn er komplett abgedichtet werden soll. Kurbel- und Nockenwellensimmerringe hat er keine - da besteht also schon mal kein Handlungsbedarf. Wenn Du Deine Steuerkette in Ruhe läßt, läßt sie Dich auch in Ruhe. Ist ja kein neuer BMW oder VW, wo die Dinger ab 80.000 reißen. Tipps: Ich bin jetzt nicht sicher, ob beim 850er das Lenkgetriebe auch abgeschraubt werden muß, um Platz für den Ausbau zu haben - hab‘ ewig lang keine kleinen mehr gemacht. Falls ja: Zwischen Lenkgetriebe und Rahmen sitzen Distanzbleche die genau so wieder eingebaut werden müssen. Rechts/Links nicht verwechseln und auch nicht verkehrt rum einbauen. Der Einbau ist pfuschelig - sehr darauf achten, daß die Dinger sauber in den Aussparungen des Lenkgetriebes liegen und nicht verkantet angezogen werden. Ausbau der ATW: Spurstangenköpfe und Führungsgelenke der oberen Querlenker müssen ab. Alternativ den ganzen oberen Querlenker vom Rahmen abschrauben. Die Bremsschläuche können dran bleiben. Falls es etwas eng zugeht: Die Motorlager lösen (Verschraubung der Gummis in den Halteplatten - nicht die Halteplatten selber). Ein Helfer drückt mit einem Hebel den Motor 1-2 cm zur Seite. Dann reicht der Platz gut um die ATW nach innen zu schieben ohne die Bremsschläuche zu malträtieren. Kosten: Renault will für die Kupplung, falls überhaupt noch lieferbar, etwa 280,- Euro. Mit Einbau, Wechsel des Getriebesimmerrings und der ein oder anderen Kleinigkeit bist Du da schnell bei 700 - 800,- Euro. Eine kleine freie Werkstatt macht es vieleicht bei angelieferten Teilen für 300,-. Dabei kann es - sowohl bei Renault, wie bei sonstigen Werkstätten, die den R4 nicht so kennen, zu ganz wunderlichen Dingen beim Zusammenbau kommen. Ergo: Such Dir einen vertrauenswürdigen Spezialisten, und wenn Du 200 km fahren mußt (Berlin ist immer einen Ausflug wert), oder mach es doch selbst. Du brauchst einen guten vollständigen Nußkasten, einen Spurstangenabzieher und stabile Unterstellböcke. An einem langen Samstag schaffst Du das auch als Ersttäter. Da fällt mir noch was ein: Überprüfe die Schaltstange im Schaltdeckel: Beim locker hin und her bewegen im Leerlauf (direkt an der Stange, wenn das übrige Schaltgestänge abgeschraubt ist) muß ein gewisser Widerstand fühlbar sein. Die Schaltstange hat im Deckel eine Kugel, die mit einer starken Wellscheibe nach oben gedrückt wird und dadurch einigermaßen abdichtet. Diese Wellscheibe bricht gern. Dann ist kein Widerstand fühlbar. Wenn die Wellscheibe ganz rausgefallen ist, läßt sich Dein Schalthebel etwa 2mm rauf und runter bewegen - dann besteht Gefahr für Dein Getriebe. |