Rostschutz


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cbi-ac



Edelschrauber
425 Beiträge

Rostschutz, 16.02.2015 01:09


Die Rostschutzfrage ist offensichtlich eine der Schwierigsten und die mit den mannigfaltigsten Antworten.

Interessant ist, dass wir vor ca. 27 Jahren, als ich  noch als Student an Autos schraubte und schweißte, die gleichen Fragen zum "dauerhaften" Rostschutz gestellt haben wie heute auch. Damals war das Mittel der Wahl Teroson. Das gab‘s im Eimer zum Streichen oder als Spray..
Gibt‘s das auch heute noch …
Jedenfalls dachte ich nun fast 30 Jahre später, das es dazu jetzt eine allgemein gültige Antwort gäbe.
Aber nein, die Meinungen gehen weit auseinander, nur die Produktvielfalt ist noch viel größer als damals.
Das zeigt doch eigentlich nur, dass das Thema Rost dauerhaft nicht in den Griff zu bekommen ist. Es gibt einfach kein "Allheilmittel".  Dafür aber viele Mittel, die viel versprechen … und sich teilweise eine Preisschlacht auf hohem Niveau liefern. Denn eins haben fast alle gemeinsam: ziemlich hohe Preise.

Empfohlen werden Produkte wie Owatrol Öl, Brunox Epoxy. Es sind angeblich Produkte, die sich mit dem Rost verbinden und / oder die Luft abschließen, so dass ein Weiterrosten massiv verlangsamt wird (aufhalten kann man ihn sowieso nicht). In den Produkthinweisen (nachzulesen beim Korrosionsschutzdepot) steht, dass man beide Produkte nicht auf glattem, blanken Blech, sondern auf einem eher rostigen Untergrund bzw. auf Porenrost auftragen soll. Zum einen, weil diese Produkte nur dann ihre positiven Eigenschaften zum Rostschutz entwickeln können, und zum andern schlecht abtrocknen (bis zu mehreren Wochen) bzw. gar keine Verbindung eingehen. Es wird ausdrücklich empfohlen, den Rost nicht komplett aufs blanke Blech zu entfernen.
Das ist in meinen Augen widersinnig, denn je mehr Rost man entfernt, desto größer ist der Rostschutzeffekt, oder umgekehrt, wie kann man von Rostschutz reden, wenn man den Rost beläßt.
Das hochgelobte Owatrol hat wie bei

http://www.autobild.de/artikel/rostschutzmittel-im-test-35817.html

oder

 http://www.blech-company.de/wp-content/uploads/2014/03/oldtimer_markt_rostschutz-test_teil_2_2010.pdf

nachzulesen, miserabel abgeschnitten.

Da wird Zinkspray empfohlen. Das haben wir schon 1984, als ich noch als Schlosser arbeitete, benutzt. Und damals schon hat es nicht viel gebracht. Jedenfalls nicht mehr als eine herkömmliche Grundierung. Da kann soviel Zink drin sein wie will, wenn das Blech / der Stahl nicht galvanisch oder feuerverzinkt ist, das Spray wirkt nur wie eine normale "Beschichtung". Außerdem bietet Zinkspray keine gute Haftung für nachfolgende Beschichtungen.

Ich stelle also fest, dass es bis heute zu keine dauerhaft gültige Antwort gibt, was den Rostschutz angeht. Also stehe ich erneut vor der Frage,wie schütze ich meine Arbeit vor weiterem Rostfraß.

Sicher steht für mich nur eins fest: der meiste Rost kommt von innen aus den Hohlräumen oder Falzen. Und… der beste Schutz gegen Hohlraumrost ist die Hohlraumversiegelung. Da steht für mich an erster Stelle Mike Sanders Fett. Da verlasse ich mich ganz auf diverse Praxistests (siehe weiter oben). Allein das Versiegeln selbst entscheidet über die Qualität des Rostschutzes, denn man muß gewissenhaft bis in den letzen Winkel vordringen und vor allem auch alle Hohlräume erwischen.  Wer behauptet, dass nachher mit einer Hohlraumkamera kontrollieren zu können, hat wahrscheinlich noch nie seine Kameralinse in Fett gewälzt und dann versucht, auf dem Monitor noch irgendetwas zu erkennen.

Somit wäre die Hohlraumversiegelung für mich also klar.

Was aber für die Karosserie nehmen ?

Der ursprüngliche Plan war, die Karosserie sandstrahlen zu lassen und noch am selben Tag zum Lackierbetrieb zum Grundieren zu bringen, um einen ersten Schutz zu erzielen und ggf. in Ruhe die ein oder andere Reparaturschweißung vorzunehmen. Das sollte aber eine dünne temporäre Grundierung sein, damit man Roststellen und Schweißpunkte noch gut erkennt. Dann kann man allerdings keinen Rostwandler wie Brunox mehr verwenden, da es metallisch blanken Untergrund benötigt.
 
Momentan tendiere ich dazu, nach dem Sandstrahlen erst selbst großflächig  mit BRUNOX EPOXY  zu grundieren (Pinsel), dann abschnittsweise zu reparieren, die Reparaturstelle wieder mit Brunox Epoxy zu beschichten und im Nachgang einen letzten Brunox Beschichtungsgang vorzunehmen.

Und danach ?
OH Chassislack ?
Was nehmen für die Achsteile ? Die werde ich mit der Zopfbürste (Flex) abschleifen.

Wie geht Ihr vor ? Was könnt Ihr empfehlen ? Kann man Brunox als Grundierung nehmen oder geht das nicht auf blankem, rostfreiem Blech, wie vom Korossionsschutzdepot beschrieben ? Brunox selbst schreiben in ihrer Produktanleitung /Flyer nichts von Problemen auf blankem, rostfreien Blech, schreiben aber deutlich, dass man ihn auf den Porenrost auftragen soll.
Wer hat Erfahrung mit Brantho Korux  ?

Hier noch zwei Tests zur Info:

http://forum.corsa-a.de/viewtopic.php?f=5&t=22689&sid=3fbcebea54b3eb02138dabc4931c7f2c

http://www.rostschutz-forum.de/board2-korrosionsschutz/board13-allgemein/943-der-forumseigene-rostschutzfarbentest/

Bin mächtig gespannt auf Eure Tipps

Ralf


hereR4



Edelschrauber
329 Beiträge

RE: Rostschutz, 16.02.2015 08:27


Hallo zusammen,

Das das mit dem Brunox Epoxy nirgendwo steht stimmt so nicht , denn so steht es in der Beschreibung :

Vermeiden Sie es B.....® E.... größerflächig auf blankes, also nicht saugfähiges, bzw. nicht rostiges Metall aufzutragen. Tun Sie dies vor allem nicht in mehreren Schichten. BR....® Ep... neigt dann zu einer starken Hautbildung unter der die tieferen Schichten nicht richtig oder nur extrem langsam austrocknen können - diese Haut kann sich bei der weiteren Behandlung mit Grundierung, Lack etc. zusammenziehen und Falten werfen.

Ich habe es noch nie auf blankes Metall "aufgestrichen", von den Sprühdosen halte ich garnichts. Ich verwende das Material zusätzlich zum Pinsel oder der Lackrolle, auch mit Einwegspritzen aus der Apotheke, wo ich mir noch dicke Nadeln dazuhole. Damit lässt sich das Brunox prima in Hohlräume und Falzen einbringen. Es kriecht durch seine hohe Oberflächenspannung wunderbar überall hin. Ausserdem mag ich den Lila/Schwarz Farbton wenn es reagiert hat.

Habe auch schon vieles probiert, aber das Brunox ist für mich das beste Material auf dem Markt.

Wenn du aber meinst durch Rostvorsorge an deinem 4er für immer Ruhe zu haben, da muss ich dich enttäuschen, die braune Pest lässt sich immer mal wieder blicken.

Gruß Thilo


cbi-ac



Edelschrauber
425 Beiträge

RE: Rostschutz, 16.02.2015 09:40


Hallo Thilo !

Danke für die Rückmeldung !

Du zitierst meines Wissens nach den Text vom Korossionsschutzdepot. Ich meinte, dass bei Brunox nichts davon zu lesen ist, wovor das Korossionsschutzdepot warnt...

Wenn Du Brunox nur in Falzen und Hohlräumen verwendest, was nimmst DU dann für blankes Blech bspw. an Karosserie und Achsen ?

Viele Grüße

Ralf


hereR4



Edelschrauber
329 Beiträge

RE: Rostschutz, 16.02.2015 12:03


Ich habe noch nie eine Komplettrestauration gemacht. Da fehlt mir die erfahrung,da können andere hier im Forum sicher mehr zu sagen.

Gruß Thilo


sprowi



Profischrauber
2605 Beiträge

RE: Rostschutz, 16.02.2015 19:41


@ Ralf: Ich stelle also fest, dass es bis heute zu keine dauerhaft gültige Antwort gibt, was den Rostschutz angeht. Also stehe ich erneut vor der Frage, wie schütze ich meine Arbeit vor weiterem Rostfraß.

Lieber Ralf, Du wirst auch diesmal keine Endgültige Antwort bekommen, da sicherlich wieder viele Meinungen reinkommen werden.

Aber egal, was und wie Du es machst, es ist sicherlich ALLES 100% besser, als ab Werk. Und vor allem dauerhafter. 

Grüße Alois
cbi-ac



Edelschrauber
425 Beiträge

RE: Rostschutz, 16.02.2015 20:26


Hallo Alois !

Wie machst Du es denn ? Habe irgendwo hier im Forum Bilder von einer Deiner überholten Hinterachsen (komplett) gesehen, die waren m.E. nicht schwarz glänzendlackiert, sondern eher "hammerschlagmäßig", wenn das aud en Bildern richtig zu sehen war. Was hast Du da genommen ? Fand ich, sah ganz gut aus ?

Wie bearbeitest Du den Rahmen ? Schleifen oder sandstrahlen ? Dann welcher Rostschutz / Farbaufbau ?

Grüße

Ralf


R4-Hans



Profischrauber
957 Beiträge

RE: Rostschutz, 16.02.2015 20:30


Das sehe ich ähnlich lieber Ralf,

die Sache ist einfach: je gründlicher die Rostvorsorge, insbesondere in den Hohlräumen, desto länger wirst Du Freude an deiner Quatrelle haben...

Ich selbst bin was Rostschutz angeht geradezu zwanghaft und nehme das Thema sehr ernst, weswegen böse Zungen behaupten, dass ich der Monk des Rostschutzes sei - aber lasse Dir gesagt sein, beim Rostschutz kann man gar nicht übertreiben...! Habe dazu auch einiges gepostet. (Unter anderem das damals streng geheime Schutzwachs der deutschen U-Bootbauer -  die wahrscheinlich ultimative Alternative zu  Mike S*nders wenn es um salzresistenten Hohlraumschutz geht.)

Fazit: Es gibt viele Wege die zum Ziel führen, Owatrol, Brunox, Brantho Korrux, Zink, Zinkphosphat, Bleimennige,Hammerite, Fließwachs, Mike S. Produkte , Seilbahnfett, das U-Bootwachs etc... - meistens ist eine aufbauende Kombination mehrerer Komponenten sinnvoll. Jede Methode hat ein für und wider, es gibt nur zwei absolute no gos - gar nicht rostschützen und Bitumenunterbodenpampe...!

Alles Liebe,

Hans




Geändert von R4-Hans am 16.Feb.2015 20:31
sprowi



Profischrauber
2605 Beiträge

RE: Rostschutz, 16.02.2015 22:19


Hi Ralf, meine Variante ohne Gewähr.

Fahrwerksteile:

  1. Gestrahlt
  2. Zinkspray, durch die grobe Oberfläche haftet der Zinkspray besonders gut.
  3. Einige schichten Rostschutzgrund
  4. 3 schichten schwarzen Bootslack seidenmatt



Chassis:

  1. Handschleifung
  2. Hammerite Rostumwandler (beim aktuellen werde ich Brunox verwenden).
  3. Viele schichten Rostschutzfarbe
  4. Und abermals viele schichten mit Bootslack sw/seidenmatt
  5. Mike Sanders Fett



Grüße Alois
cbi-ac



Edelschrauber
425 Beiträge

RE: Rostschutz, 16.02.2015 23:35


Hallo Alois !

Danke ! Sehr interessant ! Sieht wirklich gut aus.

Ich hatte das mit dem Brunox auch überlegt, aber aus oben beschriebenen Gründen wieder verworfen.

Ich habe heute meine Bremsankerplatte nach dem Sandstrahlen und der Beschichtung mit Zink Perfect (Würth) und Rostschutzgrund (rotbraun, ebenfalls Würth) wieder gesandstrahlt, da die Grundierung aufgebrochen ist (Unverträglichkeit).

Habe sie jetzt mit Brantho Korrux 3 in 1 lichtgrau gestrichen. Fühlt sich ganz gut an. Werde sie  noch 2 mal damit beschichten (einmal lichtgrau und einmal graphitschwarz als Endlack).

Die zweite Ankerplatte werde ich noch mal mit Zinkspray vorbehandeln und danach mit Brantho Korrux 3 in 1 (2x) behandeln. Mal sehen, ob das geht. Wird im Korossionsschutzdepot so als machbar angegeben.

Für den Rahmen bin ich nach wie vor unschlüssig... mal sehen..

Ersetzt Du Deine Schrauben durch Edelstahlschrauben, sehe ich das richtig ? Das habe ich auch vor.

Kursiert hier im Forum vielleicht zufällig eine Schraubenliste ? Wäre daran interessiert.

Ralf


R4-Hans



Profischrauber
957 Beiträge

RE: Rostschutz, 17.02.2015 21:08


Brunox hält auf blankem Metall durchhaus lieber Ralf,

allerdings nur wenn das auch schön rauh und absolut fettfrei ist. Auf ganz glattem Metall neigt es zum Abrinnen, was unterschiedliche Schichtstärken zur Folge hat. Wie alle Epoxygründe muß es aber überlackiert werden. Allerdings erst wenn es gut durchgetrocknet ist. Dazu muss die glatte Oberfläche wieder gut angeschliffen werden, da sonst kein Lack dauerhaft hält.

Nach dem brunoxieren geht man am besten mit Zinkphosphatrostschutz drüber auf den dann der weitere Lackaufbau aufgebracht werden kann. Im Rahmenbereich z. B. Steinschlagschutz und darüber mind. zwei Schichten mattschwarzen Bootslack, den man für die letzte Schicht mit einem Schuß Owatrol in einen dauerelastischen Chassislack verwandeln kann...

Brunox ist - entgegen anders lautender Meldungen - verdünnt auch gut spritzbar, z. B. in Hohlräume, aber: Da es glasglatt aushärtet und dort nicht mehr aufgepuffert werden kann haftet dann später nichts mehr, auch kein Liqui fluid oder Mike... Das macht also nur Sinn, wenn man die Hohlräume durch Abnahme der Bodenplatte ohnehin offen hat. Dann kann man, so wie ich es gemacht habe, auch dort brunoxieren, anschleifen und mit Zinkphosphatgrund überstreichen. Lage der Hohlräume auf der Bodenplatte anzeichnen und genauso behandeln, die Bereiche wo die Schweißpunkte hinkommen aussparen. Bodenplatte drauf (geschweißte Stellen immer mit Schweißzinkspray zinken) und über die Sondenlöcher mit 360°-Sonde verdünnte Zinkphosphatrostschutzfarbe einblasen. Trocknen lassen und später dann Hohlraumflutung mit Liqui fluid. Dem gibt man ein paar Monate Zeit um gut zu kriechen und zu trocknen, dabei wird der Rahmen alle zwei Wochen um 90° weiter gedreht, damit das Fluid überall hinkommt. Dann erst kommt der heiße Mike S* oder das U-Bootwachs. Würde man das nämlich gleich auf das Fluid aufbringen, könnte das Wachs auf dem noch flüssigen Fluid der Schwerkraft nicht widerstehen -  und das Schutzwachs liefe von den vertikalen Blechen sofort wieder ab.

Alles Liebe und viel Erfolg beim Rostschützen wünscht

Hans


cbi-ac



Edelschrauber
425 Beiträge

RE: Rostschutz, 17.02.2015 22:39


Lieber Hans !

Das nenn‘ ich ja mal ‘ne ausführliche Antwort. Vielen Dank !

Ich merke schon, das Brunox ist Dein "Lieblingsmittel". 

Ich kann mich momentan für das Brunox noch nicht richtig erwärmen. Werde mir aber trotzdem mal eine Dose bestellen. Ich tu‘ mich immer schwer damit, wenn es zuviele wenn‘s und aber oder aufpassen gibt. 

... und das mit dem Fluid A dauert aber lange ....

Welchen Bootslack nimmst Du und wo beziehst Du ihn ? Könnte man den auch mit einer Airbrushpistole spritzen (für Klenteile bspw) ?

Liebe Grüße aus Aachen

Ralf


Lorraine57


R4-Novize

RE: Rostschutz, 18.02.2015 01:02


 https://www.purux.de/chemikalien/phosphorsaeure/rostumwandler-5-kg-rostschutz-rostloeser/a-1234779/

Gruss

Siggi


WinfriedB


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1319 Beiträge

RE: Rostschutz, 18.02.2015 07:33


Wenn man 5 Leute zum Thema Rostschutz fragt, dann bekommt man mindestens 6 verschiedene Antworten. 

Ein paar grundsätzliche Dinge:

1. Der galvanische Rostschutz mit Zink funktioniert nur dann, wenn das Zink in direktem Kontakt mit dem Eisen ist. Ist noch Bindemittel oder sonstiges dazwischen, dann funktioniert es zumindest nicht mehr so wie eine galvanische oder Feuerverzinkung.

2. Alle Rostumwandler sind an die Gesetze der Stöchiometrie gebunden. D.h., die Menge der rostumwandelnden Substanz muß in einem festen Verhältnis zur Menge des Rostes stehen. Ist es zuwenig, wird der Rost nicht komplett umgewandelt. Ist es zuviel, dann bleibt Rostumwandler übrig. Und ob man die Phosporsäure wirklich vollständig wieder runterkriegt, wage ich zu bezweifeln. 

Ich habe an meinem markenfremden Oldtimer weniger Rostprobleme. Einige oberflächlich angerostete Fahrwerksteile habe ich vor 2 Jahren mit der Drahtbürste gebürstet, 2x mit Büchner Rost-Stopp gestrichen (ist natürlich auch spritzbar) und mit schwarzem Kunstharzlack (die Dose hab ich seit über 30 Jahren) übergestrichen. Bis jetzt gabs noch keinen neuen Rost. Das Büchner-Zeugs wird des öfteren von den Traktor-Restaurateuren empfohlen und ist auch hauptsächlich im Landmaschinenbedarf zu finden. 

Wer sich vollends verwirren lassen will, der lese im 



 HomePage   Rostschutz-Forum
R4-Hans



Profischrauber
957 Beiträge

RE: Rostschutz, 18.02.2015 08:32


Bootslack ist ein KH-Lack lieber Ralf,

und den kannst Du natürlich auch spritzen. Mit jeder Pistole - sofern die Spritzviskosität richtig eingestellt ist (aber da ist KH Lack sogar wesentlich flexibler als andere Lacke,,,)

Zinkspray kommt an galvanisch zinken oder Feuerverzinken definitiv nicht heran, das stimmt schon. Gar so schlecht ist es aber auch nicht und besser als nichts ist es allemal. Tipp für alte Füchse: Bleimennige! Das haben wir früher (Nein. liebe Umweltpolizei, das tun wir bestimmt nicht wieder, sicher nicht, wir sind in Zukunft auch ganz brav...*GRINNS*) für diesen Zweck verwendet - das ist saugut - aber eben leider auch saugiftig... Blei, genauer gesagt Minium, ist übrigens einer der Bestandteile des legendären salzwasserresistenten Schutzwachses, mit dem im deutschen U-Bootbau z. B. die Ballasttanks behandelt wurden...

Brunox war nicht von Anfang an nicht mein Liebligsmittel, ganz im Gegenteil - ich war als alter Fuchs, der die altbewährten Methoden kennt und daher bevorzugt - zu Beginn eher skeptisch und wurde erst langsam davon ‘begeistert‘.  Es hat natürlich wie alle Mittel sein für und wieder.

Phosphatieren bzw. Rostentfernung mit Phosphorsäure (10%ige) ist durchaus möglich, man muß aber die Reaktion wieder stoppen, dh. ein neutralisieren der Säure bzw. das folgende Auswaschen des Werkstückes ist Pflicht. Und das ist bei größeren und komplexen Teilen eben oft gar nicht so einfach.

Alles Liebe,

Hans


sprowi



Profischrauber
2605 Beiträge

RE: Rostschutz, 18.02.2015 08:42


 @ WinfridB: Wenn man 5 Leute zum Thema Rostschutz fragt, dann bekommt man mindestens 6 verschiedene Antworten.


Was ich schon beim ersten Eintrag gesagt habe….

………. Du wirst auch diesmal keine Endgültige Antwort bekommen, da sicherlich wieder viele Meinungen reinkommen werden.

Jeder Krämer lobt seine Ware

Grüße Alois




Geändert von sprowi am 18.Feb.2015 8:46
WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Rostschutz, 18.02.2015 09:01


Bleimennige: Die ist auch noch zu bekommen. Das Problem ist weniger die Gefährlichkeit bei der Verarbeitung (man kann sich vor der Brühe schützen). Problematisch wird es, wenn mit Bleimennige beschichtete Teile weiter bearbeitet werden, da z.B. beim Schleifen die saubere (und vorgeschriebene) Entsorgung des Schleifstaubs kaum möglich ist. Einatmen sollte man den Staub eh nicht (dafür gibts Atemmasken), aber eben auch nicht die Umwelt damit belasten. 

Großer Vorteil von Bleimennige ist, daß sich eine nicht korrodierende Blei-Eisen-Verbindung an der Oberfläche bildet. 


jumper 64


R4-Novize
14 Beiträge

RE: Rostschutz, 19.02.2015 18:07


Eure Beiträge sind wirklich sehr interessant. Glaube, es gibt da keinen Königsweg. Dennoch will ich mal aus meiner bescheidenen Erfahrungen schildern. Hatte vor 3 Jahren meinen 64 ziger restauriert. An der A. Säule waren ziemlich symmetrisch im Bereich des oberen Scharnieres deutliche Abrostungen. Habe Diese mit Drahtbürste und Dremel gereinigt und an der Fahreseite mit Fertan behandelt und auf der Beifahrerseite verzinnt. Anschließend beide Seiten mit Brunox grundiert.Jetzt stelltfolgendes Bild dar: Die Fertanseite schlägt wieder Blasen ; die Zinnseite ist immer noch wie aus den Ei gepellt. Ist das Zufall? Hat Zinn ähnliche luftabschließende Eigenschaften wie Zink?Wenn dem so ist, kann man doch bei kleinen Flächen mit Zinn arbeiten, oder? Muß nämlich oberhalb der Lüftungsklappe ein Blech einsetzen und trage mich mit dem Gedanken, dieses anschließend zu verzinnen. Ist das vollkommen gaga???

L.G. Achim


R4-Hans



Profischrauber
957 Beiträge

RE: Rostschutz, 19.02.2015 18:34


Aufzinnen ist schon OK,

das haben alte Füchse früher anstelle von Kitten gemacht, z. B. um wellige Caroflächen wieder hinzubekommen...

Alles Liebe,

Hans


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Rostschutz, 19.02.2015 18:52


Wenn die Zinnschicht ausreichend dick ist, dann hat sie - wie jede andere Metallbeschichtung auch - rostverhindernde Wirkung. An meinem 2rädrigen Oldtimer (Bismarck Modell Weltmeister Lehmann) sind die Schutzbleche alubeschichtet, und bis auf Anrostungen um die Schraubenlöcher sind sie seit 60 Jahren rostfrei.

Günstigerweise überzieht sich Zinn an der Luft mit einer sehr beständigen Oxidschicht (ähnlich wie Blei, aber das wollen wir ja nicht mehr sehen). Solange es nicht mit Säuren in Kontakt kommt, hält es (bis auf oberflächliche Korrosion) ewig. 

Es ist richtig, daß in früheren Zeiten kleine Blechdellen oder Zwischenräume bei der Karosseriefabrikation häufig mit Zinn aufgefüllt wurden. Richtig gemacht, hält das auch wesenltich besser als der heutige Spachtel. Ich hab mal gelesen, daß es mittlerweile Zinnpasten gibt, mit denen das Verzinnen sehr viel einfacher geworden ist (früher gabs nur Stangenzinn). 


R4-Hans



Profischrauber
957 Beiträge

RE: Rostschutz, 19.02.2015 20:20


Und so geht‘s...:

http://www.oldtimer-tv.com/oldtimer/DE/tipps-tricks/index.php?Seite=187

Bessser könnte ich es in der Kürze eigentlich auch nicht erklären. Die Zinnpaste (die haben wir früher aus pulverisiertem Zinn, das in Salzsäure gelöst wurde selbst angerührt) dient übrigens nur zur Aufbereitung des Grundes, die Stangen brauchst Du auch heute trotzdem noch wenn Du aufzinnen willst lieber Winfried. Wir haben das Blech zuvor auch noch mit Lötwasser (Achtung: das ist Zink gelöst in Salzsäure!) vorbrhandelt, Zinnpaste oder oft gleich nur Zinnpulver aufgestreut und das alles dann mit dem Brenner behandelt, das fällt bei der modernen Fertigpaste offenbar alles weg. Aufgrund der Säure würde ich das Zinnen mit der beschriebenen Technik bei Falzen etc. eher nicht empfehlen, - wobei ich aber nicht weiß, ob die moderne Zinnpaste nicht ohnehin auch aus Zinnchlorid beteht - der Effekt wäre der selbe...

Und eins noch: Ganz ohne Blei geht es dafür auch beim Aufzinnen nicht ab, denn das gute 25er Carozinn ist eigentlich eine Zinn/Blei Mischung, besser gesagt umgekehrt: ca. 75% Blei und  25% Zinn...

Carozinnen ist aber halb so schwer, nur Übungssache. Das Gefühl für die richtige Temperatur stellt sich mit der Zeit auch ein.

Alles Liebe und viel Spaß beim Verzinnen,

Hans




Geändert von R4-Hans am 19.Feb.2015 21:03
cbi-ac



Edelschrauber
425 Beiträge

RE: Rostschutz, 19.02.2015 21:37


Allerdings kann man keine Falzen oder überlappende Bleche verzinnen. Das hat genau den gegenteiligen Effekt und ist im Hinblick auf Korrosionsschutz kontraindiziert !

"Die Tücke liegt in der Verarbeitung von Karosseriezinn. Diese haftet nämlich nur mit Hilfe von „Lötwasser" oder Lötpaste wirklich dauerhaft. Bei Lötwasser handelt es sich um Zink in Salzsäure (ZnCl2), Lötpaste besteht aus pulverisiertem Zinn, das in Salzsäure gelöst wurde - beides ist ein wahrhaft aggressives Zeug. Damit wird nun die überlappende Schweißnaht, die oft von der anderen Seite nicht mehr zugänglich ist, gründlich eingestrichen. Sobald man das Blech mit dem Brenner erhitzt, schmilzen die Zinnanteile der Lötpaste und dringen zusammen mit der Säure kapillar in den haarfeinen Spalt der Scheißnaht vor. Von außen ist dabei nicht sichtbar, ob wirklich der gesamte Spalt mit Zinn versiegelt wurde, oder ob die Schweißpunkte nur von den dünnflüssigeren Säureanteilen umgeben sind." (auto-portal.org) So kommt es dann zu einer elektro-chmischen Oxidation.

Zu Rostumwandlern habe ich, wie im Eingangsbeitrag dargelegt, ein zwiespältiges Verhältniss. Damit die handelsüblichen Rostumwandler funktionieren brauchen sie Rost. Lose Partikel sollten entfernt werden und auf den übrigen Rost kommt dann der Umwandler. Um nach erfolgter Umwandlung einer weiteren Reaktion vorzubeugen, muß überschüssiger Umwandler abgewaschen / neutralisiert werden. Denn hier kommt es ansonsten auch zu einer elektro-chemischen Oxidation, und statt Korrosionsschutz wird genau das Gegenteil bewirkt.

Ich weiß, dass es keinen "Königsweg" gibt, dennoch gibt es aufgrund der langjährigen "Versuche" doch Einiges, was zumindest "indiezienhaft" aussagekräftig ist. Ich verweise an dieser Stelle auch noch mal auf den selbstgeführten Test unter

forum.corsa-a.de/viewtopic.php?f=5&t=22689&sid=7a09b8dabf748074400e8884d3b29c6c

Dieser Test ist interessant , wenn auch nicht professionell durchgeführt. Hier zeigt sich aber tendenziell, dass Rostumwandler tatsächlich nicht effektiv arbeiten, sondern eher luftabschließende, dichte Materialien. Hier sticht u.a. Brantho Korrux hervor.

Viele Grüße

Ralf


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Rostschutz, 19.02.2015 21:54


Danke für die Korrekturen. MIt Zinnpaste meinte ich allerdings was anderes, hab vor einiger Zeit mal was flüchtig gelesen über eine Art Mittelding zwischen Zink und Spachtelmasse, das die Nach... äh Vorteile von beiden vereinen soll, mehr oder weniger jedenfalls. 

Karosseriezinn gibts übrigens mittlerweile auch bleifrei. Die Schmelztemperaturen werden (ähnlich wie beim bleifreien Lötdraht) etwas abweichen, dürfte hier aber nix ausmachen. Bitte auch zu bedenken, daß beim Raspeln und Feilen des Zinns einiges an Bleistaub anfällt, den mögen weder der eigene Körper noch der Rest der Umwelt gern. 

Ach ja, ich glaube, es war dieses Zeug:



 HomePage   Zinnspachtel
cbi-ac



Edelschrauber
425 Beiträge

RE: Rostschutz, 24.04.2015 23:42


Erste Erfahrungen....

Habe meine gesandstrahlten Teile (allerdings nicht den Rahmen, der wurde direkt mit "nitrofest" grundiert) zuerst mit Zinkspray (ZinkPerfect von Würth) behandelt und danach mit Brantho Korrux nitrofest grundiert. Wie Alois schon oben schrieb, hält das sehr gut auf der durch das Sandstrahlen vergrößerten Oberfläche. Das Zinkspray schließt die Poren und sorgt für eine erste Glättung. Mit dem Brantho nitrofest gibt es eine 2 Glättung und die Oberfläche sieht perfect aus. Nitrofest kann jederzeit ohne Zwischenschliff wieder aufgetragen werden, das gilt übrigens auch für das Brantho Korrux 3 in 1, mit dem ich bis jetzt die Bremsankerplatten in 3 Lagen beschichtet habe. Damit werde ich nachher auch den Rahmen, also auf dem "nitrofest", beschichten. Allerdings empfiehlt sich, das 3 in 1 tatasächlich zu spritzen, da es wie in den Herstellerangaben steht, beim Striechen "Schlieren" zieht. Da mir die seidenglänzende Oberfläche auf den Bremsankerplatten allerdings nicht gefiel, habe ich sie zum Schluß mit mattschwarzem Decklack (Acryl) überlackiert (ebenfalls ohne Zwischenschliff, da 3 in 1 sich nicht schleifen läßt).  Jetzt können sie sich sehen lassen,... und Probleme mit Verträglichkeiten gab es bisher mit diesen Produkten nicht.

Viele Grüße

Ralf