Hallo Fangemeinde, ein fast tot geglaubter F4 lebt wieder und hat seit ein paar Tagen eine Zulassung. Dazu ein paar Fakten, was so alles passiert ist. Kauf des als LKW zugelassenen Fahrzeugs Anfang 2013 in vollem Wissen, dass der Rahmen völlig marode und nicht zu retten ist. Also Kauf eines Unfallfahrzeugs mit schrottreifem Aufbau. Fahrzeugpapiere für beide vorhanden. Bescheinigung von Renault Deutschland eingeholt, dass der Umbau möglich ist. Also ran ans Werk, "gutes" Fahrgestell aufgearbeitet (ca. 1qm Blech an den bekannten Stellen eingeschweißt) teilweise neue Lager an Achsen und Fahrwerk eingebaut, Bremsanlage komplett überholt, Lackarbeiten und Hohlraumschutz durchgeführt. Anschließend den maroden F4 gestrippt, ist nach Abheben des Häuschens im Bereich des vorderen Fußraums schlicht durchgebrochen. Radhäuser hinten und vorn geschweißt, innen neu lackiert, außen wegen Originalwerbung eines Bierherstellers sachte beilackiert. Sportsitze vom R5 montiert, Motor, Getriebe und Elektrik mussten nur gereinigt und viele Steckverbindungen poliert werden. Felgen strahlen, pulvern und neue Reifen, Hängerkupplung montiert (großen Dank an Westfalia für prima Hilfe mit Daten!!!) das war´s dann schon. Jetzt, im April 2017, waren dann ein paar hundert Stunden investiert, der Gang zur Zulassungsstelle und zum TÜV vermeintlich intensiv vorbereitet, ich wollte ja die ursprüngliche Fahrgestellnummer des F4 mit LKW-Zulassung und kompletter Historie erhalten. Zum Glück hatte ich die vollständige Zerstörung des alten Fahrgestells mit vielen Fotos dokumentiert und die original Fahrgestellnummer herausgetrennt. Dann kamen die Bedenken der Zulassungsstelle, ob das geht, lange Dreiecksgespräche mit TÜV und schließlich ein offizieller Textvorschlag, wie der Eintrag in den neuen Zulassungsdokumenten lauten solle. Kurzfassung "Neue FIN neben der des Spenderfahrgestells eingeschlagen, alte FIN lesbar durchgestrichen". Schlagt mal in den Längsträger des R4 eine Fahrgestellnummer ein, das Ausmaß der Zerstörung ist groß!!! Also die herausgetrennte und von Renault angefertigte FIN (=Fahrzeugidentnummer, 17-stellig) eingeschweißt. Wird vom TÜV nicht akzeptiert. Also eine kleine Blechtafel genommen, die FIN eingeschlagen und dann mit 8 Punkten eingeschweißt, wird so akzeptiert. Wo ist bitte der Unterschied? Zulassungsstelle fordert Kurzzeitkennzeichen für die Fahrt zum TÜV, auf der Anfahrt macht die Wasserpumpe schlapp, etliches Kühlwasser läuft über die Kupplung und Glysantin fördert nicht gerade deren perfekte Funktion. Also neue WaPu und Kupplung (Wartezeit!!! für Teile) und Kurzzeitkennzeichen und TÜV-Termin und... Der hat nun ganz prima geklappt, nur die Hinterradbremse hatte wenig Funktion (Lastregler an der HA fest), also nochmals Austausch gegen Neuteil (das alte wusste auch, dass es ganz gut festrosten konnte und das Trägerblech hatte auch schon bessere Tage gesehen), aber 2 Tage später war beim Nachprüftermin alles gut (meine rund 2 Zentner Lebendgewicht als Ballast am hinteren Ende der Ladefläche waren sehr wirkungsvoll...). Danke an der Stelle an die beteiligten Mitarbeiter der Zulassungsstelle und des TÜV. Wenn die Gespräche auch manchmal lang und zäh waren (ich habe so meine Probleme mit den Anforderungen einer gründlichen deutschen Verwaltungssprache), so waren diese Leute doch immer hilfsbereit und sachlichen Argumenten gegenüber aufgeschlossen. Oldtimergutachten gab es auch problemlos, das Lachen auf dem Gesicht des Prüfers, der schon viele Jahre keinen R4 mehr gesehen hatte, kann man nicht vergessen. Und jetzt liegen die Teile für einen R4 Pick-Up mit Echtholz-Ladefläche schon in der Garage.... Frohes Basteln Paul |