Startproblem


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Babsch


Schrauber
189 Beiträge

Startproblem, 05.02.2018 12:35


Hallo zusammen,

unser TL zickt derzeit ein wenig beim Starten. Wenn er länger als 24 Stunden nicht gelaufen ist, macht er erhebliche Probleme. Ich fand, das klingt ziemlich nach Benzinpumpe. Leider springt er aber auch mit Startpilot oder Bremsenreiniger (im Venturi ) nicht an. Ich hätte erwartet, dass er mit Startpilot anspringt wenn es nur an der Benzinpumpe liegt.

Sehe ich das falsch?

Wenn er täglich bewegt wird, springt er zuverlässig und sofort an.

Hat jemand einen guten Tipp? (Zündung, Benzinpumpe, was ganz anderes?)

Viele Grüße

Babsch


r4thomas


Profischrauber
919 Beiträge

RE: Startproblem, 05.02.2018 13:50


Hallo Babsch,
das ist ja hier unser Dauerbrenner: Auto steht ein Weilchen und will dann nicht mehr angehen. Richtig ist in veränderlicher Reihenfolge:
1. Ferndiagnosen sind schwierig;
2. werden aber sehnlich erwartet;
3. und gerne gegeben.

Bei meinen Exemplaren gibt es eine Mischung aus undichtem Vergaser/Schwimmergehäuse. Der Benzinvorrat verdampft und das Schwimmergehäuse ist leer. Dazu der Sonderfall: Die Benzinpumpe pumpt zwar noch, hatte aber schon bessere Tage. In der Membran scheint was undicht zu sein. Ergebnis: Ich kann nach ein paar Tagen Standzeit geduldig den Amlasser betätigen und sogar zugucken, wie das Benzin erst den Filter erreicht, dann den Vergaser und dann springt er an - oder auch nicht. Der Choke muß auch noch richtig stehen....

Wenn das bei Dir mit Bremsenreiniger nicht funzt, liegt der Fehler eher weniger auf der Seite der Gemischaufbereitung und vermutlich mehr in der Abteilung Zündung/Verteiler. Auch eine nicht mehr ganz taufrische Batterie gehört da in den Kreis der Verdächtigen.
Wenn deine Kenntnisse oder Dein Mut an Grenzen stößt: Es gibt vielerorts alte Hinterhofwerkstätten mit älteren Inhabern, die mit unseren Problemen ein Berufsleben lang zu tun hatten. Und sich geehrt fühlen, ihre Kunst mal wieder vorzuführen. Man fühlt sich da zuerst als störender Bittsteller und steigt in kurzer Zeit zum alten Vertrauten auf. Also: Mut zur Kontaktaufnahme.

Viele Grüße,
thomas


R4D4



Profischrauber
2735 Beiträge

RE: Startproblem, 05.02.2018 13:51


hmmmm....
Bei Ferndiagnosen ist das ja immer so‘ne Sache.
Wenn selbst die NOS-Keule nicht, oder nur bedingt hilft -  wovon ich ausgehe - weil du ja nicht schreibst, das er gar nicht mehr anspringt, würd ich tendenziel das Problem zündseitig verorten.
Mein alter Kopf spuckt da aus:
- bei den Wetterverhältnissen evtl Feuchtigkeit
- in welchem Zustand ist die Zündanlage allgemein? (alte Kerzen, Korrosion im/am/ums Verteilergehäuse, Kontakte verkatert)
- Akku schon was älter? (längeres Orgeln zerstört ihn übrigens nachhaltig. Auch neue.)
Oder irgendwas anderes, das grad noch auf Tauchgang ist, und erst heut abend an der Oberfläche treibt. Dann aber schon von Ecki oder jemand anderem als tatsächliche Ursache richtig erkannt wurde.

viel Erfolg wünscht Thomas

ps. wenn die Karre wieder anständig grüßt, sag mal, woran es lag

pps: Thomas war ‘n Ticken fixer, ist ja auch noch Tacken jünger




Geändert von R4D4 am 5.Feb.2018 13:55
Babsch


Schrauber
189 Beiträge

RE: Startproblem, 11.02.2018 12:34


Hallo zusammen,

vielen Dank für die Tipps (besonders von Siegfried)!

Es war nicht die Benzinpumpe. Benzinschlauch am Vergaser abgezogen, in eine Flasche gelegt und den Anlasser betätigt. Nach der zweiten Umdrehung kam Sprit.

Daraufhin habe ich neue Kerzen rein (NGK BP 6 HS), im Verteilerdeckel und am -finger die Kontaktflächen blankgeputzt und den Kontaktabstand am Unterbrecher (sicht)geprüft.

Danach sprang er nach 5 Standtagen im Carport bei -3 Grad sofort an und lief nach 5 sekunden rund.

Sofern der Verteiler keine Feuchtigkeit zieht wird es das hoffentlich gewesen sein.

Viele Grüße

Babsch


Babsch


Schrauber
189 Beiträge

RE: Startproblem, 24.02.2018 18:00


Mittlerweile sind knapp zwei Wochen vergangen - der Kleine springt seither zuverlässig an und läuft gut.

Viele Grüße

Babsch


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Startproblem, 24.02.2018 19:10


Wir haben seinerzeit (d.h. vor Jahrzehnten, als die R4 noch Wegwerfautos waren) bei den Neuerwerbungen erstmal das gesamte Zündgeschirr ausgetauscht. (Die Teile gabs damals auch in besseren Baumärkten problemlos). Damit sind die Karren dann auch im tiefsten Winter problemlos angesprungen. 

Ich hatte mit meinem markenfremden Oldtimer ähnliche Probleme und irgendwann stellte sich raus, daß er bei sehr feuchtem Wetter am schlechtesten ansprang. Im Verteilerdeckel zeigten sich auch deutliche Überschlagspuren. Nach Austausch desselben ist es wesentlich besser. 

Probleme mit der Benzinzufuhr äußern sich tatsächlich manchmal ähnlich, allerdings weniger wegen Problemen mit den Benzinpumpen. Bei leicht lecken Benzinleitungen dringt im Lauf der Tage Luft ein und die Benzinpumpe zieht dann auch erstmal Luft. Ist aber beim R4 mit seiner fast komplett aus Metall bestehenden Benzinleitungen wohl eher selten.