Handbremse


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kupschneider


R4-Novize
13 Beiträge

Handbremse , 17.07.2018 14:03


Hallo Gemeinde,

bei meinem 88iger GTL muß die Handbremse (wirkt auf die Hinterachse) eingestellt werden, sie wirkt ungleich. Er muss zum TÜV. Wer kann mir bitte Tips geben, wie ich  vorgehen muß. Vielen Dank vorab für euere Tips.

Gruß Peter


RenaultFASA



Profischrauber
1561 Beiträge

RE: Handbremse , 17.07.2018 14:49


Hallo Peter!

Wenn jemand keine Ahnung hat, wie die Handbremse am R4 eingestellt wird, der hat definitiv an der Bremsanlage nichts zu suchen!

Ansonsten im Reparaturhandbuch nachschauen.

MrG, RF


Es geht nichts über Rohrstoßstangen!

 HomePage   http://www.renaultoldieclub-viersen.de
Lakrietz


R4-Novize
30 Beiträge

RE: Handbremse , 17.07.2018 18:25


Da ist wirklich was dran !!!!!!


Rest-o-Rator


R4-Novize

RE: Handbremse , 17.07.2018 20:16


Hier fragt jemand nach Tipps zum Einstellen der Handbremse und sofort geht hysterisches Gekreische los. Mannomann.


Ingo Heitel


Profischrauber
693 Beiträge

RE: Handbremse , 17.07.2018 22:47


Liebe R4 Fans,

an der Handbremse gibt es nicht viel einzustellen außer dem Hebelweg für beide Seiten am Bremsgriff zwischen den Sitzen. Wenn die Handbremse ungleich zieht, kommt in Frage: Handbremszüge Schwergängig oder die automatische Bremsnachstellung arbeitet nicht korrekt. Dazu kommen natürlich alle Gründe warum auch die Fußbremse einseitig wirkt ( Beläge verölt, verglast, verbogen, falsch montiert, abgefallen... ) . Daher zuerst nach der Fußbremswirkung schauen und anschließend prüfen, ob der Pedalweg bei angezogener Handbremse deutlich kürzer wird - dann liegt es an der Bremsnachstellung. Diese Diagnose kann jeder machen - Aber natürlich ist klar: Einfach rumfummeln an der Bremse sollte man nicht - es sollte einem schon bewusst sein, ẃas man hier macht.



 HomePage   R4 Buch im Internet
WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Handbremse , 18.07.2018 10:52




Rest-o-Rator:

Hier fragt jemand nach Tipps zum Einstellen der Handbremse und sofort geht hysterisches Gekreische los. Mannomann.


Das hysterische Gekreische wird noch wesentlich größer sein, wenn jemand wegen gar nicht oder falsch verstandenen Hinweisen an sicherheitsrelevanten Teilen rumbastelt und dann vor dem Baum oder im Graben liegt. Und bei ungleichmäßiger Wirkung der Handbremse ist es oft mit ein bißchen Nachstellen nicht getan. Auch beim normalen Nachstellen (Einhängen des Seilzuges am Bremshebel) kann man einiges falsch machen. Ich kenne die Hinterrad-Handbremse nicht, aber was passiert, wenn der Kollege daran rumstellt und dann z.B. eine Sicherungsmutter einer Einstellschraube nicht korrekt anzieht???

Wer noch nicht mal das Prinzip der Handbremseinstellung kennt, sollte in eigenem Interesse nicht selber basteln, auch wenn ihm alles klar und einleuchtend erklärt wird. Es gibt immer wieder Dinge, die für Leute mit Erfahrung kein Problem sind, aber den Laien vor Rätsel stellen, die er noch nicht mal unbedingt als solche erkennt. 


Rest-o-Rator


R4-Novize

RE: Handbremse , 18.07.2018 12:50


O Mann, macht euch nicht ins Hemd. Jeder ist zu nächst ein Laie, und wie soll er je davon wegkommen, wenn bei einer ganz normalen Frage ausser Überwarnerei keine Antwort kommt?

Ich hätte hier im Forum ein paar konstruktive Antworten erwartet.

Im übrigen frage ich mich, warum Arbeiten an der Handbremse gefährlicher sein sollen als solche an Radaufhängung, Lenkung, Stossdämpfern, Elektrik, Schweisserei am Chassis usw. usw.. Hier ist kürzlich ein schwerer Unfall passiert, weil jemand ein nicht festgezogenes Rad verloren hat.


Wolen



Profischrauber
1226 Beiträge

RE: Handbremse , 18.07.2018 13:43


Auch bei einer Warnung kommt es auf den Tonfall an! Natürlich soll niemand etwas basteln, was für ihn und für andere gefährlich werden kann. Aber man muss bei so einer Frage auch nicht gleich von oben herab auf den Fragesteller einprügeln. Ein freundlicher Hinweis, dass man für bestimmte Arbeiten besser einen Experten aufsuchen sollte, tut‘s auch.

Viele Grüße
Wolfgang


Fly4ever



Edelschrauber
394 Beiträge

RE: Handbremse , 18.07.2018 19:15


Hallo Peter,

Vorweg einmal zum Verständniss. Um gute Bremsen zu haben bedarf es dass alle mechanischen Teile die aufeinander einwirken ihre Funktion gut erfüllen können. Die Bewegungen für Bremsen sind dank der hydraulischen Wirkungsweise meist sehr klein und bewegen sich oft nur im Bereich von wenigen zehnteln von Millimeter. Grund für viele Bremsprobleme ist der Bremsstaubabrieb, der speziell bei Trommelbremsen auch noch fleißig in der Trommel, auf den Bremsbelägträgern und auch bei den Seilen sich niederschlägt und dann auch andere Dinge unnötigerweise bremst. Deshalb ist es ratsam ab und zu eine Reinigung vorzunehmen und so Problemen vorzubeugen. Was die Bewegung angeht ist die Handbremse jedoch eine Ausnahme, da nicht die Hilfe von Hydraulik verwendet wird, sonder über Hebelmechanik die Bremsen mechanisch betätigt werden müssen. Die Erste Untersetzung erfolgt am Handbremshebel mit einem Verhältniss von schätzungsweise ca. 15:1. Diese Bewegung wird dann über Bremsseile auf einen Hebelsatz in der Bremstrommel übertragen die dann die Beläge nach außen in die Trommel drückt. Die Bremsseile sind oft eine Ursache für erhöhte Reibung. Diese kann viele Ursachen haben. Da gibt es das Rosten der Seile weil Wasser eingedrungen ist, oder die Umhüllung kaputgescheuert ist, Wasser eingedrungen ist und dann zum knicken der Leitung führen kann. Auch mechanische Knicke durch andere Ursachen könne zu erhöhter einseitiger Reibung und Bremsleistung führen.

Nun zur Praxis. Für mich ist immer erst einmal Ursachensuche der erste Schritt. Dazu bocke ich den Wagen hinten auf und ziehe die Handbremse Zahn um Zahn an und drehe dann an den jeweiligen Rädern links und rechts um die Bremswirkung zu testen. Bei geringen Kräften zeigt sich schnell ob ein Ungleichgewicht herscht. In der Regel kann man mit der Hand ein Rad drehen und dann wenn es anfängt zu bremsen lässt sich schnell der Unterschied feststellen. Dann kann man weitersehen, während jemand anderes an der Bremse zieht und welche mechanische Wirkung das auf die Seile hat, ob die sich beide parallel rausziehen oder das rotierende Übertragungsteil wo die Seile befestigt sind sich einseitig bewegt und nur an einer Seite zieht, welches dann die "gängige" und wahrscheinlich besser bremsende Seite ist. Wenn beide Seile gleichmäßig reagieren muß man den nachsten Schritt machen und schauen ob der Nachstellmechanismus auch gut funktioniert. Hier wird es ein wenig schwieriger, da man nun die Bewegung in der Bremstrommel beobachten muss. Dies kann man zum Teil ohne die Abnahme der Trommel geschehen, bedarf aber viel Erfahrung und mann muß den Typ des Herstelleers kennen um zu wissen wonach man schauen muß. In der Regel ist es dann doch besser die Trommel abzubauen und zu schauen ob etwas offensichtlichies vorliegt oder eine Wartung fällig ist die aus auseinanderbauen, saubermachen, prüfen und Zusammenbau mit folgender Funktionsprüfung fällig ist. Die Regelmäßige Wartung bei 50Tkm wird z:B. Bei Honda grundsätzlich vorgegeben, während andere Hersteller das ignorieren und dann wundern sich die Autobesitzer warum es dann irgendwann nicht mehr geht.

 

Auch können abgefahrene Bremsbeläge, zu dünne Bremsscheiben und zu große Bremstrommeln dazu führen, dass sich andere Mitspieler, wie z.B. Bremskolben in Grenzbereichen ihrer Auslegung bewegen, dann nicht mehr die richtige Führung haben und schon mal klemmen was dann zum Schleifen oder zu anderen Problemen führen kann. Auch die Bremsflüssigkeit, die hygroskopisch ist (sie zieht Wasser an) und dieses Wasser kann dann an unsichtbaren Stellen zu Rost führen und damit auch Probleme (Reibung) bereiten. In den USA benutzt das Militär seit einigen Jahren eine Silikonflüssigkeit als Bremsflüssigkeit die nicht hygroskopisch ist und bei eingemotteten Fahrzeugen nicht mehr die Korrosionsprobleme verursacht.

Es gibt eine vielfalt von Dingen die eine Rolle spielen können, wo denn halt die Erfahrung eine große Rolle spielt. Diese Erfahrung kann beim Fachmann gefunden werden sowie bei einem "Do It Yourself‘er" der an vielen Autos geschraubt hat und genausogut die Herausforderungen findet und die "Bremser" beseitigt. Ich hoffe es ein wenig verständlich gemacht zu haben.

Viel Glück bei der Fehlersuche,

Grüße aus Herford, Gerhard


R4D4



Profischrauber
2735 Beiträge

RE: Handbremse , 21.07.2018 00:31


Das nenne ich mal einen konstruktiven Beitrag!

An die Unkenrufer: Bremsen sind endliche Mechanik, und mit Verstand durchaus zu bändigen.

Gruß ins Schrauberuniversum, Thomas


Rastor



Edelschrauber
266 Beiträge

RE: Handbremse , 21.07.2018 08:25


Hallo Gerhard,

Du bist echt eine Bereicherung fürs Forum. Deine Beiträge zeugen von viel Wissen und Schraubererfahrung und Du hast das Talent es auch schriftlich super rüberzubringen 👍👍

Grüsse Rastor