OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300


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Gunter.D


Schrauber
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OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 19.09.2018 08:22


Hallo,

gestern hatte ich das Vergnügen meinen 90er GTL, der jetzt übrigens nachdem ich auch noch den Vergaser erneuert habe perfekt laeuft, mit dem 66er VW 1300 im Fahren zu vergleichen. Das kam mir vor wie Rennpferd gegen Ackergaul. Der R4 rennt locker 125km/h in der Ebene mit GPS gemessen und den VW kriege ich kaum auf 120 nach Tacho. Auf den Straßen mit den vielen Kurven und Steigungen hier im Hochschwarzwald kann man mit dem R4, wenn man den Motor schön drehen lässt richtig flott fahren und den Käfer mit dem trägen Motor und dem "heckschlaederigen" Fahrwerk muss man richtig "quälen" um einigermaßen von der Stelle zu kommen.
R4 fahren macht richtig Spass.

Freundliche Grüsse

Gunter


Walter_D



Schrauber
248 Beiträge

RE: OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 19.09.2018 12:07


Moin Gunter!

Daran kan ich mich noch gut erinnern - in den 70er Jahren hatte ich einen R4 mit der kleinen Maschine, meine Freundin einen 1300er Käfer - ich fand den R4 nicht nur wesentlich spritziger und schneller, war auch bei Urlaubsfahrten deutlich entspannter! Hatte leider aber auch als ganzjähriges Alltagsauto schnell die braune Pest, darin war der Käfer besser.

LG

Walter


elch101



Profischrauber
1677 Beiträge

RE: OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 20.09.2018 01:10


Tscha, da toben wahre Glaubenskriege. Aber weder ein R4 noch ein Käfer müssen langsam sein. Da ist schon mit einfachem Vergasertuning noch gut Luft nach oben. Nur ein halbwegs gewarteter ~ 45 PS R4 macht 300.000 Kilometer Vollgas klaglos mit. Der Käfer braucht dafür etwa vier Motoren. Die sich dann aber wesentlich schneller wechseln lassen


Rest-o-Rator


R4-Novize

RE: OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 20.09.2018 12:56


Ich stelle hier mal ganz böse in den Raum: Der Käfer ist der Beweis dafür, dass auch skurrile Fehlkonstruktionen am Markt lange erfolgreich sein können. In seiner Anfangszeit hatte der Käfer ja durchaus seine Daseinsberechtigung, spätestens nach 20 Jahren war er aber dermassen veraltet, dass es an ein Wunder grenzte, dass sich überhaupt noch Neuwagen verkaufen liessen. Und dann noch das restliche pre-Golf VW-Programm mit seinen "Luxus-Gurken" auf Käfer-Plattform, eine noch verschrobener als die andere, unfassbar! Und ein Transporter, bei dem der Motor genau da den Platz wegnimmt, wo eigentlich die Ladung hin soll - bescheuert! Wie hiess es noch so schön in der damaligen Estafette-Werbung: "Renault vous vend une voiture vide" - Renault verkauft Ihnen ein leeres Fahrzeug.

Zugegebenermassen: Dass Renault die Dauphine, den R8 und den R10 so lange parallel zum R4 und später dem R16 baute, war auch sehr seltsam...


r4cabrio



Profischrauber
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RE: OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 20.09.2018 14:42


Ja, mich hat es auch lange in den Fingern gezuckt, nun muss ich auch meinen "Senf" dazugeben. Angestiftet hat mich "mannicabrio"! Ein Verbündeter im Geiste, nicht wahr, lieber Manfred. Und mach mal ein paar Bilder vom "neuen" Wägelchen!

Mir geht es ähnlich mit dem Käfer! Ich habe niemals verstanden, wie man in der Zeit, in der die Dinger noch millionenfach verkauft wurden, so wenig Platz in ein sooooooo großes Auto einbauen kann. Egal ob es um den Fahrgast- oder den Kofferraum geht, beim Käfer iss nix groß - außer der Karre selber. Doch, vielleicht noch das Lenkrad Ich konnte die Dinger von VW noch nie leiden - und ich "ärgere" mich heute noch über die später und bis heute noch hochgelobte "Golf-Klasse". Wer hat es denn erfunden?

Der R 4, der R 16 (1965) und der R 6 (1968) hatten längst die große Klappe, der Simca 1100 (1967), auch der 127er Fiat hatte sie (vorher separater Kofferraum) vor dem Golf. Die Aufzählung ist nicht vollstänidg. Gut, die VW-Fritzen haben ihren Motor quer eingebaut, das hatte der Fiat aber auch schon vorher! Erst als VauWeh es "nochmal" erfunden hatte, war es eine Revolution und hieß dann "Golf-Klasse". Die ganze Lobhudelei auf VW hat mir damals schon nicht gefallen - beim Vergleichstest jeder Auto-Zeitschrift stand der Gewinner schon vor dem Test fest - und heute ist es noch fast genau so. Es mag ja sein, dass es auch durchaus und objektiv gesehen gute Wagen gab - zugeben würde ich das niemals !!!!!!, doch mich stört die zum Teil "nicht ganz objektive Berichterstattung" doch sehr. Vom Benzinverbrauch des Käfers haben wir noch gar nicht gesprochen. Der R 4 ist mit dem Sprit 150 bis 200 Kilometer gefahren, was der Käfer auf 100 KM gesoffen hat. Sogar der so genannte "Sparkäfer" war ein Trinker. Von den größeren Motoren ganz zu schweigen. Und wer mal eine Vorderachse beim Käfer ausgetauscht hat, weil die Achskörper durchgerostet waren, der weiß, dass auch diese Dinger rosten können. Ja, ich habe tatsächlich in meiner frühen Jugend mal einen Käfer vor dem vorzeitigen Tod bewahrt.

Ja, Ihr merkt, meine wahre Liebe sind nicht wirklich Produkte aus Wolfsburg.... Und zur aktuellen Abgas-Diesel-Geschichte schreibe ich besser nix

So, nun hoffe, dass ich genug VauWeh-Fahrer provoviert habe und wir in den nächsten Tagen hier viel zu lesen bekommen

Aber: Genug gelästert.....

Gute und sichere Fahrt allerseits - auch mit allen anderen Fabrikaten,

viele Grüße von

Ansgar




Geändert von r4cabrio am 20.Sep.2018 14:44
WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 20.09.2018 15:49


Wir hatten in der Familie 2 Käfer und auch 2 R4 (als Zweitwagen, damals glaub ich zum Talbot Horizont). Langlebig waren die Käfer auch nicht gerade. Soweit ich weiß, hat kein Motor die 100000 überlebt. Einen R4 konnte man (nach Probefahrt, bei der bei korrektem Motor, Vollgas und ebener/leicht geneigter Strecke die Tachonadel am Anschlag stehen mußte) mit 100000 noch locker ne Weile fahren. Kann sein, daß das Chassis schneller rostete - die Türen waren auch bei einem der Käfer durch. Im Verbrauch lag der R4 einwandfrei unter dem Käfer, auf der Autobahn konnte man mit den 34PS gut auf 6l/100km kommen - das schaffte ein Käfer nie. Durch Kurven, wo man beim Käfer runterschalten mußte, konnte man mit nem R4 im 4. Gang durchbrettern. Daß der R4 mit seinem Platzangebot einen halben Meter kürzer war als der Käfer, wollte mancher kaum glauben.. Großes Problem waren Elektrik- und Verarbeitungsmängel beim R4, ohne Schrauberhändchen konnte man ihn kaum wirtschaftlich fahren. Da war der Käfer besser. 


Ingo Heitel


Profischrauber
693 Beiträge

RE: OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 20.09.2018 20:53


Liebe R4 - Fans,

um gleich Mißverständnisse zu vermeiden: Ich mag keine Käfer - schon mit der Entstehungsgeschichte in der Propagandamaschinerie des"3.Reiches" uber die unpraktische Konzeption bis zum latent kleinbürgerlich spießigen Eindruck den ich von seinen Fahrern erlebt habe, konnte ich mich nie anfreunden.

Aber um das Phänomen seines Erfolges zu verstehen muß man etwas tiefer einsteigen: In den 30ern hat man die Bevölkerung mit Sparkarten auf diese Modell "angefixxt". Man hat zwar keine Autos geliefert, aber ein hochmodernes Werk errichtet, welches weitgehend unzerstört blieb und in dem die britische Militärverwaltung den Anlauf der Zivilproduktion nach Kräften unterstützte. So konnte kurz nach Kriegsende ein im Vergleich recht ausgereiftes Modell ( "Felderprobung" durch Kübelwagen ) zu eine sagenhaft günstigen Preis anbieten, welcher auch noch regelmäßig gesenkt wurde. Hier konnte man nur schwer "Nein" sagen - es gab sonst nirgens mehr Auto für das Geld. Dazu kam die Erfahrung, daß man im Alltag mit einer brauchbaren Zuverkässigkeit rechnen konnte, die zumindest die der teilweise abenteuerlichen Mitbewerber überstrahlte. Bei zurückhaltender Fahrweise waren auch die Motoren haltbar. ( Luftkühler freuen sich über leichte Gasfüsse ). Da im Kaufpreis kaum unschlagbar, konntend Mitbewerber nur mit geringeren Betriebskosten punkten. Wer die höheren Betriebskosten stemmen konnte und sich für den Käfer entschied, hatte weniger Ärger mit Pannen und Schäden und musste auch keine Angst haben, ein zu mickriges oder zu protziges Modell zu fahren. Also eines der vielbesungenen  "klassenlosen" Autos. Vielen reichte das auch nachdem es viele "bessere" Modelle im Angebot gab. Hier bilden sich die Brücken zum R4, der wie der 2CV, der Morris Minor und der Fiat Toppolino mit dem Anspruch konzipiert wurden, ein kostengünstiges und anspruchloses Fortbewegungsmittel für Jederfrau/mann zu sein. Dehalb werden die Modelle ja so oft verglichen, obwohl sie unvergleichlich sind, da die Schwerpunkte doch ganz unterschiedlich gesetzt wurden. Genauso daneben geht der Vergleich des Käfers mit seinen hubraumgleichen anderen Konkurrenten wie Kadett oder Ford 12M ( oder Renault 12 ).

Gegenüber dem Käfer hat der R4 unbestrittene Vorteile im Raumkonzept, dem Federungskomfort, der Übersichtlichkeit, dem drehzahlfesten Motor - hat aber zumindest in der erfolgreichsten Phase in den 60ern mit kurzlebigen Antriebswellen und unbequemer und ebenso kurzlebiger Bestuhlung genervt. Das Schweißen vor jedem TÜV brauche ich nicht zu erwähnen. Aber absolut vergleichbar ist bei Beiden die treue Fangemeinde die das Modell immer noch kaufte als es im Vergleich zum Markt bereits hoffnungslos veraltet war. Teilweise gerade deshalb -oder- weil kein Mensch mehr Auto braucht...



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sprowi



Profischrauber
2605 Beiträge

RE: OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 20.09.2018 21:31


Und er läuft und läuft und läuft und läuft und läuft

Liebe Grüße Alois

Rest-o-Rator


R4-Novize

RE: OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 20.09.2018 22:17


Noch eine kleine Käfer-Anekdote: ein guter Freund fuhr Mitte der 80er einen ehemaligen Käfer der Deutschen Bundespost. Das Ding war Baujahr 72 und hatte noch eine 6V-Elektrik. Es ging das Gerücht, dies sei so, weil die Beamten der Bundespost die technische Ausführung vor Jahren oder gar Jahrzehnten mit 6V spezifiziert hätten und die Spezifikation nie angepasst worden sei. Angeblich würde die serienmässige 6V-Ausführung im 12V-Zeitalter einen erheblichen Aufpreis verursachen, ja, Schlechtes muss nicht billig sein.

Das Auto war jedenfalls die Katastrophe. Die Karre war in jeder Hinsicht völlig am Ende, sprang in Winter nie an, soff wie ein Loch. Und wir fuhren mit unseren per Schlüsseldreh anspringenden, dosiert beheizbaren "small-block" F4s Kreise um diese Gurke und verbrauchten dabei keine 8 Liter auf 100 km. Und dann noch dieses dämlich blecherne Geschepper des Käfer-Motors, wenn er denn mal halbwegs störungsfrei lief.

So, das war jetzt genug der Intoleranz. Sorry, liebe Freunde des Käfers...


R4D4



Profischrauber
2735 Beiträge

RE: OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 20.09.2018 22:28


Mein Vergnügen bestand darin, in beiden Modellen gefahren worden zu sein. Beim Käfer fand ich es total geil, wintertags mit dem Arsch durch die Kurven zu driften, das war dem R4 nie vergönnt. Dafür war‘s im Renault wärmer, wenn man diese Heizung mediterraner Herkunft überhaupt als solche bezeichnen kann.
Aber es reichte immerhin für freie Sicht nach vorne, bei vier geschlossenen Mündern. Beim Käfer hatte man zwar schneller die Warmluft, aber auch nur dann wenn nicht nur die Heizbirnen, sondern auch die Züge pfleglich behandelt wurden.
Übers Gepäckabteil kann ich nur sagen, das bei Umzügen selten ein VW, aber immer, wirklich immer ein R4 zu sehen war. In welches Auto konnte man denn schon aufrecht eine Waschmaschine* nebst Kühlschrank stellen? Mit diesen Jugenderlebnissen saß ich irgendwann in der Fahrschule und sinierte über einen für mich passenden Untersatz nach. Ein C Kadett Kombi sollte es werden. Daß ich dann doch beim R4 gelandet bin, habe ich meiner damaligen sehr fürsorglichen Chefin zu verdanken. Bereut habe ich es nie.
Der Käfer sieht hübsch aus, aber mögen? Nie, allein aus praktischen Gründen.

Geschraubt habe ich in jungen Jahren an beiden, der Motorausbau beim Käfer war wirklich unschlagbar. ‘Ne halbe Stunde, wenn alles gängig war, sagt mir meine Erinnerung, und zur Not nur mit Wagenheber abgelassen. Beim R4 war meine schnellste Zeit glaub ich 1 1/2 Stunde, aber zu zweit wuchtet man die Einheit auch nicht ‘mal eben‘ da raus.

Übrigens, einen Grund, sich mMn immer wieder in einen Käfer zu setzen, gibt es: Wenn es ein Cabrio ist.

dem Thomas seine 2 Pfennige

*ging auch mal mit noch Wäsche drin




Geändert von R4D4 am 20.Sep.2018 22:40
Wolss



Edelschrauber
480 Beiträge

RE: OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 22.09.2018 23:55


Mein erstes Auto war eine Ente, das zweite ein Käfer, 1302 mit Sonnenblende und Stahlkurbelschiebedach. Wenn der sich in der Lüneburger Heide auf dem Weg nach Süden langsam vom Stadtverkehr freigebrannt hatte, fing der an, zu rennen, das war ein Freude, und ja locker 130,2 km/h. Dem Auto trauere ich immer noch nach. Dann gab es noch Volvos, Achtung Rückenschmerzen, und Ford Escort Kästen, bis Anfang der 90er endlich die Erleuchtung in Form des R 4 in mein Leben trat.

Die Leichtigkeit des Seins in ihrer eher fliegenden Form.

Plötzlich keine Rückenschmerzen mehr, dafür egal durch welches Gelände und immer gerne zwischen den Pollern durch verkehrsberuhigte Abschnitte. Und eben auch zügig und sparsam auf der Bahn in den echten Süden... Soweit wäre man mit dem Käfer nie gekommen, obwohl stimmt nicht, der war, bevor ich ihn hatte auch schon mal in Griechenland gewesen, mit Autoput...

Trotzdem hatten die alten VW was, was auch immer noch in meinem T3 zu spüren ist, solide Technik, eher überdimensioniert, daher mit Reserve. Das gab ein sicheres Gefühl.

Aber mir ist das Gefühl des Fliegens lieber.

Vor allem, wenn es über schlechte Straßen geht...

Aber auch sonst...


Gunter.D


Schrauber
113 Beiträge

RE: OT: R4 GTL kontra 66er VW 1300, 26.09.2018 21:14


Hallo Wolss,

der 1302 Käfer hat mit dem Ur- Käfer nicht mehr sooo viel zu tun. Neues super modernes Schräglenker/Federbein Fahrwerk und weitere Neuerungen die in den 70ern Standard waren. Die Käfer Zeit war da vorbei.

Der R4 blieb bis auf einige "Updates" von 1962 bis 1992 wie er war - geniales Konzept.

Grüsse

Gunter