Wasser im Öl


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-cono-



Profischrauber
906 Beiträge

Wasser im Öl, 02.11.2018 08:36


Moin,

bei meinem Paten-R4 (1976, 7XX ccm, ohne Ölfilter) sind inzwischen die Traggelenke in der Werkstatt gewechselt worden. Auch die Ölwannendichtung sollte gewechselt werden. Dabei wurde entdeckt, dass Wasser im Öl ist.

Die Vermutung liegt nah das es sich um Kühlwasser handelt, weil zuletzt ein Kühlwasserverlust feststellbar war. Die Werkstatt wird nun zuerst mit dem Ausbau des Motors beauftragt, um festzustellen, ob der Motorblock einen Riss hat, oder nur die Zylinderkopfdichtung kaputt ist (diese wurde aber vor wenigen Jahren bereits in einer Werkstatt gewechselt).

Da leider auch Metallspäne an dem Sieb der Ölpumpe gefunden wurden, welche Kupferfarbend sind, müssen auch die Lager überprüft werden. Ein Motorendichtsatz ist bereits vorhanden.

Ich habe noch zwei Fotos gemacht:

Meine Frage an die Gurus:

-Würdet ihr auch so vorgehen?

-Was sollte die Werkstatt beachten?

-Gibt es ggf noch Austauschmotoren, sodass man besser bedient ist direkt zu tauschen?

Lieben Gruß
Jan


RenaultR4GP@506923


R4-Fahrer
75 Beiträge

RE: Wasser im Öl, 02.11.2018 10:14


wo kommst du den her?

das irgendwas reist glaube ich nicht.

Endweder kopfdichtung raus oder sind die laufbuchsendchtungen kaputt.

wenn es die laufbuchsendichtungen sind dann schau der werkstatt auf die finger, es muss alles gründlich sauber sein.

wenn die laufbuchsendichtungen aus kupfer und nicht aus papier sind hast ein problem, die bekommt man nichtmehr.

ich würde sagen fals es zu viel ist holst dir nen 850ccm motor der passt plug and play und der tüvler sied das nicht.


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Wasser im Öl, 02.11.2018 10:32


Ich habe da keine große Erfahrung, aber im Forum für meinen markenfremden Oldtimer wird in solchen Fällen auch meist auf die Zyl.kopfdichtung (ZKD) hingewiesen. 

Ich hatte seinerzeit auch mal ne Zeitlang Schleim auf dem Öl (sieht am Peilstab). In dem Fall ließ es sich durch Kühlerdichtmittel beseitigen, offenbar dichtet das auch kleine Lecks in der ZKD ab. 


-cono-



Profischrauber
906 Beiträge

RE: Wasser im Öl, 02.11.2018 11:01




RenaultR4GP@506923:

wo kommst du den her?

das irgendwas reist glaube ich nicht.

Endweder kopfdichtung raus oder sind die laufbuchsendchtungen kaputt.

wenn es die laufbuchsendichtungen sind dann schau der werkstatt auf die finger, es muss alles gründlich sauber sein.

wenn die laufbuchsendichtungen aus kupfer und nicht aus papier sind hast ein problem, die bekommt man nichtmehr.

ich würde sagen fals es zu viel ist holst dir nen 850ccm motor der passt plug and play und der tüvler sied das nicht.


Moin,
komme aus der Nähe von Hannover.
Weiß jemand ab wann die Laufbuchsen nicht mehr aus Kupfer waren? Baujahr ist 1976 und es ist ein französischer Import mit den ~780ccm.
Die Werkstatt ist auf Motoreninstandsetzung spezialisiert, Vertrauen ist also da.
Ingo Heitel schreibt dazu:

Wasserverlust:

Beliebte Stellen:

·Wasserpumpe an der Entlastungsöffnung unten – Pumpe ersetzen

·Heizungsschläuche an der Biegung nahe der Wasserpumpe

·Laufbuchsendichtungen – Weiß-braune Schmiere im Öleinfülldeckel. Dazu Muß der Motor komplett zerlegt werden. Wenn man den Wasserstand nicht unter Minimum absinken lässt und die Wassermenge begrenzt ist kann man mit diesem Befund trotzdem noch lange weiterfahren.

·Kühler an Kästen oder Netz. Man kann versuchen Ihn von außen zu kleben oder bei der Bundmetallversion zu löten. Kühlerdichmittel, die dem Wasser zugegeben werden dürfen in keinem Fall verwendet werde, da sich der Kühler sonst innerlich verstopft. Der sicherste Weg ist ein neuer Kühler.

Lieben Gruß
Jan


SolaR4Tom



Edelschrauber
367 Beiträge

RE: Wasser im Öl, 02.11.2018 22:06


Hallo Jan,

der Motor ist auf jeden Fall ein Zerlegungskandidat. Aber mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ist eher der Zylinderkopf undicht, deshalb als erstes mal Kopf runter und dort schauen...
Die Laufbuchsen würde ich erstmal nicht ausbauen (die waren immer aus Stahl), weil ich auch nicht weiß, ob die Fußdichtungen aus Kupfer sind (ich glaube aber eher aus Excelnyl, so einer Art Transparentpapier).
Hilfreich wäre ein Blick aufs Motortypschild, ich tippe auf einen 839(-06?)er Motor.
Ansonsten muss natürlich die Herkunft der Späne geklärt werden, Lagerkontrolle von Haupt- und Pleuellagern ginge zur Not auch ohne Motorausbau, aber die Kurbelwelle kann nicht abgenommen werden - sie hängt noch an der Steuerkette und an der Schwungscheibe mit Kupplung und Getriebe...

Gruß
Tom




Geändert von SolaR4Tom am 9.Dec.2018 22:00
R4D4



Profischrauber
2735 Beiträge

RE: Wasser im Öl, 02.11.2018 22:44


Hallo Jan,

Das sehe ich genauso wie Tom: Motortotalzerlegung. Allein schon wegen der Späne an der Ölpumpe.
Woher die kommen? Keine Ahnung, deshalb ja Totaldemontage.
Zylinderfußdichtungen aus Kupfer kenne ich nicht, was nichts heißen soll. Ich kann mir aber nur schwer vorstellen, das wenn da welche verbaut sind, die sich in Auflösung befinden. Und dann als Späne. Weil Späne sind ja eher ein mechanisches Produkt.
Das einzige Kupfer, welches ich an diesem Motor kenne, sind bei den alten die eingepressten Röhrchen im Kopf, wo die Stößelstangen durchlaufen.

Weiß die Werkstatt, daß der Kopf nicht abgezogen, sondern erst etwas gedreht werden muß? Wegen der Laufbüchsen. Die können sich sonst beim ziehen des Kopfes im Fußbereich lösen und sind nicht mehr dicht auf Dauer. Das passiert zB dann, wenn die Stößel vorher nicht rausgenommen werden.
Wobei, wußte das auch die Werkstatt, die da mal die ZKD gewechselt hat? Also evtl nicht die ZKD, sondern stattdessen Fußdichtungen in mors? Womit wir wieder beim Totalnakkichmachen sind...

Das der Block gerissen ist, kann ich mir ebenfalls nur schwer vorstellen. Aber man soll nie nie sagen, die Titanic galt ja auch als unsinkbar.

Thomas




Geändert von R4D4 am 3.Nov.2018 3:10
garten_joe




Profischrauber
710 Beiträge

RE: Wasser im Öl, 03.11.2018 08:31


Hallo Jan.

Ich weis ja nicht, für mich sieht das wie ein Totalschaden aus. Wenn man bedenkt, das Du alles in einer Werkstatt
machen lassen willst, wirst Du wohl Dein Sparschwein schlachten müssen.
Ich würde wenn es mein Motor wäre auch reparieren, mit dem Unterschied das ich alles selbst mache.

Ich würde Dir raten einen anderen Motor zu besorgen, das wird preislich sicher billiger.

Viele Grüße aus Speyer von Detlev

Ein Renault ohne Rost ist eine Fälschung!!!!


Homepage:www.renault-schrauber.de




Geändert von garten_joe am 3.Nov.2018 19:10
WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Wasser im Öl, 03.11.2018 08:42


Die Späne im Öl sind sicher ein Grund, den Motor zu zerlegen. Ich wollte nur darauf hinweisen, daß ich seinerzeit die Kühlwasserspuren im Öl mit Kühlerdicht beseitigen konnte. Ich hab das Zeug übrigens nicht nur bei diesem Auto verwendet. Der Kühler wurde in beiden Fällen nicht zugesetzt.


SolaR4Tom



Edelschrauber
367 Beiträge

RE: Wasser im Öl, 04.11.2018 19:28


@ Thomas:
Deine Einlassung zu diesem Fall zeigt, dass Du auch qualitativ zu Recht zum Olymp der Profischrauber aufgestiegen bist. Natürlich sichern die Theo-Waigel-Augenbrauen den Status nochmal ab ;-)
Aber Spaß beisteite: die zurückliegende ZKD Reparatur könnte unter den von Dir beschriebenen Bedingungen durchaus einen Vorschaden an einer Fußdichtung mit den hier beschriebenen Spätfolgen bewirkt haben...
Ich bin mal gespannt auf des Rätsels Lösung.
Gruß
Tom


Ingo Heitel


Profischrauber
693 Beiträge

RE: Wasser im Öl, 10.11.2018 13:04


Liebe R4 Fans,

Wasser im Öl kommte bei den R4 Motoren so gut wie nie über die Zylinderkopfdichtung oder den Zylinderkopf - sondern so gut wie immer über die Laufbuchsenfußdichtungen.

Risse im Block ( Frostschäden ) führen üblicherweise zu Undichtigkeit nach außen.

Zylinderkopfdichtungsschäden führen zu Undichtigkeit Verbrennungsraum zu Wassermantel.

gerissenen  oder verzogene Zylinder-Köpfe führen erstmal zu Undichtigkeit zum Verbrennungsraum.

Wenn ein lauffähiger B-Motot zur Verfügung steht, ist das in jedem Fall die preisgünstigste Reparatur. Die Motoren ohne Standschäden werden jedoch langsam selten, so daß man den Defektmotor gut konservieren sollte ( Öl in die Zündkerzenbohrungen ) und beiseitestellen für eine spätere überholung ).



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-cono-



Profischrauber
906 Beiträge

RE: Wasser im Öl, 16.11.2018 11:03


Moin,

danke für eure Rückmeldung zum Thema. Die Werkstatt ist von mir mit euren Tipps und Anmerkungen sowie dem M.R.175 bedient. Nächste Woche soll der Motor zuerst ausgebaut werden und der Schaden betrachtet werden.

Wie gesagt handelt es sich bei dem R4 nicht um meinen eigenen, sondern um einen R4 auf den ich ein Jahr lang aufgepasst habe und ihn gelegentlich ausgeführt habe.
Andernfalls würde ich die Reparatur selbst erledigen, aber mit meinem Alltags-Oldie und meinem Restaurationsprojekt fehlt mir dafür die Zeit.

Ich halte euch auf dem Laufenden.

Lieben Gruß
Jan