Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben


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roljef



Schrauber
127 Beiträge

Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 31.08.2011 12:44


Hallo zusammen,

heute morgen wurde ich bei der HU-Untersuchung freundlich angehalten, meine Achsmanschette rechts/radseitig zu erneuern.

Gerne möchte ich mir den Ausbau und die Demontage der Antriebswelle ersparen. Deshalb die Frage:

Hat jemand schon Erfahrungen mit geteilten Achsmanschetten mit Nut und Feder zum Verkleben gemacht (http://www.kfz-betrieb.vogel.de/service/praxis/articles/268386)?


Gruß

Jogi Feßler


Hardy Woodcutter


Edelschrauber
251 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 31.08.2011 14:19


Hallo Jogi,

mit der Achsmanschette habe ich noch keine Erfahrung gemacht. Meistens musste ich sowieso mehr auseinandernehmen, so dass es egal war, ob man die Klebemanschette nahm oder eine normale, zudem hatte mein Ersatzteillieferant das nicht im Angebot.

Die Klebemannschette ist aus Neopren (Handlesname von Dupont), das ist ein Chloropren-Kautschuk, auch Polychloropren oder Chlorbutadien genannt. Es gibt da eine ganze Menge Klebstoffhersteller, die das Material anlösen (oft organische Lösemittel) und dann verkleben (man könnte ganz einfach sagen, es ist eine Art Kaltverschweißung).

Das Lösemittel ist häufig Toluol und das ist krebserregend, manchmal ist es aber auch ein anderes organisches Lösemittel. Bei manchen Klebern kann man sogar nass in nass kleben, so dass du die Manschette im Regen unters Auto machen kannst ;-)

Aber grundsätzlich gilt, wie bei allen Klebungen: die Klebeflächen schön sauber, fett- und dreckfrei halten. 

Hier sehe ich das eigentliche Problemn denn du musst ja das Fett in die Manschette kriegen. Wenn du das vor dem Verkleben machst, könnte es problematisch werden, machst du es hinterher, solltest du keine Probleme haben. Das Polychloropren ist auch schön dehnbar, so dass du das Fett gut reinbekommen kannst, wenn die Manschette um die Achse ist.

Die Klebung an sich müsste unproblematisch sein.

Also, wie gesagt, ich habe keine praktische Erfahrung damit, aber der Kunststoff und die Klebung ist unproblematisch und auch schön haltbar.

Viele Grüße

Hardy 


Vopri



Edelschrauber
286 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 31.08.2011 17:14


Hallo!

Von den geklebten Manschetten kann ich nur abraten. Habe die eine Zeit lang benutzt, sie hielten nie länger als 1,5- 2 Jahre.

Wenns schnell gehen muß ohne die Antriebswelle komplett auszubauen nehme ich Manschetten zum überstülpen (werden auf links gedreht und über einen Kegel mit dem kleinen Loch über das Gelenk gestülpt) gibts im Zubehörhandel, das Werkzeug dazu (Kegel) wird meistens mit ausgeliehen.

Oder eben originale Manschette, Welle ausbauen und das hintere Gelenk abziehen. Finde den Aufwand nicht soo schlimm und man hat wenigstens Ruhe .

Viele Grüße, Volker 


Fassypower


R4-Novize
10 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 07.09.2011 08:43


Moin, mit diesem Problem befassen wir uns schon soooo lange.

www.mecatech-nord.de

Fassy


roljef



Schrauber
127 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 12.09.2011 09:54


Hallo Fassy,

gerade habe ich mir das Montagevideo auf Eurer Webseite angeschaut.

Echt cool. Jedoch fehlt mir der BOOTGUN Manschettenaufzieher.

Ausserdem ist die Klebemanschette mittlerweile montiert/geklebt.

Gefahren bin ich damit noch nicht, weil ich aktuell auf ein Tragegelenk warte.

Wenn der R4 aber wieder rollt, schreibe ich hier mal einen kurzen Erfahrungsbericht.


Gruß

Jogi




Geändert von roljef am 12.Sep.2011 17:41
roljef



Schrauber
127 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 04.08.2013 15:48


Hallo zusammen,

nach fast zwei Jahren darf ich nun von meinen Erfahrungen mit der geteilen Achsmanschette berichten.

Es war damals ein echt anstrengende Arbeit die Manschette Stück für Stück unterm Wagen zu verkleben. Jetzt, nach knapp zwei Jahren, ist das eingetreten, was Volker prophezeit hat, die Manschette ist an der Verklebung undicht geworden. Da ich aktuell eh gerade die Radlager auf dieser Seite mache, habe ich gleich auch die Antriebswelle ausgebaut (gezogen) und möchte die Manschette nun gegen eine "Einteilige" erneuern.

Meine Frage dazu:
Ist es besser das Gelenk auf der Getriebeseite oder der Radseite zu demontieren?
Volker hat auch vom "hinteren Gelenk" geschrieben und wenn ich mir die Gelenknabe auf der Radseite so betrachte, kommen mir ziemliche Zweifel, ob ich da die Manschette überhaupt drüber bekomme.

Beste Grüße
Jogi Feßler


elch101



Profischrauber
1677 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 04.08.2013 19:30


Ich will ja Vopri nicht verärgen und den Berliner schon zweimal nicht aber die Sache mit dem Getriebeseitigen abziehen funktioniert bei allen "normalen" Wellen neueren Typs (ich schätze mal ab Bj 80) nicht. Fasa hatte andere, da könnte es gehen. Als normale Wellen bezeichne ich solche, die getriebeseitig einen Körper haben, der wie ein stark gerundetes Dreieck aussieht. Das Dreieck ist der Läufer des Tripod Gelenks. Der Läufer ist komplett mit Blech ummantelt, man sieht an den Kanten des Dreiecks die Verstemmungen, und dieser Blechmantel wiederum ist maschinell komplett nach innen umgebördelt, um das Gelenk zu sichern. Ich hab extra so ein Gelenk komplett aufgeflext um zu sehen wie‘s gemacht ist, und da läßt sich nix aufdrücken oder abpressen. Wenn der Blechmantel verbogen wird ist die Welle hin und das war‘s dann.


roljef



Schrauber
127 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 05.08.2013 23:55


Man siehts an der Uhrzeit dieses Eintrags - ich bin gerade der Werkstatt entstiegen und  habe die Antriebswelle nun auf der Getriebeseite demontiert, was sich als sehr viel einfacher herausgestellt hat, als auf der Radseite.

Einfach drei Bleche hochbiegen und der Gelenkstern kann herausgezogen werden. Dann den Seegerring demontieren und die Welle aus dem Gelenkstern pressen.




-cono-



Profischrauber
906 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 09.08.2019 10:21




elch101:

Ich will ja Vopri nicht verärgen und den Berliner schon zweimal nicht aber die Sache mit dem Getriebeseitigen abziehen funktioniert bei allen "normalen" Wellen neueren Typs (ich schätze mal ab Bj 80) nicht. Fasa hatte andere, da könnte es gehen. Als normale Wellen bezeichne ich solche, die getriebeseitig einen Körper haben, der wie ein stark gerundetes Dreieck aussieht. Das Dreieck ist der Läufer des Tripod Gelenks. Der Läufer ist komplett mit Blech ummantelt, man sieht an den Kanten des Dreiecks die Verstemmungen, und dieser Blechmantel wiederum ist maschinell komplett nach innen umgebördelt, um das Gelenk zu sichern. Ich hab extra so ein Gelenk komplett aufgeflext um zu sehen wie‘s gemacht ist, und da läßt sich nix aufdrücken oder abpressen. Wenn der Blechmantel verbogen wird ist die Welle hin und das war‘s dann.


Moin,

ich bin gerade dabei mir einen gebrauchten Satz Antriebswellen zu überholen. Ich habe mich vorher in Toms Antriebswellen-Ratgeber informiert, anschließend im MR175 und hier im Forum und möchte das ganze ohne Spezialwerkzeug machen, indem ich das getriebeseitige Gelenk demontiere.

Ich kenne das Baujahr der Wellen nicht, aber ich habe ein paar Fotos. Im MR175 steht auf Seite H-63 das die Zungen der Begrenzungsplatte umgebördelt werden müssen. Den Kommentar von elch verstehe ich so, dass ich durch das Umbiegen der Zungen meine Antriebswelle kaputt mache. Kann jemand anhand der Fotos Infos zu meinen Wellen geben und wie ich vorgehen soll. Gewechselt werden sollen beide Manschetten und die Neuen habe ich auch schon liegen.

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Lieben Gruß
Jan


Rest-o-Rator


R4-Novize

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 09.08.2019 11:17


Aus meiner Sicht verhindern die Blechlaschen nur, dass das Gelenk der noch nicht im Fahrzeug montierten Antriebswele auseinanderspringt. Einmal im Auto montiert, wird das Gelenk gegen die innenliegende Feder so komprimiert, dass die Rollen nicht mehr gegen die Blechlaschen anliegen.

Wenn Du also die zur Demontage des Gelenks gemäss MR175 umgebogenen Blechlaschen nach der Wiedermontage so zurückbiegst, dass sie die Rollen der Tripode im Gelenktopf halten, so dass das Gelenk nicht auseinanderrutschen/-springen kann, dann ist alles prima. Bleibt höchstens noch einzuschätzen, ob durch das Hin- und Herbiegen der Blechlaschen scharfe Kanten entstehen können, die die Manschette zerschneiden könnten (wenn sie sie denn überhaupt berühren können) oder ob Späne entstehen, die dann im Gelenk ihr Unwesen treiben können. Aber das sollte doch machbar sein, oder trompe-je-me?

Viel Spass bei der elenden Sauerei mit dem Fett...   


Bonsang



Edelschrauber
260 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 09.08.2019 11:28


Richtig, die Blechzungen müssen nicht komplett hochgebogen werden. Hauptsächlich an den Ecken, so das die Rollen dran vorbei gehen. Es reicht normalerweise an zwei Blechen, dann kann man die Welle rauskippen. Nimm statt der Zange einen großen Schlitzschraubendreher zum hochbiegen und beim zusammenbauen mit dem Hämmerchen  leicht zurückklopfen. Das macht das Blech zigmal mit bevor was kaputtgeht.

Viel Spaß, Michael


-cono-



Profischrauber
906 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 09.08.2019 11:38


Ich danke euch fürs Mitteilen eurer Erfahrung und Tipps beim Vorgehen!

Wenn ich es nicht vergesse gibts ein Bild wenn ich die Wellen überholt habe.

Lieben Gruß
Jan


sprowi



Profischrauber
2605 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 09.08.2019 18:04


Hallo Jan, restaurieren der Antriebswellen ist ganz super.

Du brauchst nicht viel aufbiegen nur so viel das du es trennen kannst Normal reicht es bei zwei Laschen. Wie oben schon erwähnt, großer Schraubendreher geht besser.

Ich habe mir auch die Position markiert, dass ich wieder die gleiche Rolle auf die gleiche Stelle gebe. Ob es notwendig ist kann ich nicht sagen, habe es aber gemacht.

Aufpassen bei den ganzen Nadellagern, ich habe es mit einem Klebeband fixiert, damit sich nicht verloren gehen wenn die Lagerschale abgestreift werden sollte.

Beim wiedereinsetzten habe ich eine 2,5 mm Beilagscheibe zwischen den Lachen gesteckt und mit dem Hammer und Dorn zurückgeschlagen. Geht auch ohne der wie im Buch beschriebenen Vorrichtung.

 





Liebe Grüße Alois

Gaius Gallicus


R4-Novize
50 Beiträge

RE: Geteilte Achsmaschette mit Nut und Feder zum Verkleben, 10.08.2019 22:11



Ich habe mir auch die Position markiert, dass ich wieder die gleiche Rolle auf die gleiche Stelle gebe. Ob es notwendig ist kann ich nicht sagen, habe es aber gemacht.

Ja, das ist ratsam und sinnvoll, da aufeinander eingelaufen.

Beim wiedereinsetzten habe ich eine 2,5 mm Beilagscheibe zwischen den Lachen gesteckt und mit dem Hammer und Dorn zurückgeschlagen. Geht auch ohne der wie im Buch beschriebenen Vorrichtung.

 





Liebe Grüße Alois