zündspule?


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Babsch


Schrauber
189 Beiträge

zündspule?, 25.10.2019 22:01


Hallo zusammen,

wir brauchen für unseren 83er TL eine neue Zündspule und haben versehentlich eine mit Vorwiderstand beim Franzosen bestellt. Bisher hatten wir eine ohne Vorwiderstand.

Frage: kann ich die Spule (Valeo 245000) auch ohne Vorwiderstand einbauen oder stirbt sie dann?

Falls ich den Vorwiderstand mit dieser Spule nutzen muss: wird er einfach vor den Stromeingang der Zündspule (ich glaube das ist die Klemme 15) gehängt oder brauche ich ein zusätzliches Kabel?

Gruß Babsch


ziegwolf


Schrauber
190 Beiträge

RE: zündspule?, 25.10.2019 22:34


Hallo Babsch,

Zündspulen mit Vorwiderstand haben meist einen höheren Zündfunken, und sind somit eigentlich besser.

Bei kontaktgesteuerten Zündungen ohne Elektronik können aber dann die Unterbrecherkontakte schneller verschleißen.

Besser ist deshalb diese Zündspulen mit elektronischen Zündungen zu verwenden, z.B. 123Tune.

Du musst das +Kabel (Klemme 15) vom Zündschloss an ein Ende des Vorwiderstands klemmen, und das andere Ende des Vorwiderstands geht zur Zündspule (+ oder Klemme 15, oder BAT).

Die -Klemme der Zündspule (Klemme 1, oder - , oder RUP) geht entweder zum Unterbrecher, oder zur elektronischen Zündung.

Solltest Du die Zündspule, die für einen Vorwiderstand ausgelegt ist, ohne Vorwiderstand betreiben, so verschleißen die Unterbrecherkontakte (sofern vorhanden) und auch die Zündspule viel schneller, ist also gar nicht zu empfehlen!

Gruß ziegwolf


Babsch


Schrauber
189 Beiträge

RE: zündspule?, 28.10.2019 21:19


Hallo und vielen Dank an Ziegwolf für die Hilfe.

Zündspule ist getauscht - keine Besserung. Danach Verteilerkappe und -finger gewechselt, jetzt läuft er wieder wie ne eins.

Hätte ich wohl besser andersrum getestet

Gruß Babsch


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: zündspule?, 29.10.2019 08:17


Wir haben damals bei unseren div. R4 nach dem Gebrauchtkauf erstmal das ganze französische Dr....zeugs aus dem Zündgeschirr gegen Teile von Bosch getauscht (die gab es damals auch in besseren Baumärkten) und Zündkabel selbstgemacht aus dick isoliertem Kupferzeugs statt den bröseligen "Entstörleitungen". und richtigen Steckern. Zündspulenärger hatte ich nur einmal. Läßt sich aber häufig feststellen, indem man eine Zündkerze rausschraubt und bei startendem Motor gegen den Motorblock hält. Der (am besten in der Dämmerung sichtbare) Funke zum Motorblock sollte ca. 3...10mm überschlagen. Wenn es gar keinen oder weniger Überschlag gibt, ist die Zündspule verdächtig. 


Rest-o-Rator


R4-Novize

RE: zündspule?, 29.10.2019 10:36


Dass das Boschzeugs viel besser ist als das französische Dr...zeugs bilden sich die Deutschen gern ein. Diese Vorstellung soll sich jeder so zurechtrücken, wie er es braucht.


R4F6 Alpine



Profischrauber
2055 Beiträge

RE: zündspule?, 29.10.2019 11:46


Sehe ich genauso

In meinen R4s arbeiten die über 30 Jahre alten Bougicords jedenfalls immer noch problemlos. Und die Zündkerzen die Winfried B(osch?) empfiehlt landen bei mir stets in der Rundablage und können mit den Femsa-Verteilern kuscheln.


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: zündspule?, 29.10.2019 12:35


Möglicherweise waren die Zündkabel auch noch OK. Aber selbstgemacht kosteten sie nicht allzuviel. Jedenfalls sprangen die Karren nach Austausch des Zündgeschirss dann auch im tiefsten Winter auf einmal ohne Zicken an. 

Mein Nachname ist nicht Bosch und ich habe auch mit denen nichts zu tun. Ich habe seinerzeit lediglich die Erfahrung gemacht, daß ich mit Champion-Bestückung nach ein paar 1000km Zündaussetzer hatte und der Elektrodenabstand korrigiert werden mußte. Bei Bosch-Zündkerzen war das nicht nötig. 


Rest-o-Rator


R4-Novize

RE: zündspule?, 29.10.2019 14:43


Champion ist soweit ich weiss amerikanisches Dr....zeugs, kein französisches.


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: zündspule?, 29.10.2019 18:36


Das mit dem Franzosen-Dr... ist sicher überspitzt formuliert - aber daß an französischen Autos der Generation R4 nicht immer das Beste verbaut war, dürfte bekannt sein. Irgendwo muß der Preis ja herkommen...

Es ist mir auch egal, wo Champion-Zündkerzen hergestellt werden, bei mir hat sich seinerzeit Bosch besser bewährt. Daß ich damals in der Zündung fast nur Bosch verbaut habe, lag auch daran, daß die Baumarkt-Teile fast immer von denen waren. Oder es stand zumindest das B-Wort auf der Schachtel...


Rest-o-Rator


R4-Novize

RE: zündspule?, 29.10.2019 19:54


"aber daß an französischen Autos der Generation R4 nicht immer das Beste verbaut war, dürfte bekannt sein. Irgendwo muß der Preis ja herkommen"

Tut mir leid, aber die Aussage macht einfach keinen Sinn, das kann man nicht einfach mit das "dürfte bekannt sein" in den Raum stellen. Die Franzosen waren kein bisschen schlechter als die meisten anderen Marken, technisch waren die Franzosen sogar immer weit vorn, speziell auch hinsichtlich der Qualität. Der R4 war vergleichsweise immer recht teuer, „niedriger Preis“ als Indiz für schlechte Qualität stimmt einfach nicht.


Rest-o-Rator


R4-Novize

RE: zündspule?, 29.10.2019 20:05




R4F6 Alpine:

Sehe ich genauso

In meinen R4s arbeiten die über 30 Jahre alten Bougicords jedenfalls immer noch problemlos. Und die Zündkerzen die Winfried B(osch?) empfiehlt landen bei mir stets in der Rundablage und können mit den Femsa-Verteilern kuscheln.


Ich muss doch zugeben, dass ich mit den Bosch W3CS und W4CS in den Gordinis sehr zufrieden bin und da nichts anderes mehr einbaue. Aber die Brot- und Buttermotörchen von Renault funktionieren alle tadellos mit dem französischen Dr....zeugs, weil es eben kein Dr....zeugs ist.


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: zündspule?, 30.10.2019 12:39


Naja, die Champions sind ja noch nicht mal französisch.... Also ich wollte hier keinen Glaubenskrieg anfangen. Ich bin einige R4s Bj. 69-74 gefahren und danach einen Polo1. Der war genauso einfach zusammengeschustert wie die R4s, rostete auch mindestens genauso schnell... aber bei der Reparaturintensität (waren beim R4 häufig ärgerliche Kleinigkeiten) gab es signifikante Unterschiede. Dafür haben die Motoren nur mit Glück 100tkm überlebt, bei den R4s gabs damit keine Probleme (dafür allerdings mit den neueren Getrieben, die waren auch nicht superstandfest). 

"Kein bißchen schlechter"... ulkigerweise war von den div. R4s, die ich (mit-) besessen und gefahren habe, kein einziger wasserdicht. Und das lag bestimmt nicht an mir - an einem gebrauchten war schon vom Vorbesitzer ein Ablaufloch im Fußraum gebohrt worden. Ulkigerweise gab es derartige Wassereinbrüche bei keinem anderen Auto, das ich besessen oder gekannt habe. Die einzigen deutschen Autos, von denen das bekannt ist, war damals der Borgward "Arabella" (deswegen auch als "Aquabella" bekannt). Sicher, man KANN einen R4 dichtbekommen - aber warum war das ab Werk nicht möglich???

Daß die Franzosen technisch einiges voraus waren, bestreitet niemand. Auch meinen jetzigen markenfremden Oldtimer hätte es ohne das Konzept des R4 nicht gegeben. Ob die Umsetzung dieser Innovationen in der Großserie immer so geklappt hat... darüber bin ich vermutlich anderer Ansicht als so einige hier. 

Nochmals: ich bin seinerzeit viel und gern R4 gefahren. Auch meine Mutter - so lange die Jungs noch im Haus waren, um die Kleinigkeiten herzurichten. Danach hat sie dann die Marke gewechselt (wodurch ich dann zu dem abgelegten Polo1) kam. Ratet mal, warum...

Ich wünsche euch trotzdem weiterhin viel Freude und Erfolg bei der Erhaltung eurer Exemplare, die Automobilgeschichte geschrieben haben. Ist aber kein Grund, alles zu vergöttern, was aus dieser Schmiede oder diesem Land kamen. (Auch beim Hersteller meines jetzigen Oldtimers gab es viel Licht und viel Schatten.)




Geändert von WinfriedB am 31.Oct.2019 8:07