Hallo und guten Abend, hier eine Kurzbeschreibung der Aktion Umbau Armaturenbrett Epoche 4 auf 3 (1986 auf späte 70er) Benötigt wird: - natürlich das Armaturenbrett und das Instrument mit den angedockten zwei Schaltern (Blinker, Licht, Hupe) und deren drei Hebelchen. - eine Tachowelle mit tachoseitiger Schraubmutter (Getriebeseite unverändert). Länge beachten (GTL sehr lang) - die zwei Blechteile für die Frischluftumlenkung (rechts und links) und zur Instrumentenbefestigung (linkes Blech mit zwei Laschen). - mindestens einen Warnblinkschalter und einen Wischerschalter - weitere Schalter zur kreativen Belegung der restlichen zwei Aussparungen (Bei mir Zwangsschaltung Elektrokühllüfter und die „Brake-Taste“ (noch unbelegt). - Ein Universalchokezug (12.- bei eBay). Beim GTL mit Zenith reicht ein guter halber Meter. Hier im Forum wurde von sehr langen GTL-Zügen gesprochen, daher habe ich großzügig bestellt und gut 1,5 m abgeschnitten) Ich hatte schon zwei alte Kabelbäume besorgt, die beide nicht gut mit den Schaltplänen übereinstimmten und beschloss daher, den neuen Kabelbaum weiter zu nutzen und nur das Nötigste zu adaptieren. Nach dem Ausbau der neuen Schalter habe ich mir deren Funktion mit einem Multimeter erkämpft und bin mit den Schaltern des alten Instruments ebenso verfahren. Ebenso habe ich mir die Beleuchtung und die Zeigerinstrumente des alten Tachos erarbeitet. Das hat bei mir einen guten Abend gedauert, vielleicht auch deshalb, weil mein letzter R4 mit altem Tacho gut 25 Jahre zurückliegt. Im Netz gibt es eine gute Beschreibung der neuen Tachobestromung, die über zwei Multistecker (30 und 31) erfolgt. Davon habe ich nur die Öldruck- und Wasserkontrolle (geht beim alten auf eine Leuchte, von hinten ganz rechts), die Ladestromkontrolle (2. von rechts), die Blinkerkontrollleuchte (2. von links) und die Warnblinkkontrolle (ganz links) die Tankanzeige, Zündungsplus und Masse genutzt. Abblendlicht“kontrolle“ (=Instrumentenbeleuchtung (Mitte) und Fernlichtkontrolle (3. von links) habe ich direkt von den entsprechenden Schalterpins abgezapft, weil die Kabel am alten Instrument dafür einfach schon da waren. Erste Tücke: die Fassungen für Öl/Wasser und Ladekotrolle müssen gegen Masse isoliert sein, sonst brennen sie immer. Ich hatte beide nur als Standard mit Masselasche zum Gehäuse und musste die Fassungen selbst isolieren. (Die schwarzen (!) Kabel, die von der Pappplatine zu diesen beiden Leuchten führen, sind übrigens Zündungsplus...). Zweite Tücke: der alte Scheibenwischerwippschalter passt genau auf den Stecker des neuen Scheibenwischerhebels, verursacht aber einen Kurzschluss, da im alten Schalter die Pins 3 und 4 miteinander verbunden sind. Ich habe den Stecker aufgeknackt, 3 und 4 unter Verwendung des nicht benötigten 5 separiert und dann wieder zusammengebaut. Die Kabel werden gekreuzt verbunden 1 auf 4, 2 auf 3, usw. (5 ist beim neuen die Waschpumpe, aber wir machen das ja lieber zu Fuss...). Erste Freude: der alte Warnblinkschalter passt in den neuen Stecker und macht auch alles richtig. Der Abbau des neuen Armaturenbretts dauerte ½ h. Zum Vorschein kommen zwei angenietete Plastikschalen vor den Frischluftlöchern. Diese habe ich weggebohrt. Die entsprechenden alten Blechteile passen nicht einfach an die gleiche Stelle (anderes Bohrfeld). Außerdem muss eine 2 mm Bördelkante im neuen Blech im unteren Bereich auf etwa 7 cm weggenommen oder weggebogen werden, damit die „Alten“ sauber anliegen können. Ich habe da mit der Wapu-Zange gemacht (sieht ja nie wieder jemand). Danach kann das alte Blech angesetzt und mit Edding die Bohrstellen markiert werden. Zur Orientierung: die oberen beiden Bohrungen liegen auf gleicher Höhe, nur weiter auseinander, ein Falz links auf der linken Seite und analog rechts gibt hier noch einmal Hilfe, man sieht aber auch so ganz gut, dass der Lüftungsdurchbruch mit dem richtig liegenden Blech fluchtet. Die untere Bohrung liegt einen knappen cm höher. Ich habe gebohrt und wieder genietet. Die inneren Nieten konnten nur durch deutliches Verbiegen (und nach dem Nieten wieder Zurückbiegen) der Blechteile gesetzt werden, das nächste Mal werde ich schrauben, aber die Löcher waren ja schon drin... Spätestens jetzt sollte der Schraubbereich (5 Schrauben) für das alte Armaturenbrett gesäubert werden, damit mittels Edding und angesetztem alten Armaturenbrett die richtigen Körnpositionen wiederauffindbar gesetzt werden können. Zum Einsatz kommen Blechschrauben, die immer wieder runterfallen, aber das ist beim alten Brett normal. (Das Brett wird wieder beiseite gelegt) Dritte Tücke: Beim Ansetzen des alten Instruments ist die dreiecksförmige Verstärkung des Zündschlosses im Weg. Ich habe das fluchend weggeflext, danach passte alles sehr schön. Alles? Vierte Tücke: die Tachowelle muss um knapp 10 cm (vom Fahrer aus gesehen) nach rechts verlegt werden. Ich habe dazu von Innen gebohrt, von der Spritzwand aus wollte ich das erst mal nicht tun und habe die Welle in einem deutlichen „S“ verlegt. Wenn ihr das auf Dauer nicht bekommt, werde ich die Welle durch die Bohrung für den Scheibenwaschschlauch (das würde genau fluchten) legen und Letzteren durch die Tachobohrung führen. Diese Aktionen habe ich gestern im Nieselregen in ca. 2-3 h durchgezogen, war aber nicht gerade schön, weil ich auf die Überraschungen nicht vorbereitet war. Zur Verkabelung (letzte Woche, ein langer Abend, ca. 3 h): Ich habe mir einen Schwung unisolierter KFZ-Stecker und –Schuhe und eine feine Crimpzange dafür besorgt. Damit habe ich von allen Steckern des Armaturenbretts ca. 30 cm lange Kabel gezogen, die ihrerseits wieder Stecker am Ende hatten (alles geschrumpfschlaucht, natürlich). Von den Multisteckern (30 und 31 für die Instrumentenbeleuchtung) des neuen Kabelbaums habe ich die Kabel durchtrennt, die relevant sind und von dort aus per Lüsterklemme (oh, je, jetzt schimpfen gleich ein paar...) Kabel mit Schuhen gezogen, die mit den entsprechenden vom Instrument kommenden Lämpchen, Zündungsplus, Masse, Benzinanzeige und Voltmeter verbunden wurden. Die Lüsterklemmen habe ich als Notlösung genutzt, weil in diese neuen Multistecker, die ja an einer gebogenen Flexplatine des neuen Instruments angeklickt werden, keine meiner Stecker sicher eingerastet haben. Und da ich mir bis zuletzt unsicher war, ob ich nicht doch wieder alles rückgängig machen muss, habe ich die Multis erst mal dringelassen. Alles habe ich mit ausgedruckten Tesafähnchen deppensicher markiert und bin mehrmals erschrocken, weil deren Geraschel sich genauso wie ein Kurzschluss anhört.... Die Schalterkabel habe ich direkt in die entsprechenden zwei Stecker des neuen Kabelbaums stecken können. (Das Blinkerrelais und der Sicherungskasten wurden nicht angetastet). Als Elektrodepp bin ich auf das Ergebnis stolz: Bis auf die durchgebrannte Sicherung für den Scheibenwischer (s. Zweite Tücke) hat alles geklappt. Der Chokezug kam in die Aussparung ganz links, wo einige R4 eine Handwaschpumpe haben. Die Chokewarnlampe und die der Handbremse gibt es nun nicht mehr. Rechts neben dem Lenkrad gibt es noch eine (nachgerüstete?) grüne Leuchte, der ich noch keiner Fantasiefunktion zugeordnet habe. Was fehlt noch? Ein Armaturenbrettspiegel mit entsprechender Doppelgewindeplatte (cool: dafür muss das Brett vermutlich noch mal komplett raus...). Eine Idee, wo das zusätzliche Wasserthermometer hinkommt (in schöne Brett wird nicht gebohrt) Das 70er Jahre Mini-Philipsradio wird mit einem Kabelbinder dezent unters Handschuhregal geflochten (da hat eh‘ schon mal einer gebohrt). Über Fragen und Anmerkungen würde ich mich freuen. Grüße, Alex |