Der nächste Schritt - Sandstrahlen


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R4_GuGl



Schrauber
113 Beiträge

Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 22.05.2020 15:38


Nachdem an meinem Häuschen nunweitestgehend alle notwendigen Schweißarbeiten erledigt sind, soll nun natürlich der nächste Schritt folgen.
Die Karosserie, ohne Anbauteile soll gestrahlt und grundiert werden.
Bei den von mir für die anschließende Lackierung in frage kommenden Betrieben,kann die Karosserie, aus verschiedenen Gründen, nicht geatrahlt werden.
Also habe ich mir ein paar Angebote reingeholt, die sich allerdings vor allem in der Art der Grundierung unterscheiden. Fachexpertise im Umgang auch mit Oldtimern können die ausgewählten Sandsrtahler alle aufweisen.
Ein Betrieb bietet mir nach dem Sandstrahlen eine Flammspritzverzinkung an. Ein Verzug des Bleches soll es bei diesem Verfahren auf keinen Fall geben.
Nach einem Telefonat mit dem Betrieb hört sich das ganz gut und soll auch langfristig ein gutes Ergebnis bringen. Die Oberfläche soll von der Struktur her anschließend ähnlich der gesandstrahlten sein.
Habt ihr mit dem Flammspritzverzinken Erfahrungen gesammelt? Was haltet ihr generell davon? 

Guido


HendrikvE


R4-Novize
14 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 22.05.2020 17:09


Schraube nun schon ca. ein halbes Jahrhundert und habe dadurch auch Kontakte zu Karosseriebauern und Lackierern.

So gut sich das alles anhört, würde ich eine mit dem Lackierer abgesprochene Grundierung auf jeden Fall vorziehen.

Keiner der K-Bauer, die ich kenne, hat bisher eine Karosse, schon gar nicht die Wellpappe vom R4 verzinken lassen.

Falls man danach selbst auch mal wieder was machen will, ist die Zink-Trennschicht auch nicht gerade der Renner und die Kontaktkorrosion zu schnödem Stahl ist auch nicht zu verachten.

Also ich würde es nicht tun, aber das ist nur meine Meinung.

Viel Erfolg trotzdem.


ophelia1


Edelschrauber
469 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 22.05.2020 18:08


Jetzt mal ganz kezerisch und nur so in den Raum geworfen.... für welches Jahrhundert soll den der schöne R4 erhalten bleiben?

mit den modernen Beschichtungen und mit dem heutigen Know-how. Danach noch Hohlraum und Unterboden...den Einsatzzweck des R4 eingerechnet ( ganz selten im Regen, nicht bei gestreuten Straßen im Winter) , da hält das doch vorneweg 40 Jahre...und bis dahin wird wohl kein R4 am öffentlichen Verkehr teilnehmen dürfen - wenn es diesen dann überhaupt noch gibt!

man muß da einfach realistisch sein - so hart das auch sein mag...

Grüße Volker


R4_GuGl



Schrauber
113 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 22.05.2020 19:53


Natürlich kann man über die Art und den Umfang im Bereich Korrosionsschutz, wie auch über vieles Andere, philosophieren.
Auf das Flammspritzverzinken bin ich auch nicht gekommen, weil ich denke das es mir den R4 am längsten erhalten würde, sondern es wurde
schlichtweg von einem Betrieb angeboten (eine normale Grundierung nacht er nicht !?!).
Da es sich preislich vom dem günstigsten Angebot (strahlen und grundieren) nur maginal unterscheidet (+50 Euro) und ich auch nach einem Telefonat mit dem Anbieter ein gutes Bauchgefühl habe.
Frage ich einfach mal nach Erfahrungen und Meinungen zu beiden Varianten.
Vom Sandstrahlen der Kotflügel, Türen, ... hat er mir auch definitiv abgeraten. Ohne das das Blech gesandstrahlt ist kann es in Folge auch nicht Flammspritzverzinkt werden. Zum hinteren oberen Radlauf meinte er, dass er sich dies erst genauer ansehen müsse, aber wahrscheinlich auch dort eher vom sandstrahlen abraten würde.


Ingo Heitel


Profischrauber
693 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 23.05.2020 07:22


Liebe R4 Fans,

Sandstrahlen solle man nicht auf den großen Blechflächen - sonst gibt es Wellblech ( Sandstrahlen ist wir Hämmern für Blech ). Chemisch entlacken ist auch Kritisch, da die R4 Karosserie viele unzugängliche spalten hat aus der die Chemie kaum wieder herauszubekommen ist. Wenns sein muß, nur an den Kanten  strahlen ( Regenrinne, Fensterrahmen... ). Spritzverzinken ist ein Super Rostschutz - hab das vor 40 Jahren erfolgreich an meiner Isetta gemacht. Da die aber nicht ins Salz muß, ist das nicht wirklich aussagekräftig. Problematisch ist allerdings die Lackhaftung auf Zink. Da gibt es allerhand Spezialgrundierungen, deren einwandfreie Funktion man erst Jahre später feststellen kann. An meinem Isettarahmen jedenfalls blättert die Farbe ab - und ich habe schon toprestaurierte Autos gesehen mit netten Pickeln und Tropfenerhebungen im Lack. Ich würde so viel wie möglich von der Orginallackierung erhalten - eine bessere Grundierung gibt es nicht.



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R4_GuGl



Schrauber
113 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 23.05.2020 12:28


Leider hat der Vorbesitzer am Häuschen das meiste an Lack bereits heruntergeschliffen, so dass ich keine Chance sehe an der Erhaltung zu arbeiten. Bei den Anbeuteilen werde ich aber versuchen maximal an der Lackerhaltung zu arbeiten.
Die Lackhaftung auf Zink wird immer mal wieder negativ dargestellt wenn man Berichte oder Beiträge zum Thema liest. Bringt mich natürlich zu Nachdenken.

 


ophelia1


Edelschrauber
469 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 23.05.2020 15:28


Ich frag mich auch was da ne großflächige Strahlung bringen sollte? Vielleicht punktuell mit der kleinen Strahlpistole einzelne Rostnester ( falls überhaupt vorhanden) eliminieren und dann grundieren wie Rest-o-Rator das beschreibt....

Grüße Volker


R4_GuGl



Schrauber
113 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 23.05.2020 16:58


Leider gibt es Flugrost. Bin nicht sehr erfahren was die Restauration angeht, höre und lese aber überall das Blech vor dem grundieren porentief frei von Rost sein sollte.
Oder habe ich da etwas falsch verstanden?


seifenkiste


Schrauber
206 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 23.05.2020 18:33


Also ich als gelernter Karosseriebauer würde das mit einem Exenterschleifer schön glatt schleifen, und dann mit einer guten Grundierung grundieren

(epoxy oder die Rote korrosionsschutz grundierung) gibts überall im Handel 

Mfg Michael


ophelia1


Edelschrauber
469 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 23.05.2020 18:43


Von Hand, oder mit der kleinen Flex mit Fächerscheibe kurz drüber. Dann mit Fertan bestrichen. Grundierung drüber...so würde ich das machen...klar kann man alles "professioneller " angehen... man kann auch Unsummen in eine Restaurierung versenken, nur so zum Spaß... die Kosten laufen zum Nutzen meist exponential.

nur meine Meinung!

grüße Volker


seifenkiste


Schrauber
206 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 23.05.2020 20:46


So wie von   beschrieben ist es am schonendsten, und man bekommt eine super grundlage für die Lackierung ,

aber im endeffekt muss es jeder selbst entscheiden was er für richtig hält 

schönen abend noch Gruß Michael

  


ophelia1


Edelschrauber
469 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 24.05.2020 09:25


Ok, ok, wenn ich das Detailfoto nochmals ansehe, dann nehme ich einiges wieder zurück was ich vorher geschrieben hab. Der Vorbesitzer hat da doch mit viel zu grobem Material und sehr unsensibel gearbeitet. Diese dadurch entstandenen Unebenheiten müssen zumindest im "Sichtbereich" runter. Das gibt sonst nie ein schönes Endergebnis. Ob ich mir die Arbeit allerdings innerhalb der Radhäuser und an anderen verdeckten Stellen machen würde , das glaube ich nicht. Dort bleibe ich dabei: Flugrost grob entfernen. Fertan drüber, abwaschen und dann die erwähnte 2 K Grundierung...

grüße Volker


R4D4



Profischrauber
2735 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 24.05.2020 22:37


Hallo Guido,
von ganzflächiger Sandstralerei kann ich dir wie Ingo auch nur abraten. Damit holst du dir nicht nur ganz schnell Frösche ins Blech, mit ein bischen Glück ist sie anschließend auch noch verzogen. Ich weiß nicht, wie gründlich du das machen willst, und vieviel dir absolut blankes Blech wert ist, aber ich habe letztens eine chemich entlackt/entrostete Karosse begutachten können. Ein Träumchen, sag ich dir, du siehst wirklich alles. Nur günstig ist es nicht. Und wegen der Hohlräume, die Ingo auch ansprach: da werden Löcher an den notwendigen Stellen gesetzt, damit alle Chemie restlos ablaufen kann.

Gruß, Thomas


R4_GuGl



Schrauber
113 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 25.05.2020 08:20


Danke für die vielen Ratschläge, ich werde es dann erst einmal weiterer Fleißarbeit versuchen und schleifen, schleifen, ....

Ich habe schon mehrmals gelesen, dass Fertan welches auf nicht rostende Stellen angewendet wurde zu einer schlechten Grundlage für eine Lackierung führt. Habt ihr da auch Erfahrungen?

Guido


Renova



Profischrauber
1167 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 25.05.2020 20:55


Moin Guido,

hast Du mal bei Fertan in das Datenblatt gesehen? Ich benutze einen ähnliche Rostumwandler und mir war so das die getrockneten Reste abgeschliffen werden sollen so das nur die Rostporen gefüllt bleiben.

der Blaue Thomas


ophelia1


Edelschrauber
469 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 25.05.2020 21:06


Seit gut 45 Jahren befasse ich mich mit Rost an meinen Fiat und AlfaRomeo. Das ist - trotz Fertan - eine Lebensaufgabe. Ok, seit ca. 20 Jahren hab ichˋs im Griff.

mein Leib- und Magenmittel nach dem Entrosten ( wenn ich nicht sehr sauber Sandgestrahlt habe) ist immer Fertan. 24 Std. trocknen lassen, dann mit Wasser abwaschen. Dabei kommt auch mal Fertan auf blankes Blech. Das wird mit abgewaschen. Einen Nachteil für eine spätere Grundierung konnte ich bisher nicht erkennen...

grüße Volker


cbi-ac



Edelschrauber
425 Beiträge

RE: Der nächste Schritt - Sandstrahlen, 26.05.2020 10:38


Fertan ist fertane Zeit und fertanes Geld !

Ich habe meine Kotflügel, Motorhauben und Türen alle verzugsfrei selbst gesandstrahlt. Verzugsfrei deshalb, weil ich mit einem Niederdruckstrahlgerät arbeite. Mit dieser Technik würde sicher das Häusschen auch verzugsfrei gesandstrahlt werden können. Ob es einen Sandstrahlbetrieb gibt, der diese Technik verwendet, muß eruiert werden. Allerdings denke ich, dass wenn man die Kotflügeloberkanten und die vorderen Dreiecksbleche ausnimmt, auch beim normalen Sandstrahlen kein weiterer Verzug entstehen dürfte, da alle anderen Stellen kleiner und profiliert sind. Dreiecksblech und Kotflügeloberkanten sollten von Hand mit Excenterschleifer geschliffen werden. Mein Häusschen wurde gesandstrahlt und weist Verzug tatsächlich nur an den hinteren obereren Kotflügelkanten, also den Bereich unter den hinteren Fenstern auf.

Grundierung und Lack (ich empfehle 2K-Lack -  nehme selbst  MIPA 2K PUR Fahrzeuglack) sollten immer im System bleiben. Darunter sollte auch kein Brantho Korrux nitrofest als Grundierung sein o.ä. Da Guidos Häusschen ursächlich ziemlich sicher mit Kunstharzlack versehen war, würde ich als weiteren Grund sehen, das Häusschen weitgehendst, besser komplett zu entlacken, da Kunstharzlack weicher ist als 2-K Lack und es eventuell später zu Rissen kommen kann. Oder doch wieder mit Kunstharzfarbe lackieren, was ich persönlich nicht so gut finde.

Liebe Grüße

Ralf