Häuschen auf Chassis


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Tommie67


Schrauber
232 Beiträge

Häuschen auf Chassis, 20.04.2021 23:51


Das Häuschen vom Chassis zu trennen ist wohl die gründlichste Methode unserem Schätzchen zu einer deutlich höheren Lebenserwartung zu verhelfen. Ich habe diesen Schritt vor gut 3 Jahren gewagt und bin nun, zugegeben auch nach vielen Pausen, an dem Punkt die beiden Teile wieder zu vereinen. Ich finde hier im Forum nicht wirklich viele Hinweise zu dem Thema - abgesehen vom sehr informativen Thread "Dichtmasse Häuschen". Und gleichzeitig lese ich zwischen den Zeilen, dass es schon viele gemacht haben. War es denn so problemlos und nicht erwähnenswert?

Meinen ersten Versuch habe ich hinter mir. Am 1. April (dem ersten und vorerst letzten warmen Tag dieses Monats) habe ich es getan. Aber mit dem Ergebnis bin ich nicht zufrieden. Ich habe es nicht geschafft, alle Schrauben einzudrehen. Und wenn ich die, die ich eindrehen konnte, angezogen habe, klaffte dort wo keine war eine Lücke. So lag z.B. das Blech des Kofferaumbodens auf dem rechten Träger nicht auf. Schließlich habe ich alle Schrauben wieder entfernt - um die Karosse zu entspannen. Mit ein wenig Hilfe der Sonne, die sich an manchen Abenden doch erbarmte auf meinen R4 zu strahlen, war das vorhandene Dichtmaterial erwärmt genug, dass ich das Häuschen quasi hin- und her schieben konnte. So konnte ich die meisten Löcher der Karosserie mit den Löchern bzw. Gewindebohrungen des Chassis in Deckung bringen. Das Kofferraumblech und die beiden Seitenschweller liegen nun auch gut auf. Jedoch im vorderen Bereich klaffen recht große Lücken. Ist das normal? Sie sind fingerdick (okay, etwas weniger als meine Finger aber Kinder- und Frauenfinger passen locker dazwischen - etwa 6 bis 8mm sind das schon). Ich füge mal ein paar Bilder an - auch wenn auf diesen die Problematik wohl nur ansatzweise zu erkennen ist. 

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Herzliche Grüße,

Thomas


sprowi



Profischrauber
2605 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 21.04.2021 08:38


Hallo Thomas, zuerst alle Verschraubungen mit Gewindebohrer nachschneiden um Verkrustungen und schwergängige Schrauben zu vermeiden.

Danach abgeschnittene Schrauben (Ideal 4X an den Ecken) als Peilstäbe einschrauben dann braucht man Karosserie nicht mehr verschieben und die Dichtmasse wird nicht verschoben.

Ich persönlich bevorzuge runde Dichtschnüre 10mm, damit gleichst eventuelle Unebenheiten aus.

Grobe Ungleichheiten konnte ich bei meinen Projekten nicht feststellen.

Nachdem ich genügend Dichtmasse aufgelegt hatte, und alle Schrauben angesetzt wurden habe ich schön langsam die Schrauben abwechselnd angezogen.

Habe teilweise mehrere Lagen nebeneinander gelegt.  







Peilstäbe


www.sprowi.at

Liebe Grüße Alois

Tommie67


Schrauber
232 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 21.04.2021 23:07


Alois, herzlichen Dank für Deine Bilder und Ratschläge! Ich hab hier schon viel von Dir lernen und abschauen dürfen. C‘est genial!

Die Gängigkeit der Gewinde am Chassis hatte ich vorher mit Schrauben ausprobiert. Einen M7 Gewindebohrer hatte ich nicht - aber - habe ich inzwischen. Die Gewinde in den eingeschweißten Schwellerenden sind nämlich nicht da wo sie sein sollen. Der Abstand zum vorigen Loch beträgt 400mm, sollte aber wohl 442,5mm sein (siehe Bild). Dort wäre dann auch ungefähr das passende Loch in der Karosserie. Dementsprechend will/muss ich noch 2 Gewindebohrungen an der richtigen Stelle anbringen.

Als Peilstifte habe ich längere "geköpfte" M7-Schrauben verwendet, aber nicht so schön wie Du mit Hülsen. Trotzdem habe ich nicht alle Schrauben hineinbekommen. Vor allem ganz hinten am Ende des Kofferraums stehen die Löcher in den Trägern zu weit auseinander. Könnte vielleicht mit der Anhängerkupplung zu tun haben, die zwischen den Trägern eingeschraubt ist. 

Warum ich so dünnes Buthyldichtband (2x15) verwendet habe, wissen die Götter. Ich glaube, ich habe mich da verlesen, denn Deine Empfehlung hatte ich mir eigentlich vorher angeschaut. 10mm Rundschnur von Petec ist aber jetzt bestellt und unterwegs. Gelernt habe ich auch, dass die Gewindelöcher großzügig auszusparen sind. In eine mit  2mm starken Material überklebte Gewindebohrung ist es fast unmöglich eine Schraube einzudrehen. Es ist unglaublich wie zäh sich diese unscheinbare Material um das Gewinde legt. 

Das mit dem Verschieben der Karosserie war natürlich nicht so geplant. Dann aber letztlich ganz praktisch um mal zu schauen, ob ich alle Löcher und Gewinde in Deckung bringen kann. Inzwischen bin ich da auch zuversichtlich. Nur das relativ große "Spaltmaß" im vorderen Bereich macht mir nach wie vor Sorgen. Wenn es etwas wärmer ist werde ich noch mal probieren, in wie sich die Bleche beim Schrauben noch zusammenziehen lassen. Erst wenn ich ein gutes Gefühl habe, werde ich das Häuschen nochmal abheben und mit dem richtigen 10mm Dichtband neu montieren. Ich werde berichten ...

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Liebe Grüße,

Thomas


R4D4



Profischrauber
2735 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 21.04.2021 23:20


Hallo Thomas,
ich hab meine Häuschen immer vorab einmal trocken aufgesetzt, um zu sehen, ob sie überall sauber aufliegen und auch alle Löcher fluchten.
Besonders, wenn man aus zweien einen machen wollte, gab es schonmal die eine oder andere Überraschung.

Gruß, von Thomas zu Thomas


r4thomas


Profischrauber
919 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 22.04.2021 21:08


Und weil hier ja immer einige Thomasse unterwegs sind:
Bei einem 86er Kroatienimport habe ich beim Abheben (der Originalverbindung) an den vorderen Kanten, oberhalb der schrägen Fußbodenbleche, 6mm dicke Gummistreifen zwischen Chassis und Häuschen vorgefunden. Es ist, wie R4D4-Thomas schrub: Erstmal trocken ausprobieren. Die Würth-Würste kleben wie sau, auch doppelt.

Viele Grüße,
thomas


Tommie67


Schrauber
232 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 24.04.2021 09:19


Hallo Thomas & Thomas! Danke auch euch für die Info! 

(Ja, der "Thomas" war sehr beliebt um meinen Jahrgang herum ... in der 4. Klasse waren wir ganze 7 (i.W.: sieben)!.

Trocken aufsetzen macht absolut Sinn! Nur wurde vor meinem geistigen Auge der schöne neue Lack an Chassis und Karosserie gleich wieder verkratzt und ich hab‘s mich nicht getraut. Jetzt habe ich zumindest diese viel zu dünne 2mm Dichtmasse als Schutz dazwischen und das Häuschen lässt noch sich verschieben und hochheben.

Gestern nachmittag, die Sonne schien auf meine alte Dame (und mich), bin ich ein Stück weitergekommen. Ich hab das Pferd von hinten aufgezäumt. Anhängekupplung samt Stoßstange abgebaut. Häuschen ausgerichtet auf die hintersten beiden Löcher in den Längsträgern. Dabei mit einer Schraubzwinge die beiden Längsträger etwas zusammengedrückt bis ich die Schrauben einsetzen konnte. Es fehlten so etwa 5mm. 

Nun die Flucht der anderen Löcher zu den Gewindebohrungen kontrolliert. Am linken Schweller nahezu perfekt: Kleine Gewindelöcher sind zentrisch zu den großen Löchern im Chassis. Am rechten Schweller passt es quer nicht ganz, aber der Schweller lässt sich leicht zur Mitte drücken und dann die Schrauben einsetzen. Auch liegt jetzt alles gut auf, Schweller und Kofferraumboden auf den hinteren Trägern. 

Nun zum kritischen vorderen Bereich: Wie gehabt scheint das Chassis hier nur in der Mitte unterhalb der Schräge aufzusitzen. Zur Schräge hoch wird der Spalt größer und ist nach wie vor vorhanden links und rechts unterhalb der Radkasten-Spritzwand. Links ist es besser geworden, rechts eher schlechter, da passt jetzt auch mein dicker Finger dazwischen. Allerdings, es lässt sich hier von Hand mit relativ wenig Kraftaufwand das ganze zusammendrücken und die Lücke verkleinern. Deswegen werde ich als nächstes die vorderen Blech mit Schrauben zusammen ziehen und schauen, wie mein Gefühl dabei ist.

Herzliche Grüße,
Thomas

P.S @Thomas II.: Schlage doch mal dem Würth-Marketing vor, statt Buthyl-Kautschuk-Rundschnur den Ausdruck "Würth-Würste" zu verwenden


Tommie67


Schrauber
232 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 25.04.2021 12:46


Es ist vollbracht!

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Alle Schrauben sind drin und auch adequates Dichtmaterial. Habe wieder von hinten begonnen mit den 2 Schrauben im Kofferraum (erst mal zwei lange genommen zum "Zentrieren" und dann Stück für Stück nach vorne abgekippt. 2 Gewindebohrungen musste ich noch anbringen. Hab mal ein altes Bild herausgeholt und siehe, auch ursprünglich gab es diese zwei Gewindebohrungen nahe beieinander. Eine davon "unbenutzt". 

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Jetzt kann es weitergehen ...

Vielen Dank nochmal für eure "Mithilfe"!

Liebe Grüße,

Thomas


R4D4



Profischrauber
2735 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 26.04.2021 11:15


Sehr schön!
Ich vermute mal, das du den Aufbau beim ersten Mal einfach zu weit vorne aufgesetzt hattest und deshalb dieser Spalt zustande kam.
Lernkurve halt, hatte ich bei meinem Ersten auch

Gruß, Thomas


Ingo Heitel


Profischrauber
693 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 26.04.2021 21:58


Liebe R4 Fans,

auch auf der Gefahr hin, von den Perfektionisten gesteinigt zu werden ;-)

Aber ich habe bis heute nicht verstanden warum man die Karosserie abmontiert, wenn nicht Fahrgestell oder Karosserie ausgewechselt werden sollen? Es ist wenig spektakuläres dazwischen, was sich nicht auch so reparieren oder konservieren ließe. Auch sind beide Teile einzeln wenig stabil, vor allem, wenn auch noch Partien ausgewechselt werden müssen. Dann besteht erhebliche Gefahr, daß sich etwas verzieht und nachher nicht mehr passt. Auch hat man die ungenauen Teile bei der Erstmontage mit kundiger Hand zumindest einigermaßen zueinander angepasst.

In Billancourt hat man ab 1983 zuerst die Karosserie mit dem Fahregestell verklebt und verschraubt und danach erst lackiert und anschließend alles Weitere eingebaut - es geht also, wenn auch nicht so bequem. ( Grund: R4 und Super - R5 liefen vom gleichen Band - da musste der R4 die selbsttragende Karosserie simulieren ). Gerade bei diesen Jahrgängen würde ich vom Trennen eher abraten.



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elch101



Profischrauber
1677 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 26.04.2021 22:17


Ingo, warum leckt sich ein Hund die Eier?

Du bist halt Generation oldschool oder Flickschuster. Man kann ein Chassis nicht anständig richten ohne es auszubauen und man kann auch nicht in 2,5 Std. eine Schwingenaufnahme auswechseln und mit der Maurerschnur glauben daß das Werk gerade und dauerhaft wird.


Ingo Heitel


Profischrauber
693 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 27.04.2021 07:55


Liebe R4 Fans,

man kann ein rostiges R4 Fahrgestell nicht anständig richten. Wenn der Rost zwischen den vielen doppelten Blechlagen sitzt, kommt man Ihm nicht bei. Verschlossene Rostlöcher, hübsche schwarze Farbe und auch Behandlung von Innen sind nette Kosmetik. Es hält damit genauso lange im Sommer-Schönwettereinsatz wie ein gut geflicktes - also ewig. ( Im Streusalzeinsatz ist beides in kurzer Zeit wieder Schrott, vermutlich auch ein neues Fahrgestell !? ).

Ich spreche hier aus 40 Jahren "Oldschool Flickschuster" Erfahrung ;-)

Ich will niemand die Freude nehmen - die ein neuaussehendes Fahrgestell macht. Wer seinen Aufwand begrenzen will und Folgeschäden durch die Demontage vermeiden will - dem Rate ich, die beiden Teile zusammenzulassen.

Wer eine Rahmenrichtbank zum Einschweißen der Schwellerende zur Verfügung hat, benutze natürlich gerne die. Für alle anderen halte ich die Maurerschnur-Methode nach wie vor für eine mögliche und gut bewährte Alternative.



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ophelia1


Edelschrauber
469 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 27.04.2021 18:37


Hallo Ingo, ich setz da noch einen drauf und spreche von ca. 50 Jahren Flickschusterei! Anfangs Fiat und Alfa - da konnte man das Häuschen eh nicht abnehmen....

Die Zeiten haben sich geändert... heute wird restauriert, wir hatten und tun es auch heute noch , repariert um die Alltagstauglichkeit wieder herzustellen. Das ist offensichtlich eine ganz andere Philosophie....

Als ich unlängst mal hier die Frage nach dem Zeithorizont unserer Freude an alten Autos aufstellte und den Aufwand von perfekt Restauriert zum noch möglichen Nutzungszeitraum in Relation setzte wurde ich belächelt, bestenfalls bemitleidet.....

Also ich arbeite so eine Rostlaube in nem halben Jahr ab und fahr dann 10 Jahre ohne weitere Durchrostungen...

Habs halt nicht anders gelernt...

Grüße Volker


Erwin Lindemann



Schrauber
135 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 29.04.2021 19:49


Oh, oh, Abgründe tuen sich auf:

Der ‘R4-Papst‘ wurde hier als, Zitat,:"oldschool Flickschuster" geoutet.

Müssen jetzt alle hier von ihm jemals verfassten Beiträge mit dem roten Warnhinweis ‘VORSICHT - Verdacht auf Pfusch‘ gekennzeichnet werden?

Wie könnte er das denn wiedergutmachen? Muß er dafür einen Mexiko-Käfer restaurieren, mit GETRENNTEM Häuschen vom Chassis und einer Fotodokumentation als Nachweis?

Ist DAS der Dank des Forums zum 60-jährigen Jubiläum des R4?

Wer von Euch, der da frei von Sünde ist, der werfe den ersten Stein.

Ich bin entsetzt. ;-)


R4D4



Profischrauber
2735 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 30.04.2021 10:34


Versteh‘ ich jetzt nicht ...

    Schuster - baut Schuhe
Flickschuster - repariert Schuhe

beides muß man können.


Ingo Heitel


Profischrauber
693 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 30.04.2021 11:45


Wir sind alle Flickschuster!  ( oder baut jemand aus einer Rolle Blech neue R4? ).

Wer ein neugefertigtes Fahrgestell einbaut, ist damit nur ein halber Flickschuster? ;-)

Somit fühle ich mich ein keiner Weise angegriffen.

Ich habe schon als Erstlingswerk eine "Frame-Off-Restoration" an meiner Isetta hinter mir ( 1978 -1984 ) weil man mir das damals so gesagt hat - und würde es nicht zuletzt aufgrund der Zugänglichkeit und der Stabilität beider Teile aber wieder so machen.

Oldschool ist bei mir also der Perfektionismus. Jünger ist der Pragmatismus.

Zwischenzeitlich habe ich so einige weitere Erfahrungen machen dürfen und festgestellt, daß der R4 nachdem Türen, Hauben und Kotflügel abgebaut sind so prima zugänglich ist, daß das Trennen von Aufbau und Bodengruppe nur noch geringen Zusatznutzen bietet.

Das ist es, was ich weitergeben wollte - wer es trotzdem anders machen will, und es auch wieder gut zusammenbekommt, nur zu



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Bonsang



Edelschrauber
260 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 01.05.2021 20:50


Jo, in diesem Forum sollte Platz für alle sein. In meiner Lehrzeit haben wir in der Renault- Fachwerkstatt Spachtel und Glasfaser in Mengen verbraucht, nicht nur beim R4.Das war halt gängige,  anerkannte Praxis. Ebenso die Heitel‘sche Hinterachsträgerreparatur. Solange man ehrlich mit diesen Reparaturen ist und keine Blender verkauft finde ich das OK. 

Wer den Vierer bis zur letzten Schraube zerlegt und neu aufbaut - Respekt. Wer nur Reparaturen macht um ihn fahrbereit zu halten- warum nicht ?

Eine Frame-Off Reparatur erfreut vieleicht die Nachkommen, eher sehe ich hier den Sinn in einer befriedigenden Freizeitbeschäftigung. Ansonsten bin ich bei Volker: Wofür das alles ? Auch Umbauten auf Elektro oder Wasserstoff- Hä ???

Ausserdem sind wir mal wieder am Thema vorbei

Maigrüsse von Michael


elch101



Profischrauber
1677 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 01.05.2021 22:01


Ich hab immer ein bißchen Probleme damit wenn einer vor einem grünen Oppel Kadett steht und mir sagt "guck ma was ne schöne rote Flosse". Klingt bißchen abwegig - erlebe ich im technischen Bereich aber ständig. Besonders im R4 Krauter Bereich.

Um die Frage zu beantworten, ob es Sinn macht das Chassis auszubauen muß man zwei Faktoren in Einklang bringen: Zustand des Restaurators - mental, welche Räumlichkeiten u. Hilfsmittel kann er nutzen, welche handwerklichen Fähigkeiten hat er, in wieweit überschaut er was er tut im gesamten. Zweitens Wert und Zustand sowie der angestrebte Zustand des Restaurationsobjektes.

In vielen Fällen arbeitet man schneller und einfacher wenn man sich aus seinem Hinterhofdenken befreit und sich mit der Vorgehensweise und dem Werkzeug eines Karosseriebauers anfreundet. Unsere Autos werden langsam etwas Geld wert. Unsere alten Knochen werden schnell so klapprig, daß es keine Freude macht sich untem Wagen auf Böcken einen abzuficken mit Teilersatz von Bodenblechen.


Ingo Heitel


Profischrauber
693 Beiträge

RE: Häuschen auf Chassis, 02.05.2021 09:21


Im wesentlichen sind wir schon noch beim Thema der Schwierigkeiten bei der Aufbaumontage und wie man sie löst oder umgeht.

Es sind leider nicht so einfach mit zwei Schubladen: Häuschen Drauflassen = Pfuscharbeit. Häuschen abnehmen = Saubere Arbeit für die Ewigkeit.

Dazu folgende Gedanken, die durch Diese Glaubensfrage überhaupt nicht berührt werden:

Der Pfusch ist bereits ab Werk: Die doppelt zusammengeschweißten Bleche sind nicht dauerhaft vor Rost zu schützen, vor allem ist eingedrungener Rost dazwischen nicht zu beseitigen

Welche für die Lebensdauer wichtige Restaurationsarbeit kann ich nur bei abgenommener Karosserie machen?

Wenn ich den R4 schon so weit zerlege warum brate ich dann an einem angegriffenen Fahrgestell herum und nehme kein Neues in Anbetracht, was ich sonst noch so alles investiere?

Wie vermeide ich den Verzug wenn ich das Bodenblech komplett tausche?

Im Liebhabereinsatz verschlechtert sich erfahrungsgemäß der Karossieriezustand kaum. Die Angst vor kommenden Schweißorgien ist damit übertrieben !?

Wer mutet seiner aufwendigen Restauration nochmal Streusalz zu?

Die Einzige interessante Stelle, die bei montierter Karosserie schlecht erreichbar ist, ist der Bereich hinter den Dreiecksblechen ( zwischen Tür und Kotflügel ) - vor einer Neulackierung würde ich diese Dreiecksbleche sowieso auswechseln, da das eine beliebter Punkt ist, wo später Rostblasen sprießen ( Eigene leidvolle Erfahrung ).

Auf diese Fragen darf jeder seine eigenen Antworten finden. Sinnvoll ist, sie sich vorher zu stellen.

Die wenigsten Karosseriebauer bauen Karosserien - fast alle flicken beschädigte Karosserien - nur die Größe der Flicken ist unterschiedlich

Trotzdem: Frag mal einen x-beliebigen Karosseriebauer nach einer Rostreparatur am R4 - das machen die Dir nicht mehr, weils sie es nicht mehr können - also für diese Arbeiten nicht das ideale Vorbild.



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