Vorbereitung für eine lange Fahrt


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Hempels



R4-Novize
10 Beiträge

Vorbereitung für eine lange Fahrt, 14.03.2024 11:55


Hallo, liebe Community,

ich habe für meine Savanne, BJ.1989, eine neue Werkstatt, die zwar sehr willig, aber leider noch unerfahren mit so einem Auto ist. Bei meinem "alten Schrauber" musste ich nicht so viel zusätzlich nachfragen oder selber Vorschläge machen. Ich möchte nun eine Checkliste für die Werkstatt erstellen, damit die Risiken möglichst klein sind. Ein Ölwechsel ist natürlich klar und der Wasserbehälter muss gefüllt sein, aber wann muss man den Keilriemen austauschen und was gäbe es sonst noch, an das ich denken muss? Das Ganze hört sich etwas naiv an, ist mir klar, aber jedes Mal, wenn ich mit jemandem über so etwas rede, kommen neue Vorschläge und ich bin keine Schrauberin, ich fahre das Auto. Mit der Checkliste möchte ich für mich selber auch eine Sicherheit schaffen, seht es mir bitte nach, wenn ihr das vielleicht etwas albern findet, vor allem die Mitglieder, die alles selber machen können. Das finde ich bewundernswert, und daher wäre ich über eure Vorschläge sehr froh. Ich fahre nach Frankreich, hin und zurück sind das rund 3.000 km. Hat schon ein paar Mal gut funktioniert, aber durch die neue Werkstatt muss ich etwas mehr tun. Vielen Dank für eure Hilfe, Anke.


+Zahnscheibe+


Profischrauber
619 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 14.03.2024 13:41


Hallo Anke,   die heutige Mechaniker Generation hat in der Regel noch nie Ventile, Vergaser oder eine Zündung eingestellt. Gibt‘s in den heutigen Autos nicht mehr seit rund 30 Jahren. Nur wenn da ein alter Meister mit über 50 Jahren arbeitet hätte ich Vertrauen. 

Die oben genannten 3 Dinge sollten stimmen, dazu Keilriemenspannung  und ein Bremstest. 

Vielleicht wohnst du ja nicht weit von einem unserer Schrauber entfernt, der gerne bereit wäre mal nach deinem Wagen zu sehen.

Ansonsten ist mein Vorschlag gar nichts zu machen, 2 Ersatzkeilriemen einzupacken und im Vertrauen auf die simple Mechanik des R4 loszufahren. 

Gute Fahrt.  Falk 


toemchen3


R4-Novize
10 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 14.03.2024 14:29


Hallo Anke,  bei solchen Fragen gibt es vom  Motor buch Verlag das Repera turbuch" Renault R4 alle Modelle" "Jetzt helfe ich mir selbst". Bd. 15. ISBN 3-87943-054-3 . Besorg dir das mal, da stehen dein Fragen als Antworten drin :) . Lag bei meinem Wagen als ich ihn gekauft habe schon drin, dass war dann erstmal meine Bibel für’s Auto. Kann ich dir nur ans Herz legen.

Ansonsten dir einen schönen Urlaub und viele entspannte KM.

Grüße Tömchen


Hempels



R4-Novize
10 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 14.03.2024 16:24


Hallo Falk und Tömchen,

vielen Dank für eure Antworten. Die Sache mit dem Keilriemen treibt mich schon länger um. Ich werde auf jeden Fall Ersatz mitnehmen und ja, dieses Buch habe ich sogar mal bei Ebay ersteigert und habe es wohl nicht so richtig durchgelesen, wird am Wochenende erledigt! Ich wohne übrigens in Hameln, eigentlich gibt es hier viele Oldtimer, aber eben kaum noch Renault 4.

Viele Grüße von Anke


+Zahnscheibe+


Profischrauber
619 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 14.03.2024 16:37


Hallo Anke, die Keilriemen haben unterschiedliche Längen. 


boxerpauli



Profischrauber
971 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 14.03.2024 17:30


Hallo Anke,

wenn Du willst, kannst Du einen Original Wartungsplan für Deinen R4 von mir bekommen. Schreib´ bei Bedarf einfach eine pm.

Gruß aus Oberbayern von Paul


Hempels



R4-Novize
10 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 14.03.2024 18:01


Hallo Edelschrauber,

danke für die Info, ich wollte im Katalog vom "Franzosen" mal schauen, was für mein Baujahr angeboten wird.

Grüße von Anke


elch101



Profischrauber
1677 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 14.03.2024 20:55


1. In Deiner Gegend gibt es einige sehr kompetente Leute.

2. In Werkstätten ohne die erforderlichen Renault-spezifischen Oldtimerkenntnisse kommen regelmäßig die abenteuerlichsten Sachen bei rum, aber auch erhebliche Kosten für Fehlleistungen.

3. Deshalb lohnt es sich immer, 100 oder auch mal 150 km in Kauf zu nehmen, um seine Kiste dort hinzubringen, wo der Schrauber weiß was er tut.

4. Der Franzose ist qualitativ oft eine der der denkbar schlechtesten Ersatzteilquellen. Du findest alles was Du brauchst in ebay, Portalen wie Daparto, AutoDOC und speziell für Franzosen bei Mister Auto. Bei allen Anbietern mußt Du allerdings selber genau wissen, was Du brauchst, welche Ausführungen an Deinem Wagen wirklich passen. Allein hierfür brauchst Du wiederum den Schrauber, der sich auskennt - eine Werkstatt ohne Erfahrung auf dem R4 ist da genauso ahnungslos.

5. Keilriemen würde ich zwar mitnehmen, aber vor einer Tour nicht wechseln, wenn sie nicht definitiv durch sind. Denn neue Keilriemen muß man in der Einfahrzeit häufig nachspannen.

6. Wer nicht gut schrauben kann und lange Touren fahren möchte, sollte in einen 123 Verteiler investieren. Das bringt enorm viel in Sachen Zuverlässigkeit und Wartungsfreiheit der Zündung. Ansonsten auf jeden Fall Ersatz Zündkontakte, einen Kondensator und eine Verteilerkappe mitnehmen.

7. Ich würde eine Temperaturanzeige nachrüsten.

8. An sonstigen Ersatzteilen eine Kraftstoffpumpe und evtl. auch einen Ersatzvergaser, der vorher gestestet wurde.

Man muß das alles nicht machen, wir sind ja früher auch so vom Nordkap nach Marrakesch gefahren. Aber wir leben heute im Spagat, daß die originalen, ursprünglich sehr zuverlässigen Teile gut 40 Jahre auf dem Buckel haben, während Reparaturen mit den jetzt erhältlichen aftermarket Teilen für viele unschöne Überraschungen sorgen.


Hempels



R4-Novize
10 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 14.03.2024 22:09


Lieber Elch,

danke für Deine Ausführungen. Eine elektronische Zündung habe ich schon einbauen lassen, und Deine Aufzählung, was ich mitnehmen sollte, werde ich auf jeden Fall beherzigen.Vielleicht könntest Du mir noch schreiben, welche kompetenten Schrauber Du meinst. Die verstecken sich ja oftmals in den entlegensten Dörfern und dann ist es reines Glück, die zu finden.

Grüße von Anke


R4D4



Profischrauber
2735 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 15.03.2024 00:40



Hempels:

... Schrauber... Die verstecken sich ja oftmals in den entlegensten Dörfern und dann ist es reines Glück, die zu finden.


Das stimmt
Der cono zB, ne gute Stunde weit weg. Zu mir sind es ungefähr zwei.
Du hast ‘ne pN


-cono-



Profischrauber
906 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 15.03.2024 11:37


Moin Anke,

wir hatten schonmal Kontakt vor, ich schätze, drei Jahren. Wir hatten uns in Bad Münder getroffen und du hast ein Heizungsregelventil von mir gekauft.

Leider habe ich zu wenig Zeit, um deinen R4 durchzureparieren, aber wenn du möchtest kann ich mal drauf schauen, ob mir was auffällt, was du dann von deiner Werkstatt erledigen lassen müsstest. Vielleicht an einem der nächsten Sonntage. Ich wohne bei Lehrte. Wann gehts los nach Frankreich?

Lieben Gruß
Jan


sprowi



Profischrauber
2605 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 15.03.2024 16:50


Hallo Anke,

für  den schlimmsten Fall, der hoffentlich nicht eintritt, sollte ein gutes Abschleppseil mit an Bord sein.

Ansonsten sind schon sehr gute Tipps dabei gewesen.

Liebe Grüße Alois

Wolen



Profischrauber
1226 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 15.03.2024 20:52


Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich finde Fahren mit Abschleppseil super anstrengend. Vor allem, wenn ich im abgeschleppten Auto sitze. Da hab ich die ganze Zeit das Gefühl, gleich auf der Stoßstange vom Zugfahrzeug zu hängen. Übel ist es auch, über eine Querstraße gezogen zu werden und den Querverkehr auf sich zukommen zu sehen, ohne irgendeinen Einfluß auf das Tempo zu haben. Und wenn dann auch noch der Fahrer im Zugfahrzeug das vorher vereinbarte Hupsignal für "halt an" nicht hört - puh, ich bin auf jeden Fall schon ganz schön ins Schwitzen gekommen. Für eine kurze Strecke geht das alles ja noch, aber auf eine längere Abschleppfahrt mit Seil hab ich echt keine Lust.

Viele Grüße
Wolfgang


papasitt.1


R4-Novize
21 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 16.03.2024 00:43


@sprowi

für den schlimmsten Fall, der hoffentlich nicht eintritt, sollte ein gutes Abschleppseil mit an Bord sein.

Abschleppen Sollte Ihr Auto liegenbleiben, dürfen Sie es nicht privat abschleppen beziehungsweise abschleppen lassen. Das sei laut ADAC in Frankreich verboten.

ADAC oder anderen Verein eine Versicherung abschließen.

Habe mich mal privat abschleppen lassen, 200 Euro Schaden.

Lieber über ADAC oder andere Versichern lassen.


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 16.03.2024 08:19


Pannenversicherungen/Schutzbriefe bieten fast alle Anbieter von Kfz-Haftpflichtversicherungen für kleines Geld an, normalerweise gelten die auch im EU-Ausland. Einfach mal bei der eigenen Kfz-Versicherung nachfragen. 

In F sind - neben dem privaten Abschleppverbot - auch noch ein paar andere Sachen zu beachten:

- Die "Zwischenphase" bei Ampeln ist orange, und es soll auch schon bei orange gehalten werden (durchfahren bei orange ist straffrei)

- Geschwindigkeitsbegrenzungen unbedingt einhalten, die Bußgelder beginnen bei 135EUR. 

- Beim Fahren darf nichts Elektrisches am Ohr getragen werden, kein Händi-Ohrhörer und auch kein Bluetooth-Knubbel. Freisprech-Einrichtungen über Lautsprecher sind erlaubt. 

- Immer Fahrzeugpapiere mitnehmen, in F gibt es mehr Kontrollen als hier. Die Polizei/Gendarmerie dort ist korrekt und i.d.R. auch nicht unfreundlich, aber wesentlich weniger diskussionsbereit als bei uns. 

- Am billigsten tankt man bei Tankstellen der Großmärkte. Fast alle Tankstellen sind Automaten-Tankstellen und damit auch 24h geöffnet. Ob eine deutsche EC-Karte da funktioniert, weiß ich nicht. VISA-Karte funktioniert immer. 




Geändert von WinfriedB am 16.Mar.2024 10:16
sprowi



Profischrauber
2605 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 16.03.2024 09:57


Das mit dem Abschleppverbot in Frankreich wusste ich nicht. Habe darauf im Netz nachgelesen …….

Aber sehr interessant, bei uns wird beim TÜV ein fehlen vom Abschlepphacken als Mangel angeführt und im schlimmsten Fall keine Genehmigung erteilt.

Liebe Grüße Alois

WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 16.03.2024 10:18


Das private Abschleppverbot bedeutet ja nicht, daß in F auf Abschleppösen verzichtet wird, ich könnte mir vorstellen, daß deren Fehlen auch bei der dortigen CTA bemängelt wird. Auch wenn professionell wohl nur noch selten per Seil abgeschleppt wird. 


papasitt.1


R4-Novize
21 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 16.03.2024 12:28


Auf Autobahnen in Frankreich ist es verboten, ein Warndreieck aufzustellen.

Unbedingt bei Reisen ins Ausland, auch nur für einen Tag z.B. Oldtimertreffen NL, FR ......

eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen

für Einzelpersonen ca. ab 9.90 Euro, Jahr

Familien ab ca. 27,00 Euro. Jahr

kann man auch für Tage abschließen.

Jeder Mitfahrende sollte eine Versicherung abschließen.


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 16.03.2024 13:47


Das mit der Auslandskrankenversichrung kann sehr wichtig werden!

Zwar bekommt man auch in F mit der Gesundheitskarte entsprechende Behandlung und Medikamente, aber zu den Bedingungen für französische Versicherte in der dortigen Pflichtversicherung. D.h. erstmal alles selbst bezahlen und einen Teil (der bei Medikamenten wesentlich geringer ist als bei uns) davon bekommt man erstattet. So sind z.B. für jeden Arztbesuch schon mal (nicht erstattungsfähige) 20EUR fällig. Die muß man auch mit ner Auslandsversicherung erstmal bezahlen, bekommt aber alles erstattet (bei Medikamenten bis auf die bei uns übliche Zuzahlung). 

Bei ca. 10EUR pro Jahr lohnt sich eine tageweise Versicherung kaum. 

Darauf achten, ob ein evtl. Rücktransport immer oder nur in "medizinisch notwendigen Fällen" bezahlt wird. Da in F des Gesundh.system recht gut ausgebaut ist, wird man im letzteren Fall die komplette Behandlung dort absolvieren müssen. 

Danke für den Hinweis mit dem Warndreieck auf Autobahnen. Allerdings lohnt es sich bei der Höchstgeschwindigkeit eurer schönen Autos (und beim aus Spritverbrauchsgründen gemäßiigtem Reisetempo des markenfremden Oldies) kaum, gebührenpflichtige Autobahnen zu benutzen. In den meisten Regionen Frankreichs ist die Verkehrsdichte wesentlich geringer als hier, da kann man auch auf den (teilweise auch autobahnähnlich ausgebauten) routes nationales entspannt fahren. In F ist es übrigens auch verboten, nach Unfällen oder Pannen auf der Autobahn auf den Standstreifen rumzuhüpfen, man muß sich sofort hinter die Leitplanke schwingen. 




Geändert von WinfriedB am 16.Mar.2024 13:59
Alubrille



Profischrauber
869 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 16.03.2024 21:12


Hallo Anke,

hier wollen Dir anscheinend ein paar Berufs-Bedenkenträger (sorry, Jungs...) ordentlich Angst einjagen, anders kann ich die Fülle der Sorgen/Vorschriften nicht verstehen, die hier gepostet wurde, außerdem warst Du schon ein paarmal in Frankreich und bist sicher kein Kleinkind. Es fehlt nur noch ein Nuklearschutzanzug im Reisegepäck, denn Macron hat sich Moskau gegenüber gerade etwas aus dem Fenster gelehnt.

Olaf hat eigentlich das Wesentliche und Wichtige zusammengefasst (Stichwort "Thermometer"). Dieses Thermometer kostet 15.- und ist in 5 min an einem der freien Gewinde auf dem Zylinderkopf montiert (irgendein Loch in der Spritzwand findet sich bestimmt, um das Kabel z.b. parallel zum Kabelbaumdurchbruch in den Fahrgastraumdurchzufädeln):

www.ebay.de/itm/266141457313?itmmeta=01HS4CCKFR5CSZ6SPVX8GDKKQN&hash=item3df7445ba1:g:EXoAAOSwiJ1lSpeb&itmprp=enc%3AAQAJAAABAAzXEO5X9pTA8JTQsxrOvWCc7%2FfP%2F9Nhqj8XM0qf2O3oocziHEi2ROssNsfJ5%2B4v9yFohoJS1enNBlGtmFZid62zt6Me11eD3HU5EvtQVR9CctURXauA1AK9H3vshgOGl7NrvkveoejL03aVcFFqtOQ8KrI08uQ%2F%2B3pPuSHZ66oCkcHJJCq6OQqImeifyBtTsrw1HgAQ4WwE%2BT9yAwUSS5qahqXst3Rqwv023phzuIdtpK4XyNZJf0Jc3Scx92hM2%2FKZvitQknD7ATXVRW28k01QnvPrunFuRJEh%2Fh3S8orj4Q7wIPPslsIOQn%2B72RheEEEcS%2FWqaVWOWZidWIU0V%2BY%3D%7Ctkp%3ABk9SR4q4sozJYw

Ich habe es seit einem halben Jahr drin - es läßt zwar sich nicht ein/aus schalten und daher sind so langsam die beiden LR44 Knopfzellen alle, was für mich OK ist.

Ich würde zusätzlich das Kühlwasserthermostat (es sitzt im dicken, dann dünner werdenden Schlauch von der Wasserpumpe zum Kühler) ab Ostern einfach ausbauen und erst im Spätherbst wieder einsetzen. Es ist im Sommer eine unnötige Engstelle, auch wenn es einwandfrei funktioniert. Diese Aktion dauert mit Entlüften keine 5 min.

Plötzliche Hitzetode durch Keilriemenriss kommen auch von einem fressendem Spannrollenlager. Wenn Du in Erwägung ziehst, Ersatzkeilriemen mitzunehmen, sollte der Keilriemenspanner funktionieren (auch dessen Verstellschraube), denn es ist doof, wenn man erst am Autobahnrand bemerkt, dass die Schraube seit 20 jahren nicht mehr bewegt wurde und das dann auch nicht tut, wenn man einen neuen Keilriemen aufzuziehen versucht. 

Also schau mal, ob du die Kontermutter komplett durchdrehen und dabei das Gewinde der Spannschraube mit Öl durchschmieren kannst, das dauert 5 min. Weitere 5 min benötigst Du, die große Schraube und Mutter (beides SW16 oder SW17) des Spannrollenhalters zu lockern und die lange dünne Spannschraube zu lösen (muss nicht entfernt werden), bis der Keilriemen locker wird. Wenn Du dann die Spannrolle leicht bewegen kannst, oder diese nach Anschubsen sogar etwas weiterdreht, hast Du für Deine Frankreichfahrt diesbezüglich kein Thema. Wenn Dein Lager fest ist, melde Dich - wir bekommen das innerhalb einer Woche mit Hin- und Herschicken hin und ich nehme nur das Porto dafür, hab noch ein paar Lager über (Bestellt, nicht mehr gefunden, nachbestellt, wieder gefunden usw...). 

Den (alten und noch guten!) Keilriemen wieder nachspannen, bis er sich gerade zwischen den Fingern um max 90° zwirbeln läßt. (das sollte er auch vorher schon gemacht haben).

Wenn Du einen R4 mit Elektrolüfter am Kühler hast, sollte dieser nach ca. 5 min von selber anspringen, wenn das Auto ab ca. 15° Außentemperatur ohne Fahrtwind und ohne Heizung läuft. Tut er das nicht, mach Dich mit dem Kurzschließen des Thermoschalters unten rechts im Kühler vertraut, damit Du das Ding mit Krokoklemme oder einem Hilfschalter zur Not, oder dauerhaft zum Laufen bekommst. Läuft der Lüfter dann immer noch nicht, ist der Lüfter kaputt.  

(Mein Thermoschalter ist aktuell auch mal wieder kaputt - so viel zur Qualität von Neuteilen...) und ich schalte den Lüfter manuell zu - das kann ich übrigens hervorragend am oben gezeigten Billo-Thermometer nachvollziehen.)

Zu guter Letzt kannst Du bei laufendem Motor vorsichtig den Aushgleichsbehälter öffnen und schauen, ob er innen mehr als nur einmal blubbert. Tut er das ständig oder in Pulsen, ist die Kopfdichtung nicht mehr ganz frisch und könnte vor Deiner Reise getauscht werden. (Bei mir hat allerdings das Nachziehen der Kopfschrauben (50 Nm) schon genügt und das Blubbern, sowie ein leichtes Wasserdampfen aus dem Auspuff war weg, das ist jetzt 2 Jahre her.)

All diese Dinge können in 2h mit Händewaschen kontrolliert werden.

(edit:) Nachtrag: Evtl. noch 20 min investieren und alle Räder nacheinander anheben und schauen, ob sie sich hinten mit dem kleinen Finger und vorne mit dem Zeigefinger leicht drehen lassen und nicht sofort wieder von alleine stoppen, dann sind die Bremsen frei und nichts wird unnötig warm. Das kannst Du aber auch einfacher nach einer Fahrt ohne heftiges Bremsen durch Befühlen aller Felgen erledigen, sie sollten gleichmäßig kühl sein. Wenn eine Bremse "hängt", spürst Du das sofort bei diesem Test.) Dann mit beiden Händen am Reifen wackeln, ohne dass es mittig Klackergeräusche macht, dann wären auch die Radlager erst mal OK. 

Bon Voyage,

Alex




Geändert von Alubrille am 16.Mar.2024 22:18
Wolen



Profischrauber
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RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 17.03.2024 03:30


Da muss ich Alex jetzt aber beipflichten: Lass dich nicht verrückt machen! Ich war erst im Herbst in Frankreich (zwar nicht mit dem R4) und alles ist gut gegangen.

Zu schnell fahren würde ich wirklich nicht, Blitzer haben wir in Hülle und Fülle gesehen. Und die Strafen sind hoch. In einigen Städten gibt es Umweltzonen. Keine Ahnung, ob das wirklich kontrolliert wird, aber ich hab mir vorher eine Plakette schicken lassen. Das kosten auch mit Porto nach Deutschland unter fünf Euro. Ein normaler R4 dürfte allerdings keine Plakette bekommen, hat ja keinen Kat.

Ein Schutzbrief macht meines Erachtens schon für Fahrten in Deutschland total Sinn. Und ist zusammen mit der Haftpflichtversicherung meist auch günstig zu haben.

Eine Reisekrankenversicherung halte ich persönlich für Frankreich für überflüssig - obwohl ich selbst (für Reisen in Länder außerhalb der EU) eine habe. Als gesetzlich Versicherter hat man halt die gleichen Ansprüche wie ein gesetzlich Versicherter in Frankreich. So schlimm wird das schon nicht sein. Und auch wenn man das Geld erst mal selbst vorlegen muss: In der Praxis erstatten die deutschen Versicherer dann wohl meist das, was sie auch in Deutschland zahlen würden.

Also eine gute Reise!

Viele Grüße
Wolfgang


WinfriedB


Profischrauber
1319 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 17.03.2024 09:41


Karl Valentin sagte mal: "Es ist schon alles gesagt worden, nur noch nicht von allem". Diesem Mißstand wird mittlerweile mit Hilfe von Internet-Foren abgeholfen. 

Die Einfahrt in Umweltzonen wird, wie ich lese, teilweise automatisch (per Kennzeichenerkennung) überwacht (und Bußgelder sind seit langem auch in D vollstreckbar). In der Umweltzone in Paris werden deutsche Oldies mit H-Kennzeichen toleriert (wer aber im Pariser Stadtgebiet mit dem eigenen Auto fährt, ist selber schuld), in anderen Städten wohl nicht. Umeltzonen gibt es in etlichen größeren Städten in den beliebten Urlaubsgebieten und auch z.B. in Strasbourg - da stellt man sein schönes Auto bzw. markenfremden Oldie halt in Kehl ab und fährt mit der supermodernen Tram weiter. 

Wer einen Schutzbrief für sein schönes Auto abschließt (mit dessen Hilfe auch der markenfremde Oldie im Inland wieder flott gemacht wurde), wird wohl auch die 10Euronen für einen Schutzbrief für sich selber übrig haben. Gesetzlich Versicherte bekommen in F so viel erstattet, daß die allermeisten Franzosen noch Zusatzversicherungen haben. Wie gesagt, ein Gang zum Arzt und schon ist man 20 in F nicht erstattungsfähige Euronen los. Von evtl. Rücktransportkosten (hier die Bedingungen der Reisekr.versicherung genau lesen!) ganz abgesehen. Trotz EU sind die Leistungen der jeweiligen Pflichtversicherungen (noch) ziemlich unterschiedlich. 




Geändert von WinfriedB am 17.Mar.2024 10:04

 HomePage   Umweltzonen in F
Wolen



Profischrauber
1226 Beiträge

RE: Vorbereitung für eine lange Fahrt, 17.03.2024 22:15


Mit Kennzeichen und Kennzeichen-Überwachung wird in Frankreich ohnehin recht viel gemacht.. Auch ganz praktische Sachen. Da hat man zum Beispiel auf dem Bezahl-Parkplatz am Pont du Gard am Automaten bezahlt und rechnet damit, dass man die Pappkarte einstecken muss, damit die Schranke aufgeht. Und dann geht die Schranke schon auf, wenn man auf sie zufährt. Offensichtlich ist das Kennzeichen mit der Pappkarte verknüpft, und das System weiß schon, dass man bezahlt hat. Auch ganz lustig sind Parkscheinautomaten in den Städten, zum Beispiel in Lyon. Ich hatte mich schon gewundert, dass auf den Parkschein-Parkplätzen niemand einen Parkschein hinter der Windschutzscheibe liegen hatte. Bis ich dann kapiert habe, dass man am Parkschein-Automaten sein Kennzeichen eingeben muss und dann registriert ist, dass man bezahlt hat. Ist nur blöd, wenn man den Bildschirm, auf dem man die Nummer eingeben soll, wegen Sonneneinstrahlung und Verschleiß fast nicht lesen kann.

Viele Grüße
Wolfgang