1300er Motor im R4


Name Nachricht
boxerpauli



Profischrauber
971 Beiträge

1300er Motor im R4, 03.09.2025 17:42


Hallo, ein Bekannter von mir hat einen R4 gekauft, in dem ein 810 G 26 Motor verbaut ist; nach meiner Kenntnis mit 45 PS aus dem R5 GTL.

Der TÜV ist wieder mal zu den Hürdenbauern aufgestiegen, zeigt jedoch nicht ansatzweise einen Weg auf, wie der Motor im R4 legalisiert werden kann.

Hat vielleicht einer von euch so einen Motor eintragen lassen und könnte mir eine Kopie des Fahrzeugscheins zur Verfügung stellen?

Danke schon mal und Gruß

Paul


+Zahnscheibe+


Profischrauber
619 Beiträge

RE: 1300er Motor im R4, 04.09.2025 14:06


Hallo Paul, wenn überhaupt könnte ich mir vorstellen das eine verstärkte Bremsanlage zu den jetzt 45 PS verlangt wird.

Steuer und Versicherung sind eine weitere Hürde zur Zulassung. 

Sicher gibt es einige R4 mit leistungsstärkeŕèn Motoren, nachträglich eingebaut........


elch101



Profischrauber
1677 Beiträge

RE: 1300er Motor im R4, 04.09.2025 15:22


Hallo Paul,

mit H-Gutachten ist der Umbau nach den Richtlinien TÜV Süd nicht eintragungsfähig. Ohne H-Gutachten eigentlich kein Problem, sofern das Basisfahrzeug ein GTL, F4 oder F6 ist. Nun ist es aber so, daß die Richtlinien und technischen Fragen (Bremse, Fahrwerk) in der Praxis kein Stück Scheißhauspapier wert sind. Es geht rein nach Lust, Laune und Morgenschiß des Prüfers, wobei die Anzahl der Prüfer, die überhaupt noch irgendwas eintragen wollen, aufgrund zunehmender Kontrollmechanismen drastisch geschrumpft ist. Wohingegen Auflagen, mit denen sie sich Prüfer absichern wollen, drastisch gestiegen sind. Daraus ist auch ein Geschäftsmodell geworden, für nicht erbrachte Leistungen kräftig abzukassieren, also Leistungsprüfstands- und Geräuschmessungen, von denen man aber wundersamer Weise kein Protokoll bekommt Ich kenn zwei Adressen, wo man noch solche Eintragungen bekommt, die sind aber sehr weit vom bayrischen entfernt zumindest eine setzt auch einen wirklich guten Zustand von Fahrzeug und Umbau voraus. Und den haben die verbastelten Kisten bei Lichte besehen eher nicht. 

Wie kann nun Dein Bekannter vorgehen? A) 688er Plakette auf den Block nageln und gut is. Im Fall einer Vollabnahme nicht selbst zum TÜV gehen, sondern über eine kleine freie Werkstatt mit gutem Prüfer laufen lassen. B) Bei der GTÜ anfragen, wo ihr nächster Klassik Spezialist ist. Die dürfen intern eher mit H eintragen, als der TÜV. Kann aber passieren, daß hier viele Bedenken und Preise jenseits gut und Böse genannt werden. C) Macht eine Werkstatt aus, die auf Klassiker-Tuning spezialisiert ist. Da gibt‘s im bayrischen nicht wenige, Stichwort Bergrennen, und die haben ihre Prüfer. Mich haben acht persönliche Gespräche bewaffnet mit Kenntnis der gesamten Gesetzeslage, der diversen TÜV Richlinien (die von den TÜV Prüfern mit Gesetzen verwechselt werden), und sämtlichen technischen Unterlagen, bei verschiedenen Prüforganisationen keinen Schritt weitergebracht. Es lief letztendlich über Werkstattkontakte. Übrigens kann im schlimmsten Fall, es kommt selten vor, ein Gutachten in der Grauzone vom Landratsamt nicht eingetragen werden oder bei einen Folge HU Termin nicht anerkannt werden, sprich Stilllegung. 


boxerpauli



Profischrauber
971 Beiträge

RE: 1300er Motor im R4, 06.09.2025 16:56


Danke für die Rückmeldungen, das hilft schon ein Stück weiter.

Da der R6 ja mit der gleichen Mechanik unter dem Blech auch mit rund 45PS unterwegs war, sollte die Leistung nicht das Problem sein. Basisfahrzteug ist ein GTL mit serienm,äßiger Scheibenbremsanlage.
Wenn die Prüforganisation den neuen technischen Zustand begutachtet und positiv beschieden hat, ist die Eintragung durch die Zulassungsstelle nur ein Verwaltungsvorgang. Die Finanzbehörde wird dabei automatisch informiert und setzt den neuen Steuersatz fest. Es empfiehlt sich aber, vorher die Versicherung in Kenntnis zu setzen und vorsichtshalber eine neue EVB (elektronische Versicherungs Bescheinigung) mit zubringen.

Habe das kürzlich erst durchexerziert. Nachgerüsteten und so in den Fahrzeugpapieren eingetragenen Kat vom Fanzosen nach vorheriger Rücksprache mit der Prüforganisation entfernt, ursprünglichen Serienstand wieder hergestellt. Technische Änderung durch Prüfer bescheinigt, AU bestanden, Änderung in die Fahrzeugpapiere eingetragen und gut ist´s. Nachteile: Die Steuer steigt deutlich weil andere Schadstoffklasse und die grüne Plakette ist futsch. Mit H-Kennzeichen ist das allerdings vernachlässigbar. Und der Versicherung ist es völlig egal....

Gruß Paul