Ich bin nun auch stolzer R4 Besitzer (Baujahr 86).Im Moment aber hab ich das Problem das er kaum noch anspringt bzw. ich auch nach 30km Fahrt nicht den Joke reinmachen kann. Denn wenn ich das mache geht er mir beim Schalten einfach aus.
Nun hab ich gesehen das die Bezinvorfilter vor dem Anlassen im Grunde leer sind. Als ich ihn das letzte Mal angelassen habe hab ich mit dem Joke gepumpt bis er kam.
Wenn er dann mal an ist läuft er gut und wenn ich nicht schalte auch nach einer Weile ohne das der Joke gezogen ist.
Was würdet ihr vermuten? Bin noch neu und von daher auf eure Hilfe angewiesen.
der Benzinfilter sieht eigentlich immer so aus, als wenn er leer währe.Wenn du auf die Benzinzufuhr tippst, dann einfach den Benzinschlauch zum Vergaser lösen und starten (den Schlauch in einen Benzinkanister halten).Dann siehst du, ob ordentlich Benzin gefördert wird.Ich tippe allerdings eher auf den Vergaser.Wenn z.B. der Leerlauf zu niedrig ist und beim Schalten die Kupplung getreten wird, fällt der Leerlauf so weit ab, das der Motor ausgeht.
Benzindruck kannst Du fast außschließen, is aber auch schnell gecheckt, wie schon Ebi schreibt. Und wenn Du schon danach guckst, kannst Du gleich noch überprüfen, ob die Benzinpumpe sabbert, dann gehört sie getauscht, auch wenn sie ihrer Förderfunktion durchaus noch nachkommt.
Ich binn mir ziemlich sicher, daß Dein Vergaser reichlich Falschluft zieht. Wäre gut zu wissen, welchen Motor (850er/1100er) Du hast und welchen Vergaser. Am besten wäre ein deutliches Bild vom Vergaser ohne Luftfilter. Vorab kannst Du folgendes checken: Vom Ventildeckel geht ein etwas dickerer Schlauch oben an den Vergaser und von diesem Schlauch oder von der Deckelbefestigung selber zweigt ein etwas dünnerer Schlauch ab an den Vergaserfuß oder die Ansaugbrücke hin. Zieh den dünneren unteren Schlauch ab und mach den Anschluß Ansaugseits zu (Stück Benzinschlauch mit Schraube drin). Läuft der Wagen jetzt vernünftig? Dann: Sitzt die Ansaugebrücke fest mit allen Schrauben? Vieleicht sitzen an Deinem Vergaser sonst noch allerhand Unterdruckschläuche und -dosen. Die kannst Du auch abziehen und zur Überprüfung dichtlegen. Dann guckst Du Dir Dein Vergasergehäuse genau an: Sind da vielleicht irgendwelche Blindstopfen rausgefallen oder fehlt die CO-Einstellschraube? Ansonsten kann noch der Vergaserflansch zur Ansaugebrücke oder der Vergaserdeckel tüchtig verzogen sein, leider kommt man durch Absprühen mit Bremsenreiniger oder Startpilot nicht immer zu Ergebnissen, ob da ein Fehler liegt. Ich denk aber, so wie Du es beschreibst, das der Wagen warm nur mit vollen Coke läuft hast Du irgendwo schon ein größeres Luftloch - außer Ebi hätte recht.
Und falls Du den Vergaser zerlegen willst/mußt besorg Dir besser vorher einen passenden kompletten Dichtsatz. Mit Schwimmernadelventil, Beschleunigerpumpendichtungen, Dichtung für den Ansaugbrückenflansch. Prüf Vergaserdeckel und Fuß auf Planheit und montier das Ganze wieder mit Vorsicht.
Zum besseren Verständnis wie das mit der Falschluft ist: Nimm mal an, Du hast einen kerngesunden Vergaser und bohrst unterhalb der Drosselklappe, bzw in den Ansaugkrümmer, ein kleines Loch. Bei geschlossener Drosselklappe entsteht da nun mächtig Unterdruck und zieht tüchtig zusätzliche Luft in den Vergaser. Das Gemisch magert stark ab und ist nicht mehr zündfähig. Bei geöffneter Drosselklappe also je mehr Gas Du gibst, sinkt der Unterdruck und es wird einerseits nicht mehr so viel Luft angesaugt und andererseits macht es sich bei der reicheren Benzinzufuhr unter Last auch nicht mehr so bemerkbar.
ich hatte neulich einen Patienten mit einem speziellen Falschluftproblem: Im Motorentlüftungsschlauch zum Kürmmer ist eine Reduzierhülse. Das heißt ein Kuststoffstopfen mit einer sehr kleinen Bohrung - die dadurch nur eine begrenzte Luftmenge durchlässt. Ein gutmeinender Mensch hat diesen alten Schlauch gegen einen Neuen ohne diese Kalibrierung ersetzt. Damit tritt das in den vorigen Beiträgen beschriebene Falschluftproblem genauso auf. Beiläufig erwähnt wurde das anderes R4 Spezialphänomen. Am Vergaser ist unten ein Messingplättchen mit 10mm Durchmesser. Geht Dieses verloren oder ist undicht ist das Leerlaufsystem nicht mehr dicht und man hat plötzlich schlechten oder keinen Leerlauf mehr.
viel Erfolg beim Suchen wünscht Euer
Ingo Heitel
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Johannes
RE: Benzindruck, 06.07.2010 08:41
Das Problem hatten wir vor zwei Wochen schon diskutiert und ich habe in meinem R4 jetzt eine Schweißdüse in diesen besagten Schlauch eingebaut; und nun läuft er super auch bei lastwechsel und tuckert ganz ruhig im leerlauf vor sich hin.
das erklär mir mal bitte genauer, was, wie, wo. Leerlauf ist m.M.n. rund, aber beim Lastwechsel verschluckt er sich und spuckt ein wenig. Das ist lästig, gerade deshalb, weil ich in Berlin oft und viel auf der Stadtautobahn fahre und da gehts rund = viel Stop&Go. Um wieder richtig Schwung zu kriegen, muss ich dann sehr oft zurückschalten. Fahrzeug R4 5/84, Motor B1B mit 29PS.
das erklär mir mal bitte genauer, was, wie, wo. Leerlauf ist m.M.n. rund, aber beim Lastwechsel verschluckt er sich und spuckt ein wenig. Das ist lästig, gerade deshalb, weil ich in Berlin oft und viel auf der Stadtautobahn fahre und da gehts rund = viel Stop&Go. Um wieder richtig Schwung zu kriegen, muss ich dann sehr oft zurückschalten. Fahrzeug R4 5/84, Motor B1B mit 29PS.
Ich hab mal Fotos vom Vergaser gemacht und gestern abend sprang er auch schnell und ohne große Probleme an. Naja, vielleicht weil er auch 2 tage Ruhe hatte.
Ich füg die Fotos hinzu. Aber ich kann nicht genau sagen welcher Vergaser es ist. Es ist ein R4 GTL, BJ 86, 25kW, 1108ccm.
Das sieht doch schon mal gut aus. Nix abgebrochen, noch nicht zu verbastelt.
Leider kenn ich mich am GTL nicht ganz so toll aus. Also gerne verbessern wenn jetzt was nicht stimmt: Ich meine das müßte ein Zenith IF28 sein. Mit einer großen Druckdose, die bei voll gezogenem Choke die Starterklappe beim Gasgeben leicht öffnet, damit er sich nicht verschluckt und einer kleineren Druckdose, die - wenn ich F6Alpine richtig verstanden hab - den Leerlauf beim schnellen Gaswegnehmen anhebt. Also beides nur Kompforteinrichtungen und in der Tat nicht so wichtig.
Die genaue Bezeichnung findest Du seitlich am Gehäuse, wahrscheinlich auf der Ventildeckelseite. Wegen Dicht- bzw. Überholsatz würd ich mich mit dieser Nummer an die Reno4er wenden, dann bekommst Du auch das Richtige.
Der Schlauch mit Schraube dient dazu, das die Kurbelgehäusegase auch bei voll geschlossener Drosselklappe wieder angesaugt werden. Solange da eine Schraube drauf ist läuft der Wagen - trotzdem würd ich es wieder richtig hintüddeln, da es die genaue Gemischzusammensetzung ja doch beeinflußt. Der Schlauch, bzw ein neuer, passender gehört an das Plastik-T-Stück, das Du auf dem 2. Bild oberhalb der Gaswippe siehst. Mit der nun schon vielbesprochenen Kallibrierung!!!!!
Was ist das für ein loser Schlauch, den man im letzten Bild auf 11 Uhr sieht?
Ansonsten würd ich zuerst wie besprochen alle Falschluftquellen untersuchen, dazu auch den Luffiträger abnehmen, um die Rückseite vernünftig einsehen zu können. Dann die Zündung checken. Und dann erst - wenn nötig - den Vergaser auseinanderpflücken und Reinigen denn eine verstopfte Leerlaufdüse kann natürlich auch an Deinen Problemen beteiligt sein.
Bei den Druckdosen (Schlauch am Vergaser abziehen, kräftig dran saugen, dann sollte sich irgend was bewegen, und das Vakuum sollte konstant bleiben) auch die am Verteiler überprüfen, die wird von dem Schlauch rechts neben dem "Schraubenschlauch" angesteuert.
Die Sache mit der Zündung: Ein korrekt eingestellter R4 mit normal-kräftigem Zündfunken springt bei voll gezogenem Choke sofort an. Kein Orgeln, kein Choke-Spielen, nur Schlüssel umdrehen und wrrrrum. Und das tut der Wagen auch wenn die LL-Düse zu ist oder irgendwo ein Falschluftloch. Der Choke überspielt das erstmal alles. Ausnahmen gibts allerdings jetzt bei so extrem heißem Wetter, wenn es ein kurzes Orgeln erfordert um erst die Schwimmerkammer zu befüllen. Bei einem schwachen Zündfunken siehts anders aus, weil der Zündfunken leicht vom überfetteten Gemisch ausgeblasen wird - dann ist das Starten so eine Glücksprozedur mit Coke rein, Choke raus, mal klappts - meistens nicht.
Häufigste Fehlerquelle ist der Unterbrecherkontakt, falsch eingestellt (oft durch Abnutzung am Gleitschuh viel zu eng) oder abgenudelt. Da man nicht so recht sehen kann, wie gut der Kontakt noch arbeitet besser gleich tauschen. Kerzen sollten natürlich auch gut sein. Die restlichen Fehlerquellen wie Verteilerkappe, Zündkabel ... sind nur selten relevant. Aber gut is immer, wenn die Zündung auch auf‘m richtigen Punkt steht
Irgendwie ham wir und mit der Liebe zu den alten Scheißhäufen ja schon was angetan - Arbeit genuch :) Und wenn eins repariert is kommt das Nächste...
Der Schlauch im unterstens Bild auf 11 Uhr geht an den Ansaugstutzen unterhalb des Vergasers. Der zieht Luft und wenn ich ihn von dieser Stelle wegbewege kann ich nicht starten und der Wagen geht aus, wenn ich es im laufenden Betrieb mach. Dieser Schlauch scheint mir ersetzt worden zu sein, er ist sehr weich und flexibel und durch seine Lage beim Vergaser auch geknickt, was wohl die Menge der Luft die er ansaugt verrringert. Wie gesagt, wenn ich ihn komplett abdichte, einfach mit einer Zange mit gefühl zudrücke läuft der Wagen auch dann weiter problemlos.
Nur damit ich das richtig verstanden habe: Der Schlauch auf dem die Schraube war und nun auch wieder ist gehört eigentlich auf das T-Stück vom Schlauch das vom Ventildeckel kommt? Denn die sehen vom Innendurchmesser her nicht passend aus.
Wenn ich den Motor anlasse entstehen ab und an Verpuffungen. Ist das mehr oder weniger normal wenn ich den Decke abmontiert habe? Ich hoffe die Saarländischen Kontakte bleiben mir Treu und ich bekomm bald ne Nummer von einem Renaultfachmann der mal drüber schaut.
Werds dann posten und bis dahin eure Tipps und Hinweise weiter umsetzen um die Sache alleine in den Griff zu bekommen. Ist irgendwie vom Gefühl her besser.
Dann ist mir auch noch wohl der Temperaturschalter am Kühler gefreckt. War am Vergaser machen und tun und als ich den Wagen ausmachte fings an zu kluckern wie verrückt und der Behälter in dem sich das Kühlmittel befindet war plötzlich rand voll. Mir viel in dem ganzen nicht auf das der Lüfter sich nicht regte. Ich dachte schon, der Motor würde gleich an der Decke der Garage hängen :)
Danke für eure Hilfe!!!
DavidN
R4-Novize
RE: Benzindruck, 09.07.2010 09:53
Also, an dem T-Stück (das an dem auf Deinem Foto KEIN Schlauch drauf steckt) steckt bei meinem 28IF der Schlauch mit besagtem Reduzierstück (Fotos in meinem Posting oben) drauf. Dieser geht an die Ausaugbrücke unterhalb des Vergaserfußes. Ansonsten hat mein Zenith Vergaser - bis auf den kleinen Schlauch zur Unterdruckverstellung des Zündverteilers - keinerlei weitere Dosen oder Schläuche. Zum Glück!
Ich denke der Groschen ist gefallen. Ich hab mich da an einem Gedanken so krampfhaft verbissen, das ich einfach nicht richtig verstanden habe.
Der Schlauch der da auf 11 Uhr hängt wurde wohl erneuert und anstelle eines ordentlichen, wurde ein weicher, flexibler benutzt. Das Auto springt an weil der Schlauch durch deine Beschaffenheit geknickt ist und da nur ne begrenzte Menge Luft durchgeht.
Ich werd mich nun mal auf die Suche nach einem passendem Schlauch machen und auch nach einem solchen Reduzierstück, aber im Moment bin ich etwas ratlos wo ich das finden soll, denn beim Franzosen hab ich nichts davon gesehen.
Werd den Schlauch mal noch etwas dichter machen und dann berichten.
RE: Unterdruck- und Entlüftungsschläuche, 09.07.2010 22:44
Hallo R4 Fans,
Zusammenfassend gehören an einen R4 mit geschlossener Kurbelehäuseentlüftung ab mitte der Siebziger mit dem Zenith 28 IF Vergaser:
T-Stuck an Stutzen am Vergaserdeckel ( evtl kurzer Schlauch dazwischen ) davon ein Schlauch zum Ventildeckel ( bei manchen C-Motoren über einen Zyklonabscheider ) der andere dünnere Schlauch an den Ansaugkrümmer unterhalb des Vergasers. In diesem Schlauch gehört der besagte Kalibrierungseinsatz 1,3mm - Wenn er fehlt kann man einen 8mm Bolzen ( z.B. abgesägte M8 Schraube ) mit 1,5mm durchbohren - das ist genau genug. Durch diesen Schlauch muß bei laufendem Motor Luft gesaugt werden, wenn nicht, ist er verstopft oder die Bohrung im Krümmer felt ( kein Witz - hatte ich gestern ). Bei Zündverteilen mit Unterdruckverstellung geht noch ein Schlauch vom Stutzen am Vergaserfuß direkt zum Verteiler. Ist ein zweiter Stutzen am Vergaser ist der zu verschließen ( Schlauch und eingesteckte Schraube ). Auf die anderen Dosen und Schläuche ( beim schadstoffarmen GTL ) kann verzichtet werden.
RE: Unterdruck- und Entlüftungsschläuche, 26.07.2010 08:21
Hallo.
Vielen Dank für eure Hilfe. Mein R 4 läuft jetzt ohne Probleme. Hab mir eine Hülse mit einem 1,5mm Loch besorgt und ein Freund hat sich den Vergaser vorgenommen und alles eingestellt.
Wenn er warm ist, ist es nur ein wrumm und schon ist er an. Freu mich riesig darüber. Wir werden nun die erste Augustwoche mal nen Urlaubstrip starten.
RE: Unterdruck- und Entlüftungsschläuche, 26.07.2010 09:15
Na prima. Jetzt fehlt Dir nur noch ein wenig Zündspannung, dann macht er kalt genauso sofort Wrrrum
ch.richa
R4-Novize
RE: Benzindruck, 22.04.2012 23:22
Na fein ^^ Bei mir fehlt also die Kalibrierung, Da hat Vorbesitzer wohl den Schlauch gewechselt und das Ding weggelassen. Ich hab schon jede Menge Sackgassen ausprobiert, aber morgen werd ich ne kalibrierung basteln und alles neu einstellen. Freu mich drauf das der endlich schnurrt..... Danke an euch !!!
"Auf die anderen Dosen und Schläuche ( beim schadstoffarmen GTL ) kann verzichtet werden." - ich habe einen GTL und mein Vergaser hat keinen Anschluss für die Unterdruckdose. Ist mein Vergaser nun falsch oder mein Zündverteiler mit Unterdruckdose?
es gibt beim Zenith 28 IF viele verschiedene Vergaser - Kennnummern. Die Unterschiede im Alltagsbetrieb sind jedoch eher gering. Der Hautptunterschied sind aber die Unterdruckanschlüsse -> Keiner: B- Motor ( 747 - 845ccm ), Einer: R4 GTL ( und andere mit Unterdruckdose am Verteiler ) , Zwei: R4 GTL "schadstoffarm" - der mit den Dosen am Vergaser, siehe oben.