Benzinpumpe prüfen_gelöst


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boxerpauli



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Benzinpumpe prüfen_gelöst, 03.10.2025 13:54


Bin ich zu doof oder ist der teufel manchmal ein Eichhörnchen?

Wollte einem R4 Freund helfen und ihm eine gebrauchte Benzinpumpe schicken. Vorher natürlich Funktionsprüfung im ausgebauten Zustand. Durchsichtigen Schlauch auf den Ansaugstutzen, in eine Flasche mit Bezin gehalten, den ebenfalls durchsichtigen Schlauch zum Vergaser in einen Becher gehalten. Hebel gut 30 mal bewegt, es tut sich nichts. Also zweite Pumpe dran, der Effekt ist derselbe. 
Erste Pumpe wieder hergenommen, Saug- und Druckseite mittels Spritze mit Benzin gefüllt, es tut sich nichts auch bei längerer Betätigung des Hebels.

Kann es sein, dass nach längerem Stand des Motors dieser zunächst mit dem Benzinvorrat in der Schwimmerkammer anläuft und erst die dann häufigen Hebelbewegungen (es sollten rund 750/min. sein) genügend Fördermenge bringen? Sind meine von Hand ausgeführten rund 30 Hebelbewegungen/min. schlicht zu wenig? Oder sind etwa die Membranen der Pumpen alt und bröselig? Habe noch keine der insgesamt 7 Pumpen geöffnet.

Wie macht ihr das?

Gruß Paul




Geändert von boxerpauli am 5.Oct.2025 10:28
R4D4



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RE: Benzinpumpe prüfen, 03.10.2025 14:54


puste mal entegegen der Förderrrichtung, dann weißt du schon mal mehr über die Ventile.
Heute abend mehr, bin jetzt auf Jück.


+Zahnscheibe+


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RE: Benzinpumpe prüfen, 03.10.2025 16:54


Hallo Paul, der eigentliche Förderhub steht unter einem starkem Federdruck. Die Hebelversion von Hand zu prüfen erfordert einige Anstrengung, da tut mir nach wenigen Hüben schon die Hand weh. Deshalb, wirklich ganz den Hub voll durchgedrückt?

Mir bitte diese Frage nicht übel nehmen: Saug / Druckseite vertauscht?




Geändert von +Zahnscheibe+ am 3.Oct.2025 19:50
R4D4



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2735 Beiträge

RE: Benzinpumpe prüfen, 03.10.2025 20:57


Also, mit pusten - oder von mir aus auch blasen - entgegen der Förderrichtung findet man sofort heraus, ob zumindest die Ventile noch dicht sind. Pfeift es jedoch auch gleichzeitig unten aus den beiden Lüftungsöffnungen, also da, wo normal der Sprit raussuppt, wenn die Membran hin ist UND aus dem Hebelschacht, ist die Pumpe im Grunde tot.
Der Aufbau sieht prinzipiell so aus, daß über den Hebel die Membran entgegen einer Feder nach unten gezogen wird (Pumpe saugt an)
Die Stange, welche Hebel und Membrane verbindet, wird nach oben mit einem recht filigranen Gummiformteil abgedichtet. Das war bei jeder Pumpe, die ich geöffnet habe, hinüber. (Keine war jünger als 35 Jahre) Ist diese Dichtung hin, gelangt Motoröl ins Pumpengehäuse und läuft aus den beiden Belüftungsöffnungen. Anders herum kann bei zusätzlich defekter Membran aber auch Benzin ins Öl gelangen.
Im 2. Takt (Hebel wird entlastet) drückt die erwähnte Feder die Membrane nach oben (Pumpe fördert Sprit) Ist die jetzt rissig oder gar schon gerissen, wird ein Teil des Kraftstoffes in den Pumpenkeller geschickt, läuft unten wie oben schon beschrieben entweder direkt ins Freie oder eben in Richtung Ölwanne.
Saugen und pumpen läuft über zwei gegenläufige Ventile, wobei es da die unterschiedlichsten Varianten gibt. Die wohl langlebigste besteht aus einem Messingring, auf dem eine federbelastete Pertinaxscheibe sitzt. Andere Ausführung bestehen teils oder auch ganz aus Plasteteilen. Die sind meiner Erfahrung nach am kurzlebigsten. Entweder verziehen die sich, oder werden durch eingeschleuste Fremdpartikel langsam aber sicher soweit runtergeschliffen, daß sie nicht mehr sauber abdichten können. Bei der Messing/Pertinaxausführung waren immer die Membranen hin, während die Ventile nachwievor sauber geschlossen haben.
Auf dem saugseitigen Ventil sitzt vorher noch ein Sieb, recht grobmaschig im Vergleich zu dem im Vergaser, hält aber grobe Rostpartikel mühelos ab.
Nebenbei erwähnt: bei allen, wo ich bisher in Händen hatte, waren wenn immer beide Ventile hinüber.

Nach aller Theorie vielleicht noch meine Pumpenprüfstrategie:
Wie schon erwähnt, als erstes entgegen der Pumprichtung mit Luft beaufschlagen. Wer gerne spuckt, macht das von Hand mit dem Mund, allen anderen empfehle ich einen Kompressor. Das ist wie mit den Maulwürfen: willst du einen hügelfreien Rasen, schaff dir Kinder an. Blagengetrappel mögen die nicht.
Wenn Durchgang: Ventile, evtl auch Membran hin.
Kein Durchgang: Kappe öffnen und schauen ob das Sieb zusitzt. Sieb bei Bedarf säubern, ebenso dessen Bauraum.
Kappe wieder drauf, Drucklufttest wie oben.
Jetzt Durchgang: siehe oben
Immer noch kein Durchgang: Pumpe heile.
Nota: Um den Zustand der Membran zu beurteilen, muß zumindest das Oberteil abgeschraubt werden. Wenn sie Risse hat, dann idR im Bereich der Wulst. Besser einschätzen kann man das bei Totalzerlegung. Dazu muß nur die Achse seitlich soweit aus dem Gehäuse gedrückt werden, daß der Hebel frei wird. Danach kann man die Membran zusammen mit der Stange einfach nach oben aus dem Gehäuse ziehen.

Paul, ich hoffe, dieser kleine Exkurs hilft dir ein wenig weiter.
Nachtrag: hab eben mal versucht, eine Pumpe auszulitern. Es ist nicht 1oo%ig gelungen, aber ich vermute mal, daß selbst bei einer neuen die 3o Hübe nicht ausreichen, das Gehäuse komplett zu füllen.

Hau rein, Thomas.




Geändert von R4D4 am 4.Oct.2025 12:31
boxerpauli



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RE: Benzinpumpe prüfen_gelöst, 05.10.2025 10:38


Danke für die Hinweise, Problem ist gelöst.

Der "Türöffner" war der Kommentar von Zahnscheibe. Es ist richtig, dass der Hebel unter Vorspannung steht; zu groß darf diese aber auch nicht sein, weil ansonsten der Antriebsnocken auf der Nockenwelle zu schnell verschleißt.

Also die Pumpe mit der besten Optik genommen, in den Schraubstock gespannt und den Hebel mit sanfter Gewalt betätigt. Und siehe da, der Hebelweg wurde mit sanftem Ruck plötzlich erkennbar größer, Bewegung von Hand problemlos möglich und ein schmatzendes Geräusch deutete auf Pumpwirkung hin. Also Schläuche dran, ins Glas mit Benzin gehalten und nach wenigen Pumpbewegungen wurde Benzin angesaugt!!! Ein paar Hebelzüge mehr und der Treibstoff fließt am Auslauf.

Die Pumpen lagerten teilweise schon länger und wurden dadurch trocken, so dass der Stößel wohl fest wurde. Zwei Pumpen hatten bröselige Membran, der Rest tut´s wieder.

Gruß Paul


R4D4



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RE: Benzinpumpe prüfen_gelöst, 06.10.2025 01:51


Auch wenn das Thema schon durch ist, hier noch ein paar Fotos zur Visualisierung.



Membran Unter- und Oberseite. Auch wenn unten keine Risse zu sehen sind, sie läßt gut Sprit durch.



Stange zwischen Hebel und Membran. Oben wie unten vernietet. Oben weggeschliffen, sonst geht das so schwer abzulichten.
Läßt sich einfach aus dem Unterteil herausziehen.




Hebel. Die Achse läßt sich trotz leichter Verstemmung mit einem Splintentreiber und sanften Hammerschlägen austreiben.



Oberteil mit den "guten" Ventilen. Die schließen nachwievor einwandfrei.



Der Tod dieser Pumpe liegt zum einen in der Membran, zum anderen aber auch in dem völlig kaputten Gummiformteil an der Hebelstange. 

Es sei denn, man bekommt diese Teile irgendwoher oder versucht eine Reparatur mit heutigen Materialien. Dann ist da aber immer noch die vernietete Hebelstange, die eine wirtschaftliche Wiederbelebung nMn ziemlich unwahrscheinlich macht. Es sei denn, man ist der absolute Originalitätsfanatiker und besitzt auch die entsprechenden Reparaturhilfen.